20. April 2021 / 22:05 Uhr

Didavi vorm Duell mit Ex-Klub Wolfsburg: "Stuttgart ist die größere Überraschung"

Didavi vorm Duell mit Ex-Klub Wolfsburg: "Stuttgart ist die größere Überraschung"

Marcel Westermann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Einst beim VfL Wolfsburg, jetzt beim VfB Stuttgart: Daniel Didavi.
Einst beim VfL Wolfsburg, jetzt beim VfB Stuttgart: Daniel Didavi. © Copyright 2021 The Associated Press. All rights reserved
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Zwei Jahre lang war Daniel Didavi für den VfL Wolfsburg aktiv, ehe es ihn zurück zum VfB Stuttgart zog. Am Mittwochabend treffen beide Teams im direkten Duell aufeinander - für den Spielmacher immer noch etwas Besonderes.

Fast drei Jahre ist es inzwischen schon her, dass sich Daniel Didavi nach zwei Jahren VfL Wolfsburg für eine Rückkehr zum VfB Stuttgart entschieden hat. Am Mittwoch (20.30 Uhr) trifft der Spielmacher mit den Schwaben in der Fußball-Bundesliga erneut auf seinen Ex-Klub, der als Tabellendritter eine bärenstarke Saison spielt und die dritte Champions-League-Teilnahme der Vereinsgeschichte vor Augen hat. Dennoch ist der Aufsteiger für Didavi die größere Überraschung in dieser Saison.

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Mit 39 Punkten liegen die Stuttgarter als Zehnter im gesicherten Mittelfeld. "Wir haben bisher eine überragende Saison gespielt, haben sogar noch die Chance aufs internationale Geschäft und haben nichts mit dem Abstieg zu tun", freut sich Didavi. Dass die Wolfsburger mit 54 Punkten an der Tür zur Königsklasse klopfen, trotz zweier Niederlagen zuletzt so gut spielen, sei zwar "nicht zu erwarten" gewesen, aber "der Verein hatte schon immer großes Potenzial", betont der VfBer. In den vergangenen zwei bis drei Jahren habe sich der Klub stabilisiert. Demnach war den Wolfsburgern eine so überzeugende Spielzeit eher zuzutrauen als den Schwaben. "Für mich ist der VfB die größere Überraschung", sagt Didavi daher und erklärt auch, warum: "Wir haben uns in der 2. Liga schwergetan, hatten einen großen Umbruch. Aber was daraus geworden ist, ist super."

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Diesen Umbruch hat der VfL nach zwei Fast-Abstiegen auch schon hinter sich - Didavi war mittendrin, spielte mit den Wolfsburgern zweimal Relegation. "Als ich da war, gab es einen großen Umbruch. Man hat viel investiert und ist sportlich nicht dorthin gekommen, wo man hin wollte. Es gab viele Trainerwechsel, viel Unruhe", erinnert sich der Offensivspieler an die Zeit, als Olaf Rebbe als Sportdirektor für die Geschicke des Klubs die Verantwortung trug.

"Als ich in Wolfsburg war, wurden viele Spieler mit Potenzial geholt, aber es hat sich daraus keine harmonische Einheit entwickelt", kritisiert Didavi. Umso mehr freue es ihn aber, "vor allem für diejenigen, mit denen ich noch gespielt habe", dass es für die Wolfsburger gerade so gut läuft. "Bruno Labbadia war sehr wichtig für den Verein, er hat viel Ruhe und Konstanz reingebracht. Aber auch Marcel Schäfer und Jörg Schmadtke haben gute Arbeit geleistet und gute Einkäufe getätigt", so die Nummer 10 über den heutigen Sportdirektor und den Manager.

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Auf das Wiedersehen mit Schäfer am Mittwoch freut sich Didavi ganz besonders. Rund acht Monate haben beide damals gemeinsam für den VfL gekickt, ehe es Schäfer in die USA zu den Tampa Bay Rowdies zog. "Marcel hat mir nach meinem Wechsel zum VfL sehr geholfen. Er kam direkt auf die Neuzugänge zu wegen der Wohnungssuche, wo man Essen gehen kann und so", sagt der Schwabe. Aber nicht nur mit dem 36-Jährigen wird er nach dem Spiel sicher ein paar Worte wechseln, sondern auch mit Yannick Gerhardt. Beide hatten zu gemeinsamen Wolfsburger Zeiten schon viel miteinander zu tun und "im ersten Jahr nach meinem Wechsel haben wir uns regelmäßig gesehen. Yannick ist ein Freund geworden." Zudem freue er sich auf Daniel Ginczek, Josuha Guilavogui und Zeugwart Heribert Rüttger.

Während des Spiels aber gibt's keine Freundschaften, zu wichtig sind die drei Punkte für beide Teams. "Wenn man das Rest-Programm sieht, ist der VfL mehr unter Zugzwang als wir", sagt Didavi. Schließlich muss Wolfsburg am Samstag gegen Dortmund ran, dann kommt Union Berlin, ehe es zu RB Leipzig geht und zum Saison-Abschluss Mainz 05 in der VW-Arena gastiert.

"Wolfsburg hat es verdient, nächste Saison in der Champions League zu spielen", sagt Didavi, dessen Vertrag in Stuttgart im Sommer ausläuft, der aber gern verlängern würde ("Der VfB ist mein Herzensverein, ich kann mir vorstellen, hier meine Karriere zu beenden"). Die Punkte aber sollen im Süden bleiben. Didavi: "Der VfL ist eine sehr laufstarke und disziplinierte Mannschaft, die wenig Gegentore kassiert. Um eine Chance zu haben, musst du die richtige Körperlichkeit und die Laufbereitschaft haben. Wenn wir auf 100 Prozent kommen, können wir das Spiel offen gestalten."

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