01. Dezember 2020 / 10:56 Uhr

Die Fußballer des FSV Brück lassen sich von Handballern des MBSV Belzig inspirieren

Die Fußballer des FSV Brück lassen sich von Handballern des MBSV Belzig inspirieren

Jörgen Heller
Märkische Allgemeine Zeitung
Von Fußballern zu Dauerläufern: Jeder Spieler des FSV zieht bei der Lauf-App voll mit. 
Von Fußballern zu Dauerläufern: Jeder Spieler des FSV zieht bei der Lauf-App voll mit.  © Jörgen Heller
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Die Fußballer des FSV Brück 1922 absolvieren zur Überbrückung der Zwangspause eine Laufchallenge.

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Nachdem die Fußballer des FSV Brück 1922 bereits den ersten Lockdown im Frühjahr mit einer Fitness-Challenge sportlich überstanden haben, läuft wegen der zweiten Fußball-Zwangspause in der Planestadt gegenwärtig eine zweite Challenge, bei der eine Menge Kilometer gelaufen werden müssen. Der Funke zu dieser Idee wurde aber nicht auf dem Fußballrasen gegeben. Nein, Vorreiter sind die Handballer des benachbarten Märkischen BSV Belzig.

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Maximilian Leetz ist Stammkraft beim FSV, der in der Kreisoberliga auf dem neunten Platz in die Winterpause geht. Sein jüngerer Bruder Domenik bevorzugt Handball. Er ist aktuell B-Junior beim MBSV und berichtete seinem großen Bruder in der Saisonvorbereitung von der Lauf-App eines Sportartikelherstellers, womit Trainer Georg Wendland das Konditionstraining seiner Schützlinge kontrolliert. „Der Einsatz dieser App ist bei unseren Männern und B-Junioren in der Vorbereitungszeit gang und gäbe. So kann ich als Trainer immer überprüfen, ob jeder die vorgegebenen Kilometer auch wirklich gelaufen ist“, erklärt MBSV-Coach Wendland.

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Maximilian Leetz berichtete seinen Teamkollegen und Trainern während ihrer Vorbereitung im Sommer von dieser Fitnessmethode der MBSV-Handballer. „Als dann der zweite Lockdown kam, stieß bei uns Gunnar Jacobi die Idee an, im November doch nach dieser App zu laufen“, sagt der FSV-Kicker.

Ohne Umschweife schlossen sich sowohl die Kicker der ersten und zweiten Mannschaft als auch Trainer, Betreuer und sogar der Präsident des FSV Brück, Stefan Jaeck, an, um nach der Running-App zu laufen. „Wir haben darin eine Community angelegt, in der eine Rangliste einsehbar ist, wer wann wie viele Kilometer gelaufen ist“, erklärt Maximilian Leetz.

Trainer sieht große Vorteile

Um den vorerst verordneten einmonatigen Lockdown sportlich zu überstehen, begann der FSV mit der Laufaktion am 9. November. Und für die erste Woche wurde auch gleich eine ordentliche Aufgabe gestellt, die primär von den Fußballern eingehalten werden musste. Die gesamte Mannschaft sollte insgesamt 560 Kilometer bewältigen. Das bedeutete, dass jeder Kicker, beim FSV stehen 28 Spieler im Kader, 20 Kilometer Laufstrecke individuell in seiner Umgebung zurücklegen musste. „Alle waren in der ersten Woche sehr motiviert, so dass wir die Vorgabe mit insgesamt 625 Kilometern sogar überboten haben“, sagt Maximilian Leetz.

Für die zweite Woche wurden pro Spiel dann zwei Kilometer drauf gepackt, so dass jeder Spieler 22 Kilometer innerhalb von sieben Tagen bewältigen musste. „Ich beispielsweise laufe hier in der Brücker Umgebung durch den Fläminger Wald“, verrät der offensive Mittelfeldspieler des FSV.

Er und seine Mitspieler waren in Laufwoche zwei nicht mehr ganz so motiviert. „Die Vorgabe von etwa 600 Kilometern haben wir leider nicht geschafft“, gibt er offen zu.

Auch wenn die aufgestellte Gesamtkilometerzahl nicht erreicht wurde, ziehen laut Maximilian Leetz alle voll mit, und einige Mitglieder preschen mit ihren erreichten Kilometerzahlen sogar mächtig vor. „Erwähnen muss man da ganz klar Patrick Tautz, der pro Woche 60 bis 70 Kilometer abspult“, erzählt Maximilian Leetz. „Und auch wenn unser Präsident außerhalb der Konkurrenz läuft, ist er unglaublich trainingsfleißig und gibt ein ordentliches Tempo vor“, fügt er an.

Mit von der Partie ist natürlich auch der Trainer der ersten Mannschaft, Michael Wilimzig, der den Einsatz der App befürwortet. „Ich bin jetzt nicht so der Kontrollfreak. Aber wenn jeder seine Hausaufgaben über diese App macht, ist das doch eine tolle Sache“, meint er. „Jeder hält mit dieser Aktion sein konditionelles Grundlevel, auf das man, sofern es wieder losgeht, in der Vorbereitung sofort aufbauen kann“, erklärt der Coach.

Bis die Vorbereitung beginnt, sind es bekanntlich noch mehrere Wochen. Da der Fußballlandesverband Brandenburg am 20. November beschlossen hat, die Saisonunterbrechung auszuweiten und so die Winterpause frühzeitig einläutete, haben sich die Fußballer von der Plane dazu entschieden, für die dritte Woche (und auch für die folgenden) ihr Laufpensum herunterzufahren. „Wir wollen künftig weniger Gas geben und jeder soll nur noch 10 Kilometer pro Woche laufen“, sagt Maximilian Leetz. Er und der FSV Brück wollen sich beim MBSV für die Idee der Lauf-App bedanken, mit der alle ganz sicher toll durch den Winter kommen.