06. März 2020 / 17:31 Uhr

Die Fußballer-Handballer TB-WG: „Richtig gekracht es noch nie“

Die Fußballer-Handballer TB-WG: „Richtig gekracht es noch nie“

Jürgen Hansen
Peiner Allgemeine Zeitung
Marius Wolff (rot-weiß) im Spiel gegen den BSC Bülten am Ball.
Marius Wolff (rot-weiß) im Spiel gegen den BSC Bülten am Ball. © Foto: Sönke Rathje
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Bortfelds Kreisliga-Stürmer Marius Wolff wohnt in einer WG zusammen mit seinen Teamkollegen Marco Lehne und Jari Schwalm. Das Trio will sich dort gerne über einen Derby-Sieg gegen den TSV Wendezelle II unterhalten. Im PAZ-Expertentipp sagt Wolff zumindest einen 3:2-Heimsieg seiner Mannschaft voraus.

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Mehr als beachtlich haben sich die Fußballer von Kreisliga-Aufsteiger TB Bortfeld während der ersten Saisonhälfte geschlagen. So belegt die Mannschaft als Tabellenzehnter einen gesicherten Platz im Tabellenmittelfeld. Für TB-Spieler Marius Wolff ist das gute Abschneiden allerdings mit einem faden Beigeschmack verbunden. Denn verletzungsbedingt stand er gerade mal bei fünf Spielen auf dem Platz.

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„Eine Woche vor dem Saisonstart zog ich mir eine Verletzung in der Kniekehle zu, musste deshalb über zwei Monate pausieren“, erläutert Wolff Teil eins seiner Hinrundenmisere. Im Oktober feierte er sein Comeback, ehe es ihn einige Wochen darauf wieder ereilte: Zehenverstauchung – die Hinrunde war gelaufen. „Jetzt bin ich wieder fit, aber leider wird unser erstes Punktspiel am Sonntag gegen Wendezelle wohl ausfallen. Unser A-Platz ist ziemlich weich. Schade drum, Nachbarschafts-Derbys machen viel Spaß. Es ist immer Dampf drin.“

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Für den gebürtigen Braunschweiger, der seine ersten Fußball-Schritte beim TSV Timmerlah unternahm, würde sich im Fall der Absage eine sportliche Alternative bieten. Doch dafür müsste Sonntag die 2. Herren der SG Zweidorf/Bortfeld anklingeln, für die der 24-Jährige ab und an in der Regionsoberliga Handball spielt. „Diese Saison kam ich wegen meiner Verletzungen noch nicht zum Einsatz. Doch in den Jahren davor öfter, vor allem im Winterhalbjahr, wenn die Fußballer Pause machen“, berichtet der SG-Rückraumspieler, der seit seiner Kindheit parallel als Handballer und Fußballer aktiv ist.

Einen kleinen Bruch gab es, als er vor vier Jahren begann, Elektro- und Informationstechnik zu studieren. „Es wurde mir dann alles zuviel. Für die Freizeit bevorzuge ich seitdem ganz klar Fußball spielen, das macht mir mehr Spaß. Doch jedes Mal, wenn ich beim Handball zugucke, kribbelt es in den Fingern. Ganz lassen kann ich es daher nicht und helfe im Notfall bei der SG aus.“

Marius Wolff als Jugend-Handballer
Das Foto zeigt Bortfelds Fußball-Stürmer Marius Wolff vor zehn Jahren in der C-Jugend der SG Zweidorf/Bortfeld. ©

Handball als Zweit-Hobby hat auch einer von Wolffs TB-Mannschaftskameraden. Es ist Torwart Marco Lehne, der ebenfalls hin und wieder in die Bresche springt, wenn bei der SG Personalnot herrscht – und zwar als Torwart. Möglicherweise steht er diesen Sonntag zwischen den Pfosten. „Sollte unser Fußball-Spiel ausfallen wird Marco im Landesliga-Kreisderby Zweidorf/Bortfeld gegen die HSG Nord Edemissen dabei sein“, weiß Wolff, der mit Lehne nicht nur in Sachen Fußball verbunden ist.

Denn zusammen bilden sie eine Wohngemeinschaft, die ihren Sitz in einem Einfamilienhaus in Bortfeld hat. Mehr noch: Ihr TB-Mitspieler Jari Schwalm ist der dritte Mann im Bunde der Fußballer-WG, die seit November 2018 besteht. „Es läuft eigentlich ganz gut, richtig gekracht hat es zwischen uns noch nie. Doch Meinungsverschiedenheiten gibt es immer mal wieder – vor allem beim Thema Ordnung halten. Aber kein Problem, wir arrangieren uns jedes Mal“, erzählt Wolff vom WG-Alltag. Hauptthema vieler Gesprächen sei natürlich die schönste Nebensache der Welt. „Und in unserem Fernseher läuft abends die meiste Zeit Fußball. Dabei trieze ich mich so manches Mal mit Marco. Der ist nämlich Bayern-München-Anhänger, ich bin RB-Leipzig-Fan.“

Die Fußballer-Handballer-WG
Gruß vom Sofa: Bortfelds Stürmer Marius Wolff (links) wohnt mit Torwart Marco Lehne zusammen in Bortfeld in einer WG. ©

Keinen Bundesliga-Lieblingsverein hat Jari Schwalm, der in Kürze der Wohngemeinschaft adé sagen wird, da er mit seiner Freundin zusammenzieht. „Doch wir haben schon Ersatz gefunden. Unser TB-Mitspieler Dennis Otte kommt dazu. Er ist wie Marco Torwart. Ich denke, es wird genauso gut laufen wie zuvor, unsere WG dürfte noch ein paar Jährchen bestehen bleiben“, betont Marius Wolff, der vereinsmäßig ebenfalls auf Beständigkeit setzt. „Egal wie die Saison verläuft, ich werde bei der TB bleiben. Das gilt auch für den Rest der Mannschaft. Keiner wird weglaufen. Das allein schon deshalb, weil die meisten von uns Bortfelder sind.“

Marius Wolffs Kreisliga-Tipps

TSV Münstedt – TSV Eixe 2:1. „Münstedt ist zu Hause im Vorteil.“

Pfeil Broistedt – TSV Eintracht Edemissen 3:1. „Die Broistedter sind stärker, sie spielen eine gute Saison.“

TSV Hohenhameln – Fortuna Oberg 0:5. „Oberg ist spielerisch richtig gut.“

TB Bortfeld – TSV Wendezelle II 3:2. „Wendezelle hat schnelle Stürmer. Aber die haben wir auch. Und wir schießen ein Tor mehr als der Gegner.“

Auch für die folgenden Begegnungen hatte Marius Wolff Tipps abgegeben - diese sind aber inzwischen bereits abgesagt worden:

Herta Equord – TSV Sonnenberg 1:1. „Die Sonnenberger sind besser. Aber sie machen das Spiel gerne breit, das wird auf dem kleinen Equorder Platz nicht klappen.“

Arminia Vöhrum – RW Schwicheldt 3:0. „Schwicheldt hatte einige Abgänge.“

SSV Stederdorf – TSV Eintracht Dungelbeck 2:2. „Das ist eine kampfbetonte Begegnung.“

Bosporus Peine – SV Lengede II 4:2. „Bosporus ist über 90 Minuten die bessere Mannschaft.“