05. Januar 2021 / 18:50 Uhr

Die FIFA macht´s offiziell: VfB-Lübeck-Schiedsrichterin Franziska Wildfeuer löst Bibiana Steinhaus ab und steigt international ein

Die FIFA macht´s offiziell: VfB-Lübeck-Schiedsrichterin Franziska Wildfeuer löst Bibiana Steinhaus ab und steigt international ein

Max Lübeck
Lübecker Nachrichten
Schiedsrichterin Franziska Wildfeuer gehört ab sofort der FIFA-Liste an
Schiedsrichterin Franziska Wildfeuer gehört ab sofort der FIFA-Liste an © Agentur 54°
Anzeige

Im Gespräch mit dem LN-Sportbuzzer erklärt die Schiedsrichterin, wann sie persönlich kontaktiert wurde, was dieser Aufstieg für sie bedeutet und welche Schritte nun folgen müssen, bevor der Startschuss folgen kann

Große Freude beim VfB Lübeck, große Freude aber vor allem bei Schiedsrichterin Franziska Wildfeuer! Die 27-jährige Physiotherapeutin, die für den Drittligisten pfeift, ist ab sofort fester Bestandteil der FIFA-Liste und wird in diesem Jahr erstmalig als Hauptschiedsrichterin im internationalen Geschäft Fußballspiele leiten dürfen.

Anzeige

Vorgezogenes Weihnachtsgeschenk: Franziska Wildfeuer offiziell der FIFA-Liste angehörig

„Das war für mich quasi wie ein vorgezogenes Weihnachtsgeschenk, da ich zwei Tage vor Heiligabend den persönlichen Bescheid bekommen habe“, berichtet Wildfeuer stolz gegenüber dem LN-Sportbuzzer. Zwar wurde sie bereits einige Zeit vorher vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) für die FIFA-Liste nominiert und vorgeschlagen, doch auf eine endgültige und offizielle Bestätigung von Seiten der FIFA musste sie noch warten. „Das war tatsächlich etwas nervenaufreibend für mich. Ich machte wir während dieser Zeit viele Gedanken darüber, weil das ja auch der Türöffner dafür ist, als Hauptschiedsrichterin im internationalen Geschäft zu fungieren“, erklärt die Lübecker Schiedsrichterin.

Mehr zu Schiedsrichterin Franziska Wildfeuer

Wildfeuer löst ehemalige Bundesliga-Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus ab - von der 3. Kategorie in die Elite-Klasse?

Wildfeuer, die eine eigene Physiotherapie-Praxis leitet, in der sie trotz der anhaltenden Corona-Pandemie weiterhin Behandlungen absolvieren darf, löst damit die ehemalige Bundesliga-Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus ab, die ihre persönliche Schiedsrichter-Karriere an den Nagel hing. „Viele denken jetzt, dass ich praktisch den direkten Platz von Bibiana einnehme und sie damit quasi ersetze, das stimmt so aber tatsächlich nicht“, verriet sie dem LN-Sportbuzzer. Was das im Detail heißt, lässt sie uns ebenfalls wissen: „Bibiana Steinhaus gehört der Elite-Klasse an, ich jedoch starte vorerst in der 3. Kategorie. Wie die Vereine im Fußball, müssen auch wir Schiedsrichter uns erst einmal beweisen, um aufsteigen zu können“. Nach der 3. Kategorie würde folglich der Sprung in Kategorie 2, danach dann der Aufstieg in die 1. Kategorie folgen. Erst nach Erreichen dieser Kategorie könnte der Aufstieg in die Elite-Klasse folgen – eben in die Klasse, der Bibiana Steinhaus bis zuletzt noch zugehörig war. Ein Aufstieg ist dabei immer zu Beginn eines Kalenderjahres möglich.

Online von zu Hause aus anstatt in Zürich: Englischtest und zweitägiger Lehrgang stehen an

Bevor Franziska Wildfeuer nun aber die ersten Spiele auf internationaler Bühne als Hauptschiedsrichterin leiten darf, muss sie noch einen Englischtest und einen zweitägigen Lehrgang bestehen. Beides wird Ende Januar erfolgen. „Da mache ich mir keine allzu großen Sorgen. Sowohl der Englischtest, als auch der zweitägige Lehrgang werden online ablaufen“, erklärt sie. Würde die Corona-Krise nicht den derzeitigen Alltag der Menschen bestimmen, hätte der Lehrgang in Zürich, wo der Sitz der FIFA ist, stattgefunden. „Das wäre natürlich schön gewesen, weil man dort auch alle anderen persönlich kennenlernen würde, die der FIFA-Liste angehören“, bedauert Wildfeuer etwas.

Franziska Wildfeuer im Einsatz als 4. Offizielle beim DFB-Pokal-Halbfinalspiel zwischen dem Bundesligisten VfL Wolfsburg und Zweitligist DSC Arminia Bielefeld Zur Galerie
Franziska Wildfeuer im Einsatz als 4. Offizielle beim DFB-Pokal-Halbfinalspiel zwischen dem Bundesligisten VfL Wolfsburg und Zweitligist DSC Arminia Bielefeld ©

Schiedsrichterin des VfB Lübeck bereits als 4. Offizielle international tätig

Ganz neu im internationalen Geschäft ist die 27-Jährige übrigens nicht: Bereits als 4. Offizielle kam sie zum Einsatz. Das könnte übrigens auch trotz der Befugnis, Spiele als Hauptschiedsrichterin leiten zu dürfen, in der Zukunft einige weitere Male der Fall sein. Ob jedoch als 4. Offizielle, oder als Hauptschiedsrichterin direkt auf dem Platz des Geschehens: Dieser Aufstieg ist für Franziska Wildfeuer von großer Bedeutung. „Ich freue mich riesig über den Aufstieg und bin gespannt, welche Erfahrungen ich sammeln darf“. Zu weiteren Aufstiegen – etwa in die 2. Kategorie oder gar noch höher – würde die Physiotherapeutin logischerweise auch nicht Nein sagen. Und wer weiß: Vielleicht wird sie ja eines Tages die zweite Bibiana Steinhaus…