21. April 2020 / 12:37 Uhr

DHfK-Handballer ab sofort in der Sommerpause - Bundesliga bricht Saison ab

DHfK-Handballer ab sofort in der Sommerpause - Bundesliga bricht Saison ab

Antje Henselin-Rudolph
Leipziger Volkszeitung
Handballfeste mit dem SC DHfK Leipzig wird es für mehrere Monate nicht geben.
Handballfeste mit dem SC DHfK Leipzig wird es für mehrere Monate nicht geben. © Archiv
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Die Entscheidung hatte sich angedeutet. Die Handball-Bundesliga wird erst in der kommenden Saison auf's Parkett zurückkehren. Die laufende Spielzeit wird abgebrochen. Damit beginnen für die Jungs des SC DHfK Leipzig deutlich verfrühte Ferien.

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Leipzig. Die Handballfans der Messestadt müssen tapfer sein. Bis zum Herbst werden sie ihren SC DHfK Leipzig nicht mehr spielen sehen. Wie die Handball-Bundesliga GmbH (HBL) am Dienstag mitteilte, stimmten die Vereine der ersten und zweiten Bundesliga mehrheitlich für einen Abbruch der Saison. Die Abstimmung lief seit Freitag. Für ein Ja zum Abbruch war eine Dreiviertelmehrheit notwendig.

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"Die Saison abbrechen zu müssen ist ein schwerer sportlicher Einschnitt, den es so auch noch nie gegeben hat", so DHfK-Handball-Geschäftsführer Karsten Günther in einer ersten Reaktion. "Dennoch ist das in der aktuellen Situation die einzig vernünftige Entscheidung. Sie gibt uns die Möglichkeit, ab jetzt für die neue Saison zu planen." Bei Coach André Haber schwang in den ersten Worten nach Bekanntgabe der Entscheidung viel Wehmut mit. "Mit tut es besonders leid, dass die Spieler, die uns am Ende der Saison verlassen, keine Möglichkeit mehr bekommen, nochmal vor unseren Fans aufzulaufen, um die Würdigung zu erhalten, die sie verdient haben. Das ist eine sehr traurige Begleiterscheinung."

Die HBL hatte den Spielbetrieb zunächst unterbrochen, aber klar gemacht, dass spätestens ab dem 16. Mai wieder begonnen werden müsse, wolle man die Saison noch fristgerecht bis zum 30. Juni über die Bühne bringen. Das zuvor lange Zögern der HBL lässt sich auch damit erklären, dass ein Abbruch juristisch heikel ist. Er war nicht mal in den Statuten vorgesehen. Nach eingehender Prüfung folgte dann die Abstimmung unter den Clubs.

Vier Spiele mehr für Leipzig

Der SC DHfK beendet die Saison auf dem achten Tabellenplatz. Über den Meistertitel darf sich der THW Kiel "freuen". Das HBL-Präsidium entschied sich für eine Wertung anhand der Abbruchtabelle in Verbindung mit der Quotientenregel (Pluspunkte am 12. März 2020, dividiert durch Anzahl absolvierter Spiele mit 100 multipliziert und auf eine Stelle nach dem Komma gerundet. Bei gleichem Quotienten entscheidet die Tordifferenz). Die Zebras rangieren demnach auf Platz eins und spielen in der kommenden Saison ebenso wie die zweitplatzierte SG Flensburg-Handewitt in der Champions League. Für den EHF-Cup qualifizierten sich der SC Magdeburg, der TSV Hannover-Burgdorf sowie die Rhein-Neckar Löwen.


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Wie und wann genau es jetzt weitergeht, ist noch unklar. Immerhin kann der SC DHfK mit einer Teilnahme an der kommenden Saison planen, erhielt bereits Anfang April die entsprechende Lizenz. Bekannt ist auch bereits, dass die Messestädter dann vier Partien mehr absolvieren müssen. Das HBL-Präsidium entschied sich gegen Absteiger aber für Aufsteiger. Das deutsche Handball-Oberhaus wird demnach um zwei auf dann 20 Teams aufgestockt.