14. Oktober 2020 / 15:26 Uhr

Die BG Göttingen vor dem Pokal-Auftakt: „Am Sonntag zählt’s!“

Die BG Göttingen vor dem Pokal-Auftakt: „Am Sonntag zählt’s!“

Eduard Warda
Göttinger Tageblatt
BG-Kapitän Akeem Vargas und Trainer Roel Moors (v. l.) werden als Teammitglieder regelmäßig getestet, BG-Geschäftsführer Frank Meinertshagen muss eine Gesichtsmaske tragen.
BG-Kapitän Akeem Vargas und Trainer Roel Moors (v. l.) werden als Teammitglieder regelmäßig getestet, BG-Geschäftsführer Frank Meinertshagen muss eine Gesichtsmaske tragen. © Pförtner
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Die Corona-Pandemie war das beherrschende Thema der traditionellen Saisoneröffnungspressekonferenz der BG Göttingen im Basketball-Zentrum. Am Sonntag steht der Pokal-Auftakt gegen Frankfurt an, das erste Heimspiel gegen Braunschweig soll vor 1000 Zuschauern ausgetragen werden.

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Langsam wird es ernst für die BG Göttingen: Am Sonntag um 15 Uhr bestreitet der Basketball-Bundesligist im BBL-Pokal sein erstes Gruppenspiel – im Rasta Dome in Vechta heißt der Gegner Fraport Skyliners. Auf der traditionellen Saisoneröffnungspressekonferenz im Basketball-Zentrum waren allerdings die Corona-Pandemie und ihre Auswirkungen auf den Spielbetrieb der deutschen Profi-Basketballer Hauptthema.

BBL-Pokal

„Die Partie am Sonntag ist für mich nicht so sehr besonders, weil es gegen meinen Ex-Klub geht, sondern weil es ein Pokalspiel ist“, sagte Rückkehrer Akeem Vargas, der von Headcoach Roel Moors zum BG-Kapitän bestimmt worden ist. „Wir hatten mit der Gruppenauslosung sehr viel Glück, und ein Sieg wäre ein großer Schritt in die richtige Richtung.“ Moors bezeichnete die Gruppe B des Pokalwettbewerbs als „offene Gruppe: Ich glaube nicht, dass es einen Favoriten gibt, aber wir wollen die Gruppe gewinnen.“ Vargas: „Am Sonntag zählt’s!“

Bilder vom Testspiel gegen Okapi BC Aalst:

Testspiel BG Göttingen – Okapi BC Aalst

Testspielsieg: Die BG Göttingen schlägt Okapi Aalst mit 85:79. Zur Galerie
Testspielsieg: Die BG Göttingen schlägt Okapi Aalst mit 85:79. © Swen Pförtner

Situation in Vechta

Der Spielort der Gruppe B, Vechta, weist momentan viele Neuinfektionen aus – hat das Auswirkungen auf die Pokalspiele? „Mit diesem Thema befassen wir uns nicht groß“, sagte BG-Geschäftsführer Frank Meinertshagen. „Wir haben ja keinen Kontakt mit Zuschauern.“ Nach seinen Informationen soll die Partie gegen Frankfurt ohne Publikum ausgetragen werden, wohingegen Vechta am Sonnabend gegen Gießen vor 500 Zuschauern spielen will. „Es wird für uns nicht großartig anders sein, als sonst auch“, so Meinertshagen.

Vorbereitung

„Die Mentalität ist sehr gut, die Spieler wollen besser werden“, sagte BG-Trainer Moors über die Vorbereitungsphase. Allerdings habe man noch viel Arbeit vor sich. „Wir wollen schnell spielen, sind aber noch nicht bereit dafür und haben deshalb viele Ballverluste. Und wir haben ein Problem mit dem Rebounding. Generell bin ich zufrieden. Wir haben viele junge Spieler, das braucht Zeit. Aber in drei bis vier Monaten müssen wir viel besser sein.“ Die kurzfristige Absage des geplanten letzten Testspiels durch den Gegner Jena empfand Moors als „nicht sehr professionell. Aber es nützt nichts: Wir müssen gegen Frankfurt bereit sein.“

Corona-Situation

„Die größte Herausforderung in den vergangenen Wochen war tatsächlich der Wechsel in Staff und Team. Das ist für uns jedoch gleichzeitig eine Chance, einen großen Schritt in der Entwicklung der Gesamtorganisation zu machen“, sagte Meinertshagen. Die größte Herausforderung in Zukunft sei demgegenüber die Frage, wie es weitergeht – die Corona-Krise erfordere ein Höchstmaß an Flexibilität: „Wer die Pandemie am besten meistern kann, wird am besten klarkommen.“

Dass die momentane Entwicklung nicht positiv ist, komme nicht überraschend, sagte der BG-Geschäftsführer. „Überrascht hat mich jedoch, dass in den vergangenen Wochen die Chance verpasst wurde, bundesweit entsprechende Konzepte auszuarbeiten. Es ist ein Drahtseilakt für die Klubs, die darauf angewiesen sind, dass ein vernünftiges Maß an Zuschauern für die Hallen zugelassen ist. Ohne Zuschauer wird es nicht funktionieren, und auch mit 1000 Zuschauern wird es nur eine Zeit lang funktionieren.“ Vargas hofft, dass er bald wieder vor vollen Tribünen spielen kann, Moors äußerte die Hoffnung, „dass es nicht über die ganze Saison geht“.

BBL-Heimspiele

„Momentan gehen wir davon aus, vor 1000 Zuschauern spielen zu können, und hoffen auf eine schriftliche Genehmigung. Wir werden uns die größtmögliche Mühe geben, und ich bin optimistisch, dass wir das gemeinsam hinkriegen“, sagte Meinertshagen. Die Verordnung gelte bis zum Tag nach dem ersten Heimspiel am 14. November gegen Braunschweig, was danach kommt, müsse man sehen. Klar sei: „Wir werden Publikum verlieren, wenn wir auf die Dauer nicht mehr als 1000 Zuschauer haben können, weil sich die Zuschauer dann vom Basketball entwöhnen.“

Wer erhält die 1000 Tickets des Derbys gegen Braunschweig? Zuerst würden Sponsoren und „VIP’s“ bedient, Dauerkarteninhaber der vergangenen Saison genössen ein Vorkaufsrecht, so der BG-Chef. „Der Rest geht in den freien Verkauf.“ Die Preise der drei Kategorien ändern sich laut Meinertshagen nicht, es gebe jedoch bei den ausschließlich zur Verfügung stehenden Sitzplätzen eine anteilige Verschiebung in Richtung der teuersten Kategorie eins. „Das hat ehrlicherweise auch finanzielle Gründe. Die Alternative wäre gewesen, bei jedem Heimspiel ein Minus zu machen, das nicht mehr darstellbar gewesen wäre.“

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Selbst bei 1000 Zuschauern in der geplanten Preiskategorisierung beliefen sich die Einnahmen im Vergleich zum Normalmodus auf weniger als ein Drittel. Meinertshagen: „Es ist eine arbeitsreiche, lehrreiche und intensive Zeit. Wir versuchen, das Beste daraus zu machen.“