20. Februar 2020 / 20:53 Uhr

DHfK-Handballer kommen zurück - und verlieren doch das Derby in Magdeburg

DHfK-Handballer kommen zurück - und verlieren doch das Derby in Magdeburg

Tilman Kortenhaus
Leipziger Volkszeitung
DHfK
Am Ende reicht es nicht für die Leipziger Handballer. © Rainer Justen
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Der DHfK Leipzig verschläft die erste Derby-Hälfte beim SC Magdeburg und muss sich trotz mitreißender Aufholjagd in Unterzahl am Ende mit 26:28 geschlagen geben. 

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Magdeburg. Die Magdeburger Getec-Arena in kochender Derby-Stimmung. Ausverkaufte Ränge, 6600 Zuschauer jubelten, pfiffen, trommelten. Knapp 200 SC DHfK Fans versuchten ihre Mannschaft gegen die lautstarke rot-grüne Masse zu motivieren. Die hitzige Stimmung schwappte auf die Platte über. Die Spieler warfen alles, vor allem ihre Körper, in die Waagschale. An Härte mangelte es am Donnerstagabend auf keiner Seite, dafür lange an Toren auf Seiten der Leipziger, die erst nach knapp 35 Minuten in das Spiel fanden. Mit 26:28 (9:15) musste sich der SC DHfK beim SC Magdeburg geschlagen geben.

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Die Bilder zum Derby zwischen dem SC Magdeburg und DHfK Leipzig (28:26). Zur Galerie
Die Bilder zum Derby zwischen dem SC Magdeburg und DHfK Leipzig (28:26). ©
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„Franz Semper hat einen Pulsmesser am Arm. Wenn es zu heiß wird, muss er halt raus und spazieren gehen“, verriet DHfK-Geschäftsführer Karsten Günther vor dem Anpfiff. Sehr wahrscheinlich, dass der Nationalspieler die heimische Couch verlassen musste, denn das Ost-Derby dürfte den Herzschlag aller Leipziger Handballfans auf Hochtouren gebracht haben. Direkt zu Beginn glänzte noch DHfK-Torhüter Joel Birlehm mit zwei Paraden, konnte den folgenden Strafwurf von Tim Hornke allerdings nicht halten – und auch kaum einen weiteren Wurf in der ersten Hälfte. Der SCM ging in Führung und hielt diese fortan problemlos. Zum einen verwarfen die Leipziger gute Chancen, zum anderen kassierten sie zahlreiche Zeitstrafen, die der SCM eiskalt bestrafte.

Die Härte der Partie nahm weiter zu. Erik Schmidt traf Luca Witzke im Gesicht, der benommen von der Platte geführt wurde und kassierte die verdiente Zeitstrafe. Die DHfK-Handballer fanden aber auch in Überzahl nicht die richtigen Antworten gegen die tobende Halle, die Härte der Magdeburger und den hellwachen Keeper Jannick Green Krejberg, der nach dem ersten Durchgang bei beeindruckenden 43 Prozent gehaltenen Bällen lag. Der Weg über das gewohnt sichere Tempospiel wirkte holprig und brachte nicht den gewünschten Erfolg. Mit ernüchternden 9:15 in Toren ging es in die Halbzeit.

Rote Karte als Weckruf

Der Wiederanpfiff brachte keine Besserung, was Marko Mamic sichtlich störte. In der 35. Minute kassierte er seine zweite Zeitstrafe und für sein Kommentar zum Schiedsrichter direkt die nächste und damit Rot. Dumm von dem Kroaten und bitter für den SC DHfK, der zu diesem Zeitpunkt mit sechs Toren hinten lag. Cheftrainer André Haber stellte in seiner Auszeit klar: „Ich möchte, dass wir die Fresse halten gegenüber den Schiedsrichtern!“

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Lukas Mertens ©

Die Rote Karte wirkte wie ein Weckruf für die Leipziger. Fünf Tore in Folge, drei davon in Unterzahl, brachten sie wieder 16:18 heran und sorgten für einen enormen Motivationsschub. Hinten hielt Jens Vortmann einige Bälle, brachte die Leipziger damit gelegentlich ins Tempospiel. Auch sahen Gregor Remke und Luca Witzke auf der rechten Rückraumposition deutlich besser aus als zuvor Mamic. Defensiv finden die Leipziger nur wenig Lösungen, kommen trotzdem immer näher heran. Patrick Wiesmach verwandelt in der 56. Minute eiskalt einen weiteren Tempogegenstoß und gleicht erstmals (!) in der Partie aus. 24:24, Spannung pur. Spätestens jetzt wurde die Getec-Arena zum absoluten Hexenkessel.

Haber sauer auf Mamic

Gebala kassierte gegen Michael Damgaard erneut eine Zeitstrafe und einen Siebenmeter. Schütze Hornke blieb weiter eiskalt. Es folgte ein weiterer Treffer für den SCM und ein weiterer Strafwurf für Hornke, der wieder verwandelte. 26:28 der Endstand bei dem hitzigen Derby, bei dem Leipzig nur in der zweiten Hälfte auf Augenhöhe spielte.

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André Haber ist über seinen Schützling nicht begeistert: "Mamic ist ein Sportler, natürlich sind da viele Emotionen im Spiel. Ich bin natürlich sauer. Ich habe aber noch nicht mit ihm gesprochen, da muss ich mich jetzt auch selber zügeln, dass der überhaupt noch in den Bus steigen darf. Das schadet uns in 99% der Fälle. Heute konnten wir daraus sogar ein paar Tore gewinnen. Trotzdem verbitte ich mir das für die kommenden Spiele."

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