07. Dezember 2020 / 16:23 Uhr

DFL verteilt TV-Gelder neu: Seifert rechnet mit massivem Umsatzverlust - Nachwuchs bekommt mehr Bedeutung

DFL verteilt TV-Gelder neu: Seifert rechnet mit massivem Umsatzverlust - Nachwuchs bekommt mehr Bedeutung

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
DFL-Boss Christian Seifert hat die Vereine über den neuen Verteilungsschlüssel informiert.
DFL-Boss Christian Seifert hat die Vereine über den neuen Verteilungsschlüssel informiert. © 2020 Pool
Anzeige

Die Deutsche Fußball Liga hat den Verteilungsschlüssel der Fernsehgelder im deutschen Profifußball vorgestellt. Dabei geht es insgesamt um rund 4,4 Milliarden Euro für die 36 deutschen Profiklubs. 

Anzeige

DFL-Geschäftsführer Christian Seifert rechnet angesichts der Corona-Krise mit massiven Verlusten für die Bundesligisten. Einschließlich der vergangenen Saison werden die Vereine bis zur Spielzeit 2021/22 etwa zwei Milliarden Umsatzverlust machen, wie Seifert am Montag bei einer Pressekonferenz der Deutschen Fußball Liga in Frankfurt sagte. "Letzte Saison war bestenfalls ein laues Lüftchen, jetzt aber kommt der Sturm." Seifert erklärte weiter: "In dieser Saison müssen wir nahezu mit einem Gesamtausfall der Zuschauereinnahmen rechnen." Das entspreche einem Verlust von 650 Millionen Euro. Derzeit finden nur Geisterspiele ohne Zuschauer statt. Der Einbruch auf dem Transfermarkt werde zwischen 250 bis 300 Millionen Euro betragen, sagte Seifert weiter. Der Umsatzverlust für die Saison 2020/2021 liege damit etwa bei einer Milliarde Euro. Insgesamt schätzt Seifert, wirft die Corona-Pandemie die Klubs "um fünf bis sechs Jahre zurück".

Anzeige

Aus diesem Grund soll in den kommenden beiden Saisons das TV-Geld so verteilt werden, dass die "finanzielle Stabilität der Klubs" gewährleistet bleibt. "In einer Zeit, in der niemand absehen kann, kann man Vieles diskutieren. Aber man das das Augenmaß und den Realitätssinn nicht verlieren", sagte Seifert am Montag. "Für den einen oder anderen Klub kann es eng, für manche sogar sehr eng werden. Deshalb haben wir versucht, einen Weg zu finden, der neue und strategisch wichtige Impulse setzt. Man kann kaum Lösungen finden, die es allen recht macht."

Mehr vom SPORTBUZZER

Mehr Geld für gute Nachwuchsarbeit und Klub-Interesse

Deshalb wird es demnächst vier Säulen der Verteilung geben: Gleichverteilung, Leistung, Nachwuchs und Interesse. In den ersten beiden Saison des neuen TV-Vertrags ab der Saison 2021 soll es für alle Bundesligisten 24,7 Millionen Euro geben. Jeder Zweitligist bekommt demnach 6,9 Millionen Euro. Diese Summen entsprechen 53 Prozent des gesamten Volumens des Jahres. Ab der Saison 2023/2024 wird die Summe auf 50 Prozent gesenkt, da dann wieder der Leistungsgedanke mehr in den Vordergrund rücken soll. Die Leistung der vergangenen fünf Spielzeiten wird zunächst mit 42 Prozent, dann mit 43 Prozent gewichtet.



Neu ist, dass in Zukunft mehr Wert auf die Nachwuchsarbeit der Vereine gelegt wird. "50 Millionen Euro werden nur nach dem Einsatz von jungen Spielern ausgeschüttet", sagte Seifert. Je mehr junge Spieler einer der 36 Profi-Klubs in Zukunft einsetzt, desto mehr Geld bekommt der Klub von der DFL. Es geht allerdings dann auch um die Einsatzzeiten der Spieler. Je länger diese spielen, desto besser für die Klubs.

Ebenfalls neu ist, dass künftig Summen nach Interesse an den Vereinen verteilt werden. Demnach wird die DFL eine Studie in Auftrag geben, wonach die Wichtigkeit der jeweiligen Vereine für die deutsche Bevölkerung beurteilt wird. Dabei geht es bewusst nicht um die TV-Quote, da diese nicht aussagekräftig sein, sagte Seifert. Ein Einzelspiel am Sonntag würde etwa mehr Zuschauer einschalten, als eine Partie, die samstags 15.30 Uhr laufen würde, sagte Seifert. Auch die internationalen Erlöse werden nach einem neuen Schlüssel verteilt, der den jüngsten Streit unter den Klubs beenden soll. "Die Spreizung wird garantiert abnehmen im nationalen und internationalen Bereich", sagte Seifert.

Tipp: Die komplette SPORTBUZZER-Berichterstattung zur EM 2021 findest Du auch in der superschnellen EM-App von Toralarm. Und folge gerne @sportbuzzer auf Instagram!