20. März 2020 / 18:34 Uhr

DFL plant Mini-EM: Wie geht es weiter in der Bundesliga? - Das sagen Rummenigge und Weinzierl

DFL plant Mini-EM: Wie geht es weiter in der Bundesliga? - Das sagen Rummenigge und Weinzierl

Heiko Ostendorp
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Wie plant die DFL? Aufgrund der Coronavirus-Pandemie muss die Bundesliga mehre Szenarien durchspielen. Markus Weinzierl und Michael Rummenigge finden eine Idee gut.
Wie plant die DFL? Aufgrund der Coronavirus-Pandemie muss die Bundesliga mehre Szenarien durchspielen. Markus Weinzierl und Michael Rummenigge finden eine Idee gut. © DFB/Getty Images, Montage
Anzeige

Am Wochenende ruht in Deutschlands Fußballstadien erneut der Ball. Im Hintergrund werden aber bereits diverse Szenarien für die Zeit nach der Corona-Krise durchgespielt. Der SPORTBUZZER analysiert die Lage der Bundesliga.

Anzeige
Anzeige

Natürlich vergeht aktuell kein Tag ohne Spekulationen oder Mutmaßungen darüber, ob und wann in Deutschland wieder Fußball gespielt werden könnte. Mindestens bis zum 2. April hat die Deutsche Fußball-Liga (DFL) die Saison ausgesetzt, möglicherweise wird sogar bis Ende 2020 nicht mehr gekickt – das glaubt zumindest Jonas Schmidt-Chanasit, Virologe des Bernhard-Nocht-Instituts für Tropenmedizin in Hamburg. „Ich gehe fest davon aus, dass Fußballspiele erst wieder im nächsten Jahr stattfinden können in dem Umfang“, sagte er im NDR-Sportclub.

Mehr vom SPORTBUZZER

Innerhalb der Liga wird derweil über drei Szenarien für den Tag X diskutiert, wie der SPORTBUZZER exklusiv berichtete. Die ersten beiden Ideen wurden den Vertretern der 36 Profiklubs bereits am Dienstag bei der außerordentlichen Mitgliederversammlung vorgestellt.

Das ist das Eil-Modell: Jeden Tag gibt es Spieltage in den ersten beiden Ligen an den jeweiligen Heimstandorten. Die Frequenz würde erhöht, zwei Tage später stünde für die Vereine bereits die nächste Begegnung an. So könnte man die Saison in nur 16 Tagen zu Ende bringen. Beim zweiten Szenario, dem „englischen Modell“, würde der Rest der Saison komplett in englischen Wochen gespielt und somit in vier Wochen beendet.

Bundesliga plant eine "Mini-EM"

Überraschend und kreativ ist das dritte Modell, nämlich eine Art „Mini-EM“ durchzuführen. Soll heißen: Die DFL legt fixe Austragungsorte in allen Regionen fest, von Nord nach Süd, von West nach Ost. An diesen Spielorten soll der Rest der Saison dann in kürzester Zeit mit mehreren Partien täglich durchgezogen werden – ähnlich wie bei einer EM- oder WM. Analog zu diesen Turnieren würden dann auch Hotels für die Mannschaften geblockt, die Teams würden nur zum Spiel in die Stadien gebracht – und direkt danach wieder wegfahren.

Auch am Freitag diskutierte die Liga intensiv über diese und mögliche andere Modelle, die am 31. März den Klubs präsentiert werden sollen. Natürlich wäre für jegliche Umsetzbarkeit die Zustimmung der Politik und Behörden zwingend erforderlich.

So oder so würde bei den Neuansetzungen der Partien die Anzahl der beteiligten Personen auf das mögliche Minimum runtergefahren. Die Vereine würden also mit kleineren Kadern ins Stadion kommen, die Menge der Trainer und Betreuer stark reduziert.

Rummenigge: "Wenn die Liga zu Ende gespielt werden kann, sollte man das tun"

„Egal welches der drei Szenarien wann auch immer umgesetzt würde – wichtig ist nur, dass die Saison überhaupt zu Ende gespielt wird“, sagt Markus Weinzierl. Der ehemalige Trainer des FC Schalke 04 und vom VfB Stuttgart findet außerdem: „Dabei muss immer die Gesundheit der Menschen im Vordergrund stehen – Verbände, Vereine, aber auch Trainer und Spieler haben eine verantwortungsvolle Rolle und eine Vorbildfunktion. Dennoch ist es richtig und wichtig, dass sich alle Gedanken machen und mit Modellen beschäftigen, wie man die Saison zu Ende bringen kann – realistischerweise halt ohne Zuschauer.“

Geisterspiele: Diese Partien wurden bereits ohne Zuschauer ausgetragen

Wegen Fan-Ausschreitungen und dem Coronavirus wurden bereits Geisterspiele in Europa ausgetragen. Der SPORTBUZZER zeigt eine Auswahl.  Zur Galerie
Wegen Fan-Ausschreitungen und dem Coronavirus wurden bereits Geisterspiele in Europa ausgetragen. Der SPORTBUZZER zeigt eine Auswahl.  ©

Davon geht auch Michael Rummenigge aus. Der Ex-Nationalspieler sagt: „Unabhängig von den diskutierten Modellen: Wenn die Liga zu Ende gespielt werden kann, sollte man das tun. Man kann zwar Netflix schauen oder auch mal ein Buch lesen, der Fußball ist aber das Schönste, was es gibt – gerade live und im Stadion“, so Rummenigge. „Da es aber auch um finanzielle Fragen und die Fernsehgelder geht, müsste man mit Blick auf Geisterspiele wohl in diesen sauren Apfel beißen. Bis zum Ablauf einiger Spielerverträge am 30. Juni hätte man ja noch Zeit.“

Sollte die Saison sogar darüber hinaus verlängert werden, müssten sich die Klubs und Spieler individuell über eine Verlängerung ihres Kontrakts einigen.