08. April 2021 / 18:03 Uhr

DHfK-Leipzig-Ruderin Annekatrin Thiele kämpft im Doppelzweier um eine EM-Medaille

DHfK-Leipzig-Ruderin Annekatrin Thiele kämpft im Doppelzweier um eine EM-Medaille

Kerstin Förster
Leipziger Volkszeitung
Annekatrin Thiele (li.) und ihre Partnerin Leonie Menzel wollen im italienischen Varese eine EM-Medaille erkämpfen.
Annekatrin Thiele (li.) und ihre Partnerin Leonie Menzel wollen im italienischen Varese eine EM-Medaille erkämpfen. © Detlev Seyb
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Die Weltklasse-Ruderin Annekatrin Thiele will bei den Europameisterschaften am Wochenende im italienischen Varese mit ihrer Partnerin Leonie Menzel um die Podestplätze mitmischen.

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Varese/Leipzig. Reden wir über Rudern, die am Freitag im italienischen Varese beginnende Europameisterschaft, Leipziger Chancen – und die Wetterkapriolen der vergangenen Tage. „Ich war schon mit kurzer Hose unterwegs, dann kam die Kälte, der Schnee, also wieder die Mütze raus. Am Dienstag ging sogar nur Training auf dem Ruderergometer“, schildert Annekatrin Thiele (36) den willensstarken April.

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Erfolgreiche Erinnerungen an Varese

Eigentlich hatte die Doppelvierer-Olympiasiegerin für das Wochenende auf schönes Frühlingswetter in Bella Italia gehofft. Doch Regen ist angesagt, es stürmt, die Temperaturen so lala, doch die EM-Starter sind gewappnet, sie hoffen, dass mit der Regatta nach langer Pause ein Stück Normalität zurückkehrt.

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Deutschland nimmt mit 51 Sportlerinnen und Sportlern (inklusive der Ersatzleute) teil. In 16 Bootsklassen wird um die Medaillen gerudert. Der Achter blickt auf den neunten kontinentalen Titel in Folge. „Es ist ein wichtiger Start in die Vorbereitung auf die Olympischen Spiele. Die Zeit bis dahin ist absehbar. Für uns ist es ein idealer Fingerzeig, wo wir stehen“, sagte DRV-Sportdirektor Mario Woldt. Mit ihrer Doppelzweier-Partnerin Leonie Menzel (21/Germania Düsseldorf) will sich Weltklasse-Ruderin Thiele vom SC DHfK im heutigen Vorlauf direkt fürs Finale am Sonntag qualifizieren. Zehn Boote haben gemeldet, darunter die EM-Goldfahrerinnen des vergangenen Jahres aus Rumänien. Thiele/Menzel erkämpften auf dem Maltasee in Posen bei der einzigen internationalen Regatta im Herbst 2020 und ihrem ersten gemeinsamen Rennen den fünften Platz. „Ich bin gut drauf. Es ist halt wichtig, dass eine Entwicklung zum Vorjahr zu sehen ist. Aber da bin ich optimistisch, denn die Trainingsleistungen und der Test in Köln haben gestimmt. Jetzt müssen wir das im Wettkampf umsetzen und zeigen, was wir können“, sagt Annekatrin Thiele, die ehrgeizig hinterherschickt: „Eine Medaille, da wäre ich nicht abgeneigt.“

Olympia-Quali im Mai

Varese weckt erfolgreiche Erinnerungen. 2015 feierte die DHfK-Skullerin dort den Weltcup-Triumph im Doppelvierer. Die Crew um Schlagfrau Lisa Schmidla hatte bei idealen Bedingungen auf dem Lago di Varese für einen Start-Ziel-Sieg gesorgt, lag eine Bootslänge vor Polen und den USA. Es war das einzige Siegerboot der DRV-Flotte. Zudem freute sich der Schützling von Heimtrainerin Angelika Noack über das gelbe Trikot für die Weltcup-Saison. Mit der Pandemie umzugehen, das haben der Sport und die Ruderer mittlerweile gelernt. Auch die EM findet unter strengen Hygienevorschriften, Tests und natürlich ohne Publikum statt. Hauptsache Regatta.

Der Kurs Olympische Spiele liegt an. Dafür müssen Thiele/Menzel im Mai in Luzern das Tokio-Ticket sichern – mit Sieg oder Platz zwei. Gelingt die Mission, wäre es für Polizeihauptmeisterin Thiele nach zwei Mal Silber und einmal Gold im Doppelvierer ihre vierte Olympiateilnahme. „Das Ziel liegt in greifbarer Nähe und nicht viele Athleten schaffen das. Mit der Verschiebung der Spiele hat man dafür noch mal Zeit investiert und sich darauf fokussiert. Es sollte passen“, sagt die gerade zur DHfK-Sportlerin des Jahres gekürte Spitzenkraft frei heraus.