04. August 2019 / 19:29 Uhr

Die große Bilanz: Brandenburger Sportler räumen bei den Finals ab

Die große Bilanz: Brandenburger Sportler räumen bei den Finals ab

Stephan Henke
Märkische Allgemeine Zeitung
Fünfkämpfer Fabian Liebig (OSC Potsdam) gewann seinen ersten deutschen Meistertitel.
Fünfkämpfer Fabian Liebig (OSC Potsdam) gewann seinen ersten deutschen Meistertitel. © Stephan Henke
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Finals 2019: Bei den Deutschen Meisterschaften in zehn unterschiedlichen Sportarten holten die Sportler aus Brandenburg jede Menge Medaillen - und freuten sich über die gute Atmosphäre.

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Ein kurzes Nicken genügte, dann wussten Fabian Liebigs Mitstreiter, was zu tun ist. Langsam trabten der Potsdamer, der wenige Minuten zuvor in überzeugender Manier seinen ersten nationalen Fünfkampf-Meistertitel geholt hatte, sowie Alexander Nobis (2.) und Fernand Mitterand (3., beide Berlin) über die Zielgerade und ließen sich vom Publikum auf dem Olympischen Platz feiern. „Wir haben uns ein bisschen abgesprochen, dass wir das nach der Siegerehrung machen, denn wie oft hat man schon die Möglichkeit, bei so einer Kulisse wie ein Top-Leichtathlet eine Ehrenrunde zu drehen – das war einfach cool“, freute sich der Potsdamer Fünfkämpfer.

"Man sieht, dass er Weltspitze ist"

Bei den Finals in Berlin gelang dem 25-Jährigen der fast perfekte Wettkampf. „Selbst im Schießen, meiner Problem-Disziplin, lief es super. Ich weiß nicht, wo ich heute noch etwas besser hätte machen können“, fasste Liebig zusammen, „und dann genau bei so einem Event gewinnen, wie krass ist das denn?“ Seine Heimtrainerin Claudia Adermann ergänzte: „Er war so sortiert und fokussiert, hat viermal geil geschossen, da sieht man, der ist Weltspitze.“

In Bildern: Das sind die Brandenburger Medaillengewinner bei den Finals 2019.

Gold (Leichtathletik): Kristin Pudenz (SC Potsdam, Diskuswurf) Zur Galerie
Gold (Leichtathletik): Kristin Pudenz (SC Potsdam, Diskuswurf) ©

Das honorierten die schätzungsweise 3000 Zuschauer auf der temporären Tribüne mit frenetischem Jubel. „Das hatte schon einen WM-Charakter, nur dass dort nicht alle deinen Namen schreien und dich bejubeln“, freute sich Liebig über die besondere Atmosphäre beim Wettkampf in seiner Heimatstadt. Bei freiem Eintritt fanden viele Zuschauer von den Leichtathletik-Wettkämpfen im Olympiastadion den kurzen Weg zu den Fünfkämpfern und sorgten für außergewöhnliche Stimmung im Zielbereich der sonst eher selten beachteten Sportart, bei der es in der anstehenden Woche bei der Europameisterschaft in Bath/England um die ersten Olympia-Tickets geht.

Unter den Fans waren auch Liebigs Familie und Freunde aus Berlin, von wo er vor zehn Jahren an die Potsdamer Sportschule wechselte. Den gleichen Weg wählte einst auch Triathletin Laura Lindemann, aus Berlin ging es in die Brandenburger Landeshauptstadt. Die 23-Jährige ist seit Jahren das Maß der Dinge im deutschen Triathlon, das bestätigte sie auch am Sonnabend, als sie ihren dritten nationalen Titel in Folge holte. „Es ist echt cool, es waren viele Leute an der Strecke, die uns angefeuert haben und die mich kannten. Und die Kulisse, durch den olympischen Park zu fahren, war richtig schön“, sagte sie in der ARD. Ihre Teamkollegin Nina Eim machte sogar einen Potsdamer Doppelsieg perfekt.

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Medaillengaranten sind seit Jahrzehnten auch schon die Potsdamer Kanuten, das bestätigten sie an der East Side Gallery. Vor der außergewöhnlichen Kulisse auf der Spree holte sich unter anderem Ronald Rauhe zwei DM-Titel, für Annika Loske gab es Silber über die nur 160 Meter lange Strecke, die im direkten Duell im K.o.-System ausgefahren wurde. „Unglaublich, dass so viele Leute da sind, das ist schon noch einmal was ganz anderes“, freute sich die Vizeweltmeisterin von 2018 über die 5000 Meter. Denn das Ufer der Spree bevölkerten tausende Zuschauer, teilweise auch Touristen, die sich sowieso den berühmten Mauerabschnitt anschauen wollten. „Hier ist viel mehr Trubel als sonst bei Deutschen Meisterschaften“, sagte Loske.

Kristin Pudenz vom SC Potsdam holte überraschend mit einer Weite von 64,37 Metern Gold im Diskuswurf vor der sechsfachen deutschen Meisterin Nadine Müller (63,99 m) und bestätigte damit eindrucksvoll ihre gute Form. Speerwerferin Annika-Marie Fuchs und Dreispringer Felix Wenzel (beide SC Potsdam) gewannen Silber. Kanu-Olympiasieger Jan Vandrey krönte sich am Sonntag an der East Side Gallery zum Meister im Canadier-Einer. Und Schwimmer Wassili Kuhn eiferte seinem Potsdamer Kollegen Christian Diener nach, der bereits am Freitag Gold über 200 Meter Rücken gewonnen hatte. Kuhn sicherte sich über die 200 Meter Lagen den nationalen Titel. Die Cottbuser Bahnradsportler waren ebenfalls erfolgreich, allen voran Emma Hinze, die zweimal Gold und einmal Silber gewannen.