07. Juni 2020 / 11:23 Uhr

Die Gemeinschaft fördern: Brandenburger gründen eSport-Verein in Werder

Die Gemeinschaft fördern: Brandenburger gründen eSport-Verein in Werder

Maximilian Krone
Märkische Allgemeine Zeitung
Sebastian Heller trainiert die zweite Mannschaft vom Werderaner FC und ist leidenschaftlicher eSportler.
Sebastian Heller trainiert die zweite Mannschaft vom Werderaner FC und ist leidenschaftlicher eSportler. © Benjamin Feller, Verein/SPORTBUZZER-Montage
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eSport: Sebastian Heller und Gregory Gosciniak haben mit einigen Freunden einen eSport-Verein gegründet. Die leidenschaftlichen Zocker stellen jedoch nicht den Erfolg, sondern die Gemeinschaft in den Vordergrund.

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Ob in der Formel 1, im Basketball oder im Fußball: Besonders in der Corona-Zwangspause erlebte der eSport einen regelrechten Hype. Unter anderem Fußballer wie Real Madrid-Keeper Thibaut Courtois, der an Rennen der virtuellen Formel 1 im Spiel "F1 2019" teilnahm und sich dort mit Profis oder realen Fahrern der Königsklasse des Motorsports duellierte, oder Achraf Hakimi, der bei der eigens von der DFL ins Leben gerufenen Bundesliga Home Challenge mit sich selbst einen Doppelpack schnürte, brachten den eSport auf ein neues, höheres Bekanntsheitslevel – schließlich war es für die meisten Menschen während des Lockdowns die einzige Möglichkeit ihren Sport auszuführen.

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Auch in Brandenburg entstand vor wenigen Monaten ein eSport-Verein: "Im Januar haben wir den Verein 'BeST eSports Team' gegründet", erklärt Sebastian Heller, seines Zeichens Trainer des Werderaner FC II und leidenschaftlicher Pro Evolution Soccer (PES)-Zocker, "wir hatten einfach die Idee, der eSport interessiert mittlerweile viele Menschen und wir spielen selber gerne mit viel Leidenschaft." Heller, Gregory Gosciniak und sechs andere gründeten so den "Brandenburger eSport Team Verein e.V.".

Das Hauptaugenmerk liegt bei dem jungen Verein auf der Vermittlung von Werten, welche darauf ausgelegt sind, einen gemeinschaftlichen und vor allem gesunden Umgang mit dem Thema eSport zu ermöglichen. "Unser Motto "Become the BeST" soll nicht nur digital stattfinden – besonders wichtig ist uns der soziale Umgang miteinander!", erklärt der 32-Jährige. Derzeit bietet BeST die Spiele League of Legends, Valorant und Teamfight Tactics an, jedoch suchen die Verantwortlichen nach vielen Spielern, die innerhalb des Clubs auch ihre eigene Abteilung aufbauen. "Zu uns kann jeder kommen und wir wollen so viele Bereiche wie möglich abdecken", erklärt Heller, der selbst erfolgreicher PES-Spieler ist.

Im vergangenen Jahr nahm der Fan des FC Bayern München zum ersten Mal an einem Turnier teil und qualifizierte sich für die deutsche Meisterschaft, bei der er es unter die besten Sieben schaffte. Aufgrund seines Erfolges wurde eine Agentur auf ihn aufmerksam und nahm "Batigoal" (eine Anlehnung an den Spitznamen des Argentiniers Gabriel Batistuta), wie sein Gamer-Tag ist, unter Vertrag.

Aktuelles aus Brandenburg

Heller ist sich sicher, dass in Brandenburg "viele Talente aktiv sind, die in höheren Ligen spielen könnten." Formen möchte er mit dem Verein die Talente in zwei unterschiedlichen Bereichen. "Es gibt die Fun-Academy, für Spieler, die einfach Lust haben auf Zocken und es gibt die Pro-Academy, wo bestenfalls gescoutete Spieler aus der Fun-Academy an Turnieren teilnehmen können. Aber alles auf freiwilliger Basis", erklärt der Werderaner, der seit 2016 die Reserve des WFC trainiert.

Besonders an der Heimat liegt dem 32-Jährigen einiges. Nicht nur, dass er am liebsten mit Brandenburger Spielern und Sponsoren an Turnieren teilnehmen würde, sondern auch die Unterstützung der örtlichen Fußballvereine ist ihm wichtig. So findet am 28. Juni ein Charity-Turnier für das Spiel Teamfight Tactics statt. Dort können sich Sponsoren melden und Teams stellen, die gegeneinander antreten. Die Einnahmen kommen den örtlichen Vereinen wie dem Werderaner FC oder Eintracht Glindow zugute. Der eSport-Club ist hier noch auf weiter auf der Suche nach Sponsoren, die sich gerne unter der Telefonnummer 0176 97466631 bei Präsident Gregory Gosciniak oder per Mail an info@best-verein.de melden können.

Auch interessierte Spieler, die Lust haben in der Gemeinschaft zu zocken, können sich gern unter der Telefonnummer bei Gosciniak oder per Mail melden. "Wir wollen in Kürze auch Coachings anbieten und eigene Trainer ausbilden", sagt Heller, der sich abschließend freut, dass der Verein in kurzer Zeit schon 25 bis 30 Mitglieder hat und hofft, dass bald neue, interessierte Spieler hinzukommen.