09. Juni 2021 / 17:06 Uhr

Die Folgen der Corona-Pandemie im Amateurfußball

Die Folgen der Corona-Pandemie im Amateurfußball

Ben Brümmer
Ostsee-Zeitung
Joachim Masuch ist seit 1999 der Präsident des Landesfußballverbandes.
Joachim Masuch ist seit 1999 der Präsident des Landesfußballverbandes. © dpa
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Die Corona-Pandemie hat Spuren im deutschen Amateurfußball hinterlassen. Die DFB-Mitgliederstatistik weist negative Entwicklungen auf. Auch der Landesfußballverband Mecklenburg-Vorpommern ist betroffen.

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​Große Freude herrscht aktuell auf den zahlreichen Fußballplätzen des Landes. Seit kurzer Zeit dürfen Amateurfußballer aus Mecklenburg-Vorpommern, egal ob jung oder alt, wieder das Mannschaftstraining aufnehmen und gemeinsam gegen den Ball treten.

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Sieben Monate lang mussten sich die Freizeitkicker zuvor gedulden. Aufgrund der andauernden Corona-Pandemie war der Vereinssport untersagt worden. Eine lange Leidenszeit, die sich auch in den Zahlen der Mitgliederstatistik des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) bemerkbar macht. „Die vorliegenden Daten machen deutlich, dass wir vor großen Herausforderungen stehen“, sagt Heike Ullrich, stellvertretende Generalsekretärin des DFB und Direktorin Verbände, Vereine und Ligen.

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In der Saison 2020/21 verzeichnete der DFB 138 442 gemeldete Mannschaften. Das sind 2,5 Prozent weniger Teams als noch in der Vorsaison. In der gesamten Republik gibt es derzeit 1,81 Millionen Spielerinnen und Spieler, von denen 1,04 Millionen im Kinder- und Jugendbereich und rund 777 000 Personen im Erwachsenenbereich aktiv sind. Ein Rückgang von 10 Prozent im Vergleich zur Spielzeit 2019/20.



Laut den Verantwortlichen des DFB sind diese Entwicklungen auf die Corona-Pandemie zurückzuführen. Das fehlende Sportangebot der letzten 15 Monate sowie der im November 2020 für sieben Monate komplett untersagte Amateurfußball haben zu einem negativen Trend geführt. In der Saison 2020/21 wurden 443 392 offiziell angesetzte Partien durchgeführt. Im Vergleich mit dem vorherigen Spieljahr sind das lediglich 50 Prozent der absolvierten Begegnungen.

Auch was die Erstregistrierungen von Akteuren für den Spielbetrieb angeht, ist ein deutlicher Unterschied zu erkennen. So ließen sich in der abgelaufenen Saison 131 000 Kicker registrieren. 2019/20 waren es noch 185 000.

Bei 24 544 beim DFB gemeldeten Vereinen gibt es somit einen Rückgang von 0,74 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. In allen 21 Fußball-Landesverbänden gibt es 7,06 Millionen Vereinsmitglieder. Diese Anzahl an Aktiven stellt seit 2017 den niedrigsten Stand dar. Im Jahr 2020 erreichte man noch den Rekord von 7,17 Millionen Mitgliedern.

Negativtrends auch in MV bemerkbar

Auch beim Landesfußballverband Mecklenburg-Vorpommern (LFV) und seinen sechs Kreisfußballverbänden haben die Auswirkungen der Corona-Pandemie Spuren hinterlassen. So wurde bei der Anzahl der Vereinsmitglieder in der Saison 2020/21 (60 596) zwar ein kleiner Anstieg gegenüber der Vorsaison (60 502) verzeichnet, die Zahl der aktiven Spielerinnen und Spieler ist allerdings rückläufig. So kickten 2020 noch 26 654 Amateurfußballer gegen den Ball. 2021 waren es nur 25 259 Sportler.

Das sind die wichtigsten Transfers im kommenden Sommer in MV (Stand: 15. Juni 2021):

Justus Guth (zur TSG Neustrelitz), Matej Jazvic (zum MSV Pampow) und Stefan Voß (zum SFV Nossentiner-Hütte) sind nur einige von schon mehreren Transfers im MV-Amateurfußball. Zur Galerie
Justus Guth (zur TSG Neustrelitz), Matej Jazvic (zum MSV Pampow) und Stefan Voß (zum SFV Nossentiner-Hütte) sind nur einige von schon mehreren Transfers im MV-Amateurfußball. ©

Auch die Anzahl der gemeldeten Mannschaften für den kommenden Spielbetrieb lässt einen negativen Trend erkennen. Für die Saison 2021/22 wurden 1604 Teams auf 359 Vereine angegeben. Im Spieljahr 20/21 waren es noch 1643 Teams auf 366 Vereine und in der Saison 19/20 sogar noch 1721 Teams auf 373 Vereine.

„Die Pandemie hat in allen Lebensbereichen ihre Spuren hinterlassen und wird dies vermutlich auch nach ihrem Ende noch tun. Der Amateurfußball bildet da keine Ausnahme“, weiß LFV-Präsident Joachim Masuch, „Nun gilt es die aktuellen Entwicklungen rund um die Rückkehr in den Trainings- und Wettkampfbetrieb und die damit verbundene Euphorie – bestärkt durch den Aufstieg des F.C. Hansa Rostock – allerorts bestmöglich zu nutzen, denn mit den wiederkehrenden Spiel- und Qualifizierungsangeboten gewinnt der Fußball wieder an Attraktivität und ist nicht mehr nur in den höherklassigen Ligen bzw. Wettbewerben im TV präsent.“