06. Oktober 2021 / 18:37 Uhr

Die Grizzlys Wolfsburg machen Party und kaum einer merkt's

Die Grizzlys Wolfsburg machen Party und kaum einer merkt's

Jürgen Braun
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Sport, Eishockey, DEL, Grizzlys Wolfsburg-Straubing Tigers, Saison 2021/22, Eis Arena, 02.10.2021,
Die Profis der Grizzlys Wolfsburg machen sportlich Party, auf den Rängen wäre noch Platz für viel mehr Gäste. © Boris Baschin
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Punktgleich mit München an der Spitze, viele Siege, attraktives Eishockey, doch die Fans zeigen den Grizzlys Wolfsburg im Frühherbst noch die kalte Schulter. Manager Charly Fliegauf betrachtet die Situation nach deutlichen Worten zum Saisonstart nun differenziert.

In der Eis-Arena ist wieder Party, aber kaum einer merkt's... Wann kratzen die Grizzlys Wolfsburg mal an der 2000-Zuschauer-Marke? Bislang sind die Besucherzahlen beim Eishockey-Vizemeister noch mauer als üblich, der Saisonrekord liegt bei knapp über 1600 gegen Mannheim, der Schnitt liegt bei 1300. Die Auslastungsgrenze wurde nie annähernd erreicht.

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Manager Charly Fliegauf hatte sich nach dem Heimauftakt mit deutlichen Worten enttäuscht geäußert, betrachtet die Situation aber inzwischen differenziert, sagt. "Wir müssen geduldig sein." Denn: "Auch an vielen anderen Standorten sind die Hallen nicht wie erwartet ausgelastet, auch die Stadien beim Fußball nicht, auch bei unserem Fußball-Nachbarn VfL Wolfsburg nicht." Vielleicht, so befürchtet er, hätten sich die Gewohnheiten der Menschen in der langen Zeit der Pandemie ein wenig verändert. Hinzu komme, dass der eine oder andere Fan sich weiterhin noch nicht sicher ist, ob schon die Zeit ist, wieder zu Großveranstaltungen zu gehen.

Strahlmeier tanzt nach dem Sieg gegen Straubing

"Wir haben unseren Teil beigetragen", verweist der Manager auf die Reduzierung der Preise in der Fankurve. Und die war dann gegen Straubing am vergangenen Sonntag deutlich besser gefüllt als zuvor. Dennoch waren es rund 200 Besucher weniger als gegen Mannheim. Das könnte der späten Anspielzeit (19 Uhr) geschuldet gewesen sein, Sonntagabend fehlen viele Familien als Besucher. Und Straubing ist nicht der zugkräftigste Gegner. Fliegauf fügt hinzu: "Obendrein ist es jetzt noch nicht die echte Eishockey-Zeit."

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"Mehr Eigenwerbung als zuletzt können wir nicht betreiben", meint Wolfsburgs Manager, "wir können nur und wollen weiter attraktiven Sport anbieten." Die Fans, die in der Halle waren, honorierten das gegen Straubing. Die Grizzlys gingen auf dem Zahnfleisch, retteten eine 2:1-Führung über die Zeit, die 1400 Besucher machten Krach für 2000. Und sie wurden auch nach dem Spiel noch bestens unterhalten. Die ebenso ausgelaugten wie euphorischen Cracks bedankten sich auf besondere Art, Spencer Machacek kam mit Torwart-Maske zum Jubel raus, bevor dann der Held des Abends, Keeper Dustin Strahlmeier, im Spagat auf dem Eis tanzte und mit dem Anhang die Welle machte. Es war Party in der Eis-Arena, jetzt müssten nur noch mehr Gäste kommen.