28. Januar 2019 / 18:19 Uhr

DHB-Co-Trainer Alexander Haase: „Begeisterndes Turnier mit Wermutstropfen“

DHB-Co-Trainer Alexander Haase: „Begeisterndes Turnier mit Wermutstropfen“

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Oliver Roggisch (Teammanager Deutschland), Christian Prokop (Trainer Deutschland), Alexander Haase (Co-Trainer Deutschland), Reinhold Roth (Physiotherapeut Deutschland) Arm in Arm beim Abspielen der Nationalhymnen Deutschland-Serbien Germany-Serbia IHF Handball Weltmeisterschaft 2019, Hanball World Championship WM Weltmeisterschaft 2019, Herren, Männer, Maenner, men, Handball, Deutschland, Germany, Vorrunde, Gruppe A, group A Berlin, 17.1.2019 *** Oliver Roggisch Teammanager Germany Christian Prokop Trainer Germany Alexander Haase Co Trainer Germany Reinhold Roth Physiotherapist Germany Arm in Arm while playing the National Anthems Germany Serbia Germany Serbia IHF Handball World Championship 2019 Hanball World Championship 2019 Men Men Men Men Handball Germany Germany Germany Preliminary Round Group A group A Berlin 17 1 2019
Co-Trainer Alexander Haase (2.v.r.) aus Potsdam mit Teammanager Oliver Roggisch, Bundestrainer Christian Prokop und Physiotherapeut Reinhold Roth (v.l.). © Bernd König/imago
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Handball-WM: Der Potsdamer Alexander Haase, Co-Trainer der deutschen Handball-Nationalmannschaft, über die Rolle der Brandenburger bei der WM, seine Zukunft beim DHB-Team und eine taktische Variante mit der Bezeichnung Potsdam.

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Alexander Haase gehörte als Co-Trainer neben den beiden Rückraumspielern Fabian Wiede (Füchse Berlin) und Fabian Böhm (Hannover-Burgdorf) zu einem brandenburgischen Trio, das bei der Handball-Weltmeisterschaft maßgeblich zum Erreichen des vierten Rangs beitrug. Im Interview spricht der 42 Jahre alte sportliche Leiter des Drittligisten 1. VfL Potsdam darüber, was die taktische Variante Potsdam des DHB-Teams bedeutete, ob Codeworte während der Auszeiten aus Sicherheitsgründen gewechselt werden und wie seine persönliche Bilanz ausfällt.

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Herr Haase, wie fühlt sich der vierte Rang bei der WM an? Sind Sie enttäuscht oder zufrieden?

Alexander Haase: Das Halbfinale bei einer WM ist eine Riesensache, aber nach dem knapp verpassten Gewinn der Bronzemedaille gegen Frankreich fühlt sich das nicht so schön an. Es war ein begeisterndes Turnier mit Wermutstropfen. Wir haben nach dem Spiel um Platz drei noch alle zusammen gesessen, aber laut gefeiert haben wir nicht. Vielleicht ist es auch einfach zu früh, um zu sagen, was wir mit diesem Turnier insgesamt erreicht haben.

Die Medaille ist erst in den allerletzten Sekunden der Partie um Rang drei verloren gegangen. War der Pass von Matthias Musche, der zum entscheidenden Gegenstoß abgefangen wurde, vielleicht zu risikoreich?

Ich hatte noch nicht die Möglichkeit, diese Szene zu analysieren: Grundsätzlich kanalisiert sich im Spiel dann oft alles auf eine Situation, aber es gibt in solch einer Partie viele Entscheidungen, die wir vermutlich besser hätten treffen können. Man hätte den Zweikampf am Kreis auf jeden Fall als Foul an Hendrik Pekeler abpfeifen können.

Alexander Haase: "Momentan werden die Codeworte nicht geändert"

Wie schon in der Vergangenheit wurde in Auszeiten regelmäßig eine bestimmte taktische Variante mit der Bezeichnung Potsdam angeordnet: Handelt es sich immer noch um denselben Spielzug? Oder werden die Codeworte geändert, weil die Auszeiten ja live übertragen werden?

Nein, zumindest momentan werden die Codeworte nicht geändert. In diesem Fall auch deshalb, weil es sich um eine Standard-Bewegung handelt, die Bundestrainer Christian Prokop seit Langem für sich mit Potsdam bezeichnet. Die Variante, bei der ein Rückraumspieler von der Halbposition ins Zentrum rückt und der Rückraum-Mitte-Spieler ihn hinter seinem Rücken kreuzt, kann mit vielen Optionen zu Ende gespielt werden. Selbst wenn der Gegner wüsste, dass wir Potsdam spielen, könnte er sich nicht auf die weitere Entwicklung des Angriffes einstellen.

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Mit Fabian Böhm und Fabian Wiede haben zwei Spieler, die in ihrer Jugend beim VfL Potsdam ausgebildet wurden, deutliche Akzente gesetzt. Wie beurteilen Sie ihre Leistungen?

Unstrittig klar ist natürlich, dass beide ein wirklich gutes Turnier gespielt haben. Fabian Wiede, der ins Allstar-Team gewählt wurde, hat große Momente gehabt wie gegen Kroatien und Frankreich. Seine überragenden Fähigkeiten waren sicherlich schon vorher einem breiteren Publikum bekannt. Fabian Böhms Qualitäten waren aus der Bundesliga bekannt, jetzt hat er es geschafft, das auch auf internationalem Parkett zu zeigen. Nachdem er während seines ersten Turniers, der WM in Katar, eine wesentlich kleinere Rolle gespielt hat, hat Fabian jetzt auch in wichtigen Spielen handballerisch und emotional starke Impulse gesetzt. Er hat gezeigt, dass er in solchen Situationen durchaus auch vorangehen kann.

Die Weltmeisterschaft war kraftraubend, Sie waren mir ihrer Mannschaft bis zum Finaltag im Turnier. Haben Sie jetzt erst einmal ein paar Tage frei, um sich zu regenerieren?

Nein, am Montag, als sich die Mannschaft in Hamburg getrennt hat, bin ich nach Potsdam gereist. Es ist geplant, dass ich am Dienstagnachmittag wieder an der Sportschule bin.

Ihr Engagement als Assistenztrainer des DHB-Teams ist neben ihrem Job als Lehrertrainer und der Funktion als sportlicher Leiter des VfL eine enorme Zusatzbelastung. Machen Sie weiter oder benötigen Sie erst mal eine Auszeit?

Ich muss jetzt sicher erst einmal die Weltmeisterschaft auch für mich analysieren. Ich brauche erst mal einen Moment Abstand, das ist ja ganz normal und dann schaue ich nach vorne und dann werden wir eine Entscheidung treffen. Das hängt ja vielleicht auch nicht nur von mir ab.

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