28. Oktober 2020 / 21:32 Uhr

BSG Chemie Leipzig verliert in Halberstadt in Überzahl mit 1:2

BSG Chemie Leipzig verliert in Halberstadt in Überzahl mit 1:2

Jens Fuge
Leipziger Volkszeitung
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Die Stü+rmer der BSG Chemie konnten keine Lücken in der Halberstädter Abwehr finden... © Christian Donner Photography
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Die grün-weißen Leutzscher mussten am Mittwoch ihre dritte Niederlage in der Regionalliga Nordost einstecken. Sie verloren das Auswärtsspiel in Halberstadt mit 1:2 (0:2) Toren, obwohl sie eine Halbzeit in Überzahl spielten und spielerisch klar überlegen waren. „Das Ganze war völlig unnötig!“ sagte Trainer Jagatic dazu.

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Halberstadt. Eigentlich gebietet es die Situation, ein Hohelied auf die so erfolgreich gestartete Mannschaft zu singen. Stattdessen vor dem Anpfiff ein einziges Thema: Die verschärften Corona-Maßnahmen, die den gesamten Amateur-Sport in den kommenden Wochen komplett lahmlegen. Chemie-Schatzmeister Florian Berger in einer ersten Reaktion: „Das ist wieder ein Supergau, das trifft uns hart. Die Folgen sind derzeit gar nicht abzusehen, das ist dramatisch.“ Es gelte nun erst einmal abzuwarten, was genau beschlossen wurde und wie sich die Maßnahmen auf Chemie auswirken werden.

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Die BSG Chemie versuchte, die Hiobsbotschaften auszublenden und sich auf das Sportliche zu konzentrieren. Verteidiger Manuel Wajer gab jedoch zu: „Klar denkt man darüber nach, was da auf uns zukommt. Es wäre so schade für die Jungs, die Fans und uns alle, wenn wir diese tolle Saison so abrupt unterbrechen müssten.“

DURCHKLICKEN: Bilder vom BSG-Gastspiel in Halberstadt

Die BSG Chemie hat das Regionalligaspiel beim VfB Germania Halberstadt – trotz Überzahl in der zweiten Halbzeit – mit 1:2 (0:2) Toren verloren. Zur Galerie
Die BSG Chemie hat das Regionalligaspiel beim VfB Germania Halberstadt – trotz Überzahl in der zweiten Halbzeit – mit 1:2 (0:2) Toren verloren. © Christian Donner

Sportlich begannen die Leutzscher mit der identischen Elf vom Bischofswerda-Spiel, also mit den beiden Spitzen Kirstein und Mvibudulu. Von Beginn an entwickelte sich ein munteres Spielchen, beide Teams erarbeiteten sich gute Gelegenheiten. Surek verpasste mit seinem Schuss nur knapp (5.), der frei gespielte Hoppe schoss übers Tor (9.). Kirstein hatte dann die große Gelegenheit, die Führung zu erzielen, doch er scheiterte nach Zuspiel von Bury an Torwart Sowade (10.). Sodann versuchte es der Halberstädter Vogt, bevor es sein Mannschaftskapitän Twardzik besser machte, der nach flacher Eingabe platziert zum 1:0 einschob (29.).

Chemie spielte zu umständlich

Chemie, kurzzeitig von der Rolle, brachte keine klare Aktion mehr zustande und musste sogar das 0:2 einstecken. Die Abwehr, offen wie ein Scheunentor, gestattete dem Halberstädter Kowal einen kapitalen Sonntagsschuss, der direkt im oberen Toreck einschlug. Kurios, dass der Torschütze für sein kurzzeitiges Trikotausziehen die zweite gelbe Karte sah und so den Rest der Partie von der Tribüne verfolgen musste.

Reinhard kam für Benny Schmidt, um die Räume enger zu machen. Und tatsächlich: der erste Angriff in Hälfte zwei brachte den Anschluss. Surek flankte, Mvibudulu und Fassbender verpassten, und der Ball trudelte ins lange Eck – 1:2 (52.). Chemie versuchte nun, sich den Gegner zurechtzulegen. Wie beim Handball kreiste der Ball rund um den Strafraum, bis die beste Anspiel-Station gefunden schien. Doch Bury, Fassbender, Luis, Reinhard, Petracek fanden die Lücken nicht. Letztlich spielten die Grün-Weißen zu umständlich, zu ungenau, zu behäbig, um die Überzahl auszunutzen. So gelang dem Gastgeber der erste Heimsieg, Chemie verlor nach drei Siegen in Folge erstmals wieder. Und die Fans können sich auf das vorerst letzte Heimspiel wohl auf längere Zeit am Sonntag gegen Chemnitz freuen.

Miroslav Jagatic freute sich erst einmal nicht. „Das zweite Tor zu kriegen, war brutal. Diese Niederlage war völlig unnötig, es war ja teilweise ein Spiel auf ein Tor.“

BSG Chemie: Bellot – Boltze, Halili, Karau, Surek – Fassbender (68. Luis), Wendschuch (67. Keßler), B. Schmidt (46. Reinhard), Bury – Kirstein (68. Petracek), Mvibudulu.
Tore: 1:0 Twardzik (28.), 2:0 Kowal (44.), 2:1 Surek (52.).