22. September 2020 / 17:29 Uhr

Die BSG Chemie empfängt Carl Zeiss Jena zum Traditionsduell im ausverkauften AKS

Die BSG Chemie empfängt Carl Zeiss Jena zum Traditionsduell im ausverkauften AKS

Jens Fuge
Leipziger Volkszeitung
Marc Böttger / Boettger (BSG #11) gegen Tom Kranhnert (Jena) beim Spiel BSG Chemie Leipzig vs FC Carl Zeiss Jena II, Fußball, NOFV Oberliga Süd, 01.09.2018
Immer, wenn die BSG Chemie gegen Carl Zeiss Jena spielt, dürfen die Fußballfans rassige Szenen erwarten. © Christian Modla
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In Leutzsch herrscht eitel Sonnenschein: Die BSG Chemie Leipzig liegt momentan auf dem dritten Tabellenplatz und erwartet am Mittwoch (16.30 Uhr) den alten Rivalen FC Carl Zeiss Jena zum nächsten Regionalligaspiel. Logisch, dass der Alfred-Kunze-Sportpark ausverkauft ist...

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Leipzig. Kann Fußball schöner sein? Dritter Tabellenplatz, großartiges Wetter, 2300 zugelassene Zuschauer in der Corona-Krise, ein Traditionsduell gegen den ruhmreichen FC Carl Zeiss Jena vor der Brust: Die BSG Chemie Leipzig muss sich wie im siebten Fußball-Himmel fühlen. Lang gediente Fans reiben sich angesichts des bisherigen Saisonverlaufs tatsächlich verdutzt die Augen. Was ist da passiert?

Die Leutzscher haben eine alte Fußballerweisheit beherzigt und ihr Team punktuell verstärkt. Bewährte Dinge wie das Abwehr-Bollwerk mit dem wohl besten Regionalliga-Torwart Benny Bellot und einige talentierte Spieler (Nikolajewski, Wendt, Keßler, Kirstein) waren schon da, an der mangelnden Torgefährlichkeit des letzten Jahres wurde gearbeitet. Bisher schlugen die Offensiv-Neuzugänge (Mvibudulu, Fassbender, Surek) ein, dazu bieten Reinhard und Luis Alternativen.

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Deutlicher Sieg für die BSG Chemie Leipzig: Beim ZFC Meuselwitz setzt sich das Team von Coach Jagatic mit 4:1 durch. Zur Galerie
Deutlicher Sieg für die BSG Chemie Leipzig: Beim ZFC Meuselwitz setzt sich das Team von Coach Jagatic mit 4:1 durch. © Mario Jahn

Die Breite im Kader ist verbessert worden. So fallen Verletzungen und Ausfälle nicht mehr so negativ ins Gewicht. Beim 4:1 in Meuselwitz fehlten mit Fassbender, Petracek und Boltze drei Stammspieler. Hinzu kommt nach den ersten Erfolgen ein gewisses Spielglück. Zweifach-Torschütze Alexander Bury analysierte: „Wenn es mal läuft, gelingen dir plötzlich solche Tore wie mir, wo man gar nicht weiß, wie es passiert ist.“

Mittwoch, 16.30 Uhr, AKS, ausverkauft

Beim 1:1-Ausgleich in Meuselwitz wurde Bury von Mvibudulu per Hacke förmlich angeschossen und konnte den Kopf gar nicht mehr wegnehmen – der Ball sprang ins Netz. Unfassbar, das. Noch kurioser der zweite Treffer, als Bury den Ball über die Abwehr zu Mvibudulu chipte, und das Leder dem Torwart-Unglücksraben Guderitz zwischen den Füßen hindurch ins Netz sprang.

Davon abgesehen, gelangen der Truppe von Trainer Miro Jagatic zwei blitzsauber herausgespielte Treffer, die man so wohl jahrelang nicht in Leutzsch gesehen hat. Da ist etwas am Wachsen – man darf gespannt sein.

Gegen die erstarkenden Jenaer (zuletzt 5:1-Auswärtssieg beim BAK) sind die ungeschlagenen Chemiker gleichwohl kein Favorit. „Da ist schon jede Menge Klasse da, die sind stark“, weiß Bury, der aber auf das Selbstvertrauen und die Stärke seiner Mannschaft verweist. „Warum sollte nicht auch gegen Jena was zu holen sein?“ Zumal mit 2300 Zuschauern so viele Fans wie nie zuvor in der Coronakrise im Stadion sein dürfen und das Stadion bereits ausverkauft ist. „Mit unseren Fans im Rücken sind wir einfach noch stärker, das hat man doch bisher eindeutig gesehen“, ist sich auch Coach Jagatic sicher, dass man dem Favoriten Paroli bieten kann. Wer fit ist und wer eventuell fehlt, steht erst kurz vor dem Spiel fest. Der Trainer verrät wie immer nicht zuviel, entscheidet erst im letzten Moment.