06. August 2020 / 07:42 Uhr

SPD-Politiker Karl Lauterbach kritisiert DFL-Konzept zur Fan-Rückkehr: "Überhaupt nicht angemessen"

SPD-Politiker Karl Lauterbach kritisiert DFL-Konzept zur Fan-Rückkehr: "Überhaupt nicht angemessen"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Fans zurück in die Stadien? Für SPD-Politiker Karl Lauterbach ist das DFL-Konzept nicht sicher.
Fans zurück in die Stadien? Für SPD-Politiker Karl Lauterbach ist das DFL-Konzept nicht sicher. © imago images/Jan Huebner
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Die kritischen Stimmen aus der Politik über das am Dienstag von der DFL vorgestellte Konzept zur Rückkehr der Fans in die Stadien mehren sich. Für SPD-Politiker Karl Lauterbach ist das Konzept nicht sicher.

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Der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach hat das Rückkehrkonzept der Deutschen Fußball Liga (DFL) für Fans in Stadien nach Monaten des Einlassverbots wegen der Corona-Pandemie kritisiert. Der Vorstoß der DFL sei "überhaupt nicht angemessen", sagte der Politiker in der ARD-Sendung "Maischberger – Die Woche". Das Konzept sei nicht sicher, weil niemand eine sichere An- und Abreise der Fans garantieren könne.

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Lauterbach mahnte, dass sich Deutschland am Anfang einer zweiten Welle befinde. "Die Kinder müssen mit Masken unterrichtet werden und da macht man sich Gedanken, vor 25.000 Leuten Fußball zu spielen", erklärte er weiter. Es gebe zudem keinen Anlass, zusätzliche Fälle durch Fußballfans zu riskieren, schrieb er im Vorfeld der Sendung am Mittwochabend auf Twitter: "Wir können uns nur begrenzt Hotspots leisten."

Die DFL-Mitgliederversammlung hatte am Dienstag mehrheitlich, aber nicht einstimmig für den Fall der Fan-Rückkehr ein Alkoholverbot sowie die Streichung der Stehplätze bis zum 31. Oktober beschlossen. Bis zum Jahresende sollen zudem keine Gästetickets verteilt werden und Maßnahmen getroffen werden, die eine Nachverfolgung von Infektionsketten möglich macht.

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Kritische Töne aus den Ländern – Grundsätzliche Unterstützung von der Bundesregierung

Vor Lauterbach hatten bereits mehrere Politiker Bedenken über die Fan-Rückkehr geäußert: "Ich stehe dem Vorschlag der DFL, Bundesliga-Begegnungen wieder vor Zuschauern zu veranstalten, sehr skeptisch gegenüber", sagte Bremens Innensenator Ulrich Mäurer (SPD), der wegen der Polizeikosten-Debatte im Streit mit der DFL liegt, am Mittwoch dem Weser-Kurier. "Niemand kann im Augenblick absehen, wo wir im September stehen werden und mit welchen Herausforderungen wir umzugehen haben werden." DFL-Boss Christian Seifert hatte am Dienstag betont, dass der Fußball keinesfalls Forderungen stellen, sondern nur für den Fall der Fälle bestens vorbereitet sein will.

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) sagte der Deutschen Presse-Agentur. "Auf dem Papier lässt sich vieles darstellen. Ob das dann auch in der Praxis so durchzuhalten ist, das wird erst noch sehr genau zu prüfen sein, auch wenn ich mir es als Fußballfan wünschen würde."

Bei der Bundesregierung stößt das DFL-Konzept dagegen grundsätzlich auf Unterstützung. Ein Sprecher des Innen- und Sportministeriums bezeichnete die DFL*-Vereinbarung am Mittwoch in Berlin als einen "begrüßenswerten Schritt". Auch ein Sprecher des Gesundheitsministeriums begrüßte das Konzept ausdrücklich.* Jetzt komme es allerdings auf die konkrete Umsetzung mit den Behörden und Vereinen vor Ort an. Hierbei müsse auch das jeweilige, regionale Infektionsgeschehen berücksichtigt werden.