07. März 2022 / 19:28 Uhr

Lewandowski bis "Risikomanagement": Die Baustellen des FC Bayern vor dem Spiel gegen RB Salzburg

Lewandowski bis "Risikomanagement": Die Baustellen des FC Bayern vor dem Spiel gegen RB Salzburg

Patrick Strasser
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Der FC Bayern zeigte zuletzt eine schwankende Formkurve.
Der FC Bayern zeigte zuletzt eine schwankende Formkurve. © IMAGO/Passion2Press/Philippe Ruiz/RHR-Foto/ActionPictures (Montage)
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Vor dem Achtelfinal-Rückspiel in der Champions League gegen RB Salzburg zeigt der FC Bayern München ungewohnte Unsicherheiten. Der SPORTBUZZER zählt auf, wo es beim Rekordmeister aktuell hakt.

In 614 Pflichtspielen ging alles gut, im 615. Anlauf ist es passiert. Thomas Müller unterlief ein Eigentor, das dem FC Bayern München zwei Punkte raubte. Das eingesprungene Missverständnis mit dem auffangbereiten Torhüter Sven Ulreich bedeutete nach dem Freistoß von Kerem Demirbay den 1:1-Ausgleich im Spiel des Rekordmeisters in der Bundesliga gegen Bayer Leverkusen. Ein typischer Müller, allerdings nicht Tor Nummer 225, sondern erstmals in seiner Karriere ins eigene Netz. Eine unglückliche Aktion - und auch ein wenig ein Sinnbild der Lage bei den Bayern.

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"Das wird ihn nicht nachhaltig umhauen, glaube ich", sagte Bayern-Trainer Julian Nagelsmann. Denn wenn der Coach dieser Tage eines nicht gebrauchen kann, dann ist es Trübsal bei seinem Vorzeigeoptimisten, dem Gute-Laune-Sprachrohr der Mannschaft. Am Dienstagabend geht es laut Müller schließlich "um die Wurst". Nach dem 1:1 im Achtelfinal-Hinspiel vor drei Wochen bei RB Salzburg sind die Bayern im zweiten Duell mit Österreichs Serienmeister gefordert.

"Es ist ein besonderes Spiel, wir haben einen hohen Anspruch an uns selbst. Ich habe die Hoffnung, dass wir ein gutes Spiel machen werden. Ich bin sehr guter Dinge, das die Wichtigkeit der Partie jedem Spieler bewusst ist", sagte Nagelsmann am Montag. Doch das 1:1 gegen Leverkusen beweist, dass die Bayern ihre Souveränität der Hinrunde verloren haben, es knirscht und kracht spielerisch an allen Ecken und Enden. Aus der (die Gegner) erdrückenden Dominanz wurde eine (für die Münchner) bedrückende Inkonstanz.

Der SPORTBUZZER benennt die Probleme der Wackel-Bayern vor dem Salzburg-Spiel

Die fahrige Defensive: Auch in der Hinrunde fehlte hinten die Stabilität, mittlerweile wackeln die Bayern, egal ob Nagelsmann sie mit Dreier- oder Viererkette verteidigen lässt. Dayot Upamecano streut immer wieder Leichtsinnsfehler ein wie bei einem No-Look-Rückpass. "Natürlich hatte Upa in den vergangenen Wochen immer mal wieder Fehler drin, aber da gilt es, das Risikomanagement zu optimieren. Natürlich wollen wir beim FC Bayern immer spielerische Lösungen, aber man muss nicht immer ins Dribbling gehen. Wir werden ihn mit seinen enormen Qualitäten weiter unterstützen", erklärte Müller. Aber die Konstante der Defensive heißt Niklas Süle, gegen Bayer Torschütze zum 1:0. Und ausgerechnet der stabilste Verteidiger wechselt ablösefrei zu Borussia Dortmund. Immerhin: Manuel Neuer wird gegen Salzburg zurück ins Bayern-Tor kehren.

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Spielaufbau ohne Ideen: Die Bayern spielen umständlich. Es kommt kein Spielfluss zustande. Mit Alphonso Davies (Herzmuskelentzündung) und Leon Goretzka (Patellasehnenprobleme) werden zwei dynamische Stammspieler vermisst. Zudem kommt es immer wieder zu Fehlern im Aufbau und der Abstimmung. "Wir bringen uns oft durch eigene Fehler in Probleme. Im Tennis würde man von 'Unforced Errors' sprechen. Wir müssen ein Gefühl dafür bekommen, in welchen Situationen im Spiel wir Risiko gehen oder einfach auch mal einen Befreiungsschlag machen. Das Thema Risikomanagement wird in den kommenden Wochen wichtig bleiben", sagt Müller.

Fehlende Lockerheit: Süle beschreibt das von Joshua Kimmich mehrmals angesprochene Mentalitätsproblem: "Wir haben mit eine der besten 30 Minuten in dieser Saison gespielt. Nach dem unglücklichen 1:1 sind wir ein bisschen zusammengefallen, hatten zu leichte Ballverluste. Wir ermöglichen dem Gegner, wieder zurück ins Spiel zu kommen. Das darf uns nicht passieren." Vor allem Leroy Sané, zum zweiten Mal hintereinander nur Joker, wirkt gehemmt. Der Esprit ist irgendwo verloren gegangen.

Neue Torarmut: Nur zwei Tore in den letzten zwei Spielen – weder beim 1:0 in Frankfurt noch am Samstag traf Torjäger Robert Lewandowski, der zuletzt kaum mehr effektiv in Szene gebracht wird, kaum Torchancen hat und frustriert wirkt. Müller sprach am Montag von notwendigen im Offensivspiel, um den Top-Star wieder mehr ins Geschehen einzubinden. Nagelsmann: "Wenn du einen Lewy in der Mannschaft hast, dann ist es immer ratsam, ihm häufig den Ball zu geben. Er hatte im Hinspiel viel Raum, hat aber zu wenig Bälle bekommen. Das haben wir trainiert und thematisiert. Aber auch die anderen sind in der Pflicht."

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