16. September 2020 / 12:36 Uhr

Die 3. Liga legt los: Trainer haben Hansa auf dem Zettel

Die 3. Liga legt los: Trainer haben Hansa auf dem Zettel

Sönke Fröbe
Ostsee-Zeitung
Wuchtiger Antritt: Hansa-Stürmer John Verhoek (l.) im Duell mit Stuttgarts Marcin Kaminski.
Wuchtiger Antritt: Hansa-Stürmer John Verhoek (l.) im Duell mit Stuttgarts Marcin Kaminski. © Lutz Bongarts
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Dynamo Dresden startet am Freitag als Topfavorit in die neue Saison. Den Rostockern trauen einige der 20 Fußballlehrer in einer Umfrage eine gute Rolle zu.

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Wenn am Freitag mit dem Spiel des 1. FC Kaiserslautern gegen Dynamo Dresden (17.45 Uhr live in der ARD) die Drittliga-Saison 2020/21 eröffnet wird, zählt der FC Hansa Rostock bei den 20 Trainern nicht zu den ganz heißen Anwärtern für den Aufstieg in die 2. Bundesliga. In einer Umfrage des Internetportals DFB.de sortieren die Fußballlehrer den Koggenklub neben Viktoria Köln und Zweitligaabsteiger Wehen Wiesbaden mit jeweils sechs Nennungen aber im aussichtsreichen Verfolgerfeld ein.

Coach Lukas Kwasniok von Neuling 1. FC Saarbrücken hat Hansa – neben Dresden und Köln – sogar „ganz oben auf der Liste“. Für Patrick Glöckner von Waldhof Mannheim sind Dynamo Dresden, Hansa und Wehen Wiesbaden die Aufstiegsfavoriten. „Alle drei Teams haben qualitativ top besetzte Kader – auch in der Breite. Hier trifft eine gute Mischung aus Erfahrung und Jugend auf gelebte Ambitionen, gepaart mit Tradition“, sagte der neue Mann an der Seitenlinie der Waldhöfer gegenüber DFB.de.

Auch Thomas Hoßmang vom 1. FC Magdeburg räumt diesen drei Klubs „gute Chancen auf den Aufstieg“ ein: „Alle drei Teams haben sich personell entsprechend verstärkt.“

Das sind die Marktwerte der Hansa-Profis laut dem Internetportal transfermarkt.de (Stand: 15. September 2020):

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Damian Roßbach: ©

Hansa-Trainer Jens Härtel sieht sein Team nach drei sechsten Plätzen in Folge nicht in der Favoritenrolle und stapelt erst mal tief. „Für uns geht es zunächst darum, schnellstmöglich die 45 Punkte-Marke zu erreichen“, sagt der Sachse, der beim Koggenklub in seine dritte Spielzeit geht. „Wenn dieses Ziel erreicht ist, wollen wir uns in dieser Saison sowohl von der Platzierung als auch von der Punkteausbeute gegenüber der vergangenen Spielzeit noch einmal verbessern.“

Als seine Topkandidaten benennt Härtel gegenüber dem Internetportal des DFB Dresden, Duisburg, Ingolstadt und Wehen Wiesbaden. „Ein möglicher Kandidat ist sicherlich auch der FC Viktoria Köln, der auf dem Transfermarkt sehr aktiv war und sich gut verstärkt hat“, urteilt der Rostocker Trainer, der zudem 1860 München als Geheimfavorit sieht.

Hansa startet die neue Spielzeit am Sonnabend gleich gegen einen der Topanwärter - den MSV Duisburg. Hinter dem personell runderneuerten Zweitligaabsteiger aus Dresden (12 Stimmen) werden vor allem die "Zebras" und die am Ende der Vorsaison erst in der Relegation hauchdünn gescheiterten Ingolstädter mit jeweils neun Stimmen hoch gehandelt. MSV-Coach Torsten Lieberknecht geht mit entsprechenden Ambitionen in die insgesamt 13. Drittliga-Saison seit ihrer Gründung im Jahr 2008: „Wir wollen das Ziel, das wir in der vergangenen Saison so knapp verpasst haben, wieder in Angriff nehmen – auch wenn die Bedingungen für uns angesichts des im Vergleich zum Vorjahr noch einmal reduzierten Etats und mit Blick auf die finanziellen Möglichkeiten der Konkurrenz wieder ein gewaltiges Stück schwieriger geworden sind.“

Ex-Hansa-Coach Pavel Dotchev favorisiert Ingolstadt und Dresden. In Bezug auf seine eigene Mannschaft Viktoria Köln hält sich der Drittliga-Rekordtrainer trotz namhafter Neuzugänge zurück: „Gute Spieler zu haben, heißt nicht, dass es automatisch auch eine gute Mannschaft ist. Wenn wir das schaffen, werden wir bestimmt auch eine gute Rolle in der Liga spielen.“

Das will auch das wohl prominenteste Gesicht in dieser Spielklasse: Torsten Frings, der beim SV Meppen das Erbe von Langzeittrainer Christian Neidhart angetreten hat. Der ehemalige Bundesliga-Star (Bremen, Dortmund, Bayern) und 79-malige Nationalspieler hat als Drittliga-Neuling einen Satz aus dem Standardrepertoire seiner Trainerkollegen schon mal verinnerlicht: „Die Liga ist wie in der vergangenen Saison unberechenbar und schwer.“