23. September 2021 / 21:38 Uhr

Cheftrainer nach acht Jahren DFB-Assistent: Der Aufstieg von Di Salvo zum Kuntz-Nachfolger

Cheftrainer nach acht Jahren DFB-Assistent: Der Aufstieg von Di Salvo zum Kuntz-Nachfolger

René Wenzel
RedaktionsNetzwerk Deutschland
An der Seite von Marcus Sorg (links) und Stefan Kuntz (rechts) ist Di Salvo als Co-Trainer tätig.
An der Seite von Marcus Sorg (links) und Stefan Kuntz (rechts) ist Di Salvo als Co-Trainer tätig. © IMAGO/Team 2/Schüler (Montage)
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Der Nachfolger für Stefan Kuntz steht fest - es ist sein ehemaliger Assistent. Ein Assistent mit langjähriger DFB-Geschichte. Bereits seit 2013 arbeitet Ex-Profi Antonio Di Salvo für den Verband. Und holte bereits drei große Titel. Ein Blick auf die Trainer-Karriere des inzwischen 42-Jährigen.

Antonio Di Salvo ist der neue Chef-Coach der deutschen U21-Nationalmannschaft. Damit setzt der Deutsche Fußball-Bund auf ein bekanntes Gesicht aus den eigenen Reihen. Seit über acht Jahren arbeitet der frühere Bundesliga-Profi für den DFB. 2014 feierte er als Co-Trainer den EM-Titel mit der U19, mit der U21 folgten die beiden Kontinental-Triumphe 2017 und 2021. Jetzt ist Di Salvo bereit für eine noch verantwortungsvollere Aufgabe. Als Co-Trainer bekommt der 42-Jährige neben Daniel Niedzkowski den langjährigen Bayern-Assistenzcoach Hermann Gerland (67 Jahre) an die Seite gestellt.

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"Unser gemeinsames Ziel ist es, den erfolgreichen Weg der U21-Nationalmannschaft weiterzugehen und dabei meine eigenen Vorstellungen einzubringen. Dazu gehören sowohl die sportlichen Erfolge und das Weiterentwickeln der Spieler auf dem Platz als auch außerhalb unsere Herzzeigen-Aktionen. Denn dies alles hat in den vergangenen Jahren das Bild der U21-Nationalmannschaft in der Öffentlichkeit geprägt", wurde Di Salvo in einer Pressemitteilung des DFB zitiert. Vorgänger Kuntz begleitete der gebürtige Paderborner in insgesamt 56 Spielen. Der neue Coach der türkischen Nationalmannschaft schwärmte immer wieder von seinem Trainer-Team in der U21. Und jetzt ist einer aus dieser Truppe sein direkter Nachfolger.

Di Salvo startete seine Trainerlaufbahn fast direkt im Anschluss an seine aktive Zeit als Profi. Nach seinem Karriere-Ende im Sommer 2010 erwarb der frühere Bundesliga-Spieler des FC Bayern München und Hansa Rostock sowie Zweitliga-Kicker von 1860 München zunächst seine B-Lizenz. Zur Saison 2011/12 stieg Di Salvo im Alter von 32 Jahren als Co-Trainer der U17 des FC Bayern ins Trainergeschäft ein. Damals coachte er den Nachwuchs der Münchner an der Seite des inzwischen verstorbenen Stephan Beckenbauer, Marcus Sorg und Heiko Herrlich. Nach zwei erfolgreichen Spielzeiten wechselte Di Salvo mit der frisch erworbenen A-Lizenz in der Tasche erneut an die Seite von Sorg - dieses Mal in die U19 des Deutschen Fußball-Bundes. Es folgten 40 Spiele mit dem heutigen Co-Trainer der A-Nationalmannschaft, sechs Partien mit Guido Streichsbier und ein Match mit Christian Ziege, bevor die Beförderung in die U21 anstand.

Vorfreude bei Flick: "Eine Topkonstellation"

Der gelernte Sportfachwirt und IST-Sportmanager ist seit 2018 Fußball-Lehrer und empfahl sich in den vergangenen Jahren für höhere Aufgaben. "Ich kenne ihn, seine Arbeit und seine Prinzipien im Umgang mit Spielern und Mannschaften schon lange, und mir war immer klar, dass er die Fähigkeit besitzt, eine Mannschaft auch selbst zu führen", lobte Bundestrainer Hansi Flick, der sich auf die Zusammenarbeit mit dem Kuntz-Nachfolger sowie den beiden Assistenten Hermann Gerland und Daniel Niedzkowski freut: "Zusammen mit der Erfahrung Hermann Gerlands und der Kompetenz von Daniel Niedzkowski ergibt sich eine Topkonstellation, von der die Spieler in hohem Maße profitieren werden. Ich bin mir sicher: Dies wird sich auch auf die A-Mannschaft positiv auswirken."

Di Salvo weiß, was in den kommenden Monaten und möglicherweise auch Jahren auf ihn zukommt. Co-Trainer Niedzkowski kennt der 42-Jährige bereits bestens aus den vergangenen Jahren. Gerland begegnete der neue Chef-Coach bereits in der Saison 2001/2002 als Spieler der Bayern-Reserve. Und auch mit dem Rest des Funktionsteams muss sich Di Salvo nicht erst noch anfreunden. Für sein Debüt ausgerechnet in seiner Heimatstadt Paderborn am 7. Oktober mit dem Spiel gegen Israel in der EM-Qualifikation ist bereits alles in die Wege geleitet. Und die große Mission für den bis 2023 gültigen Vertrag steht auch schon fest: Bei der EM in zwei Jahren in Georgien und Rumänien den Pokal verteidigen. Es wäre Di Salvos Titel Nummer vier beim DFB. Dieses Mal nur in einer anderen Rolle.