13. Januar 2017 / 12:45 Uhr

Die größten Skandale beim Afrika-Cup

Die größten Skandale beim Afrika-Cup

Lissy Beckonert
Dresdner Neueste Nachrichten
Im Halbfinale des Afrika-Cups 2015 kam es zu heftigen Ausschreitungen
Im Halbfinale des Afrika-Cups 2015 kam es zu heftigen Ausschreitungen © dpa
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Der Afrika-Cup steht vor der Tür. In der Historie des Turniers gab es immer wieder Eklats. Spielabbrüche, Bestechungen oder Trikot-Sünder - das sind die größten Skandale beim Afrika Cup!

Trikot-Streit um Kamerun-Einteiler

Beim Afrika-Cup 2004 in Tunesien sorgte das Trikot der Nationalmannschaft von Kamerun für Aufsehen. Das Team von Trainer Winfried Schäfer wollte den Titel verteidigen: in Einteilern! Doch das gefiel der FIFA gar nicht. Der Weltverband bestrafte Kamerun mit einem Abzug von sechs Punkten in der WM-Qualifikation und einer Geldbuße von 200.000 Schweizer Franken (130.000 Euro). Dieses Urteil wurde später aber aufgehoben. Bestehen blieb allerdings die Geldstrafe, die Puma für den Fußballverband von Kamerun beglich.

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Das Trikot der Nationalmannschaft von Kamerun
Das Trikot der Nationalmannschaft von Kamerun © dpa

Sudanesische Spieler prügeln auf Kamerateam ein

Sudanesische Nationalspieler haben am Rande des Afrika-Cups 2008 ein ägyptisches Kamerateam angegriffen. Die Ägypter wollten vor dem Spiel der Gruppe C sudanesische Verbandsvertreter interviewen, als plötzlich die Fäuste flogen. "Wir haben mit den Funktionären gesprochen, als die Spieler auftauchten. Unsere Kameras wurden zerstört", sagte ein betroffener TV-Produzent. Es wurde um Verständnis gebeten – der Sudan habe schließlich 0:3 gegen Ägypten verloren.

Sudanesische Nationalspieler haben ein Kamerateam angegriffen
Sudanesische Nationalspieler haben ein Kamerateam angegriffen © imago

Bestechungsversuche

Reinhard Fabisch, deutscher Trainer der Fußball-Nationalmannschaft Benins, bereitete sich gerade im Hotel in Ghana auf das erste Spiel seines Teams beim Afrika-Cup 2008 vor, als er plötzlich angesprochen wurde. Was er da hörte, erschütterte Fabischs Glauben an den sauberen Sport. „Da kam ein Afrikaner in unser Teamhotel und wollte mit mir ungestört unter vier Augen reden. Es stellte sich heraus, dass es jemand von einer Wettorganisation aus Singapur war", so Fabisch. Der Afrikaner bereitete dem deutschen Trainer sogar ein konkretes Angebot vor: 20.000 US-Dollar für einen mit Absicht verursachten Elfmeter!

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Doch das war nicht der einzige Bestechungsversuch während des Turniers! Dieses Mal war den Betrügern der Bestechungsversuch 30.000 US-Dollar wert. Namibia sollte dafür in der Gruppenphase absichtlich gegen Guinea verlieren.

Bestechungsversuch: Das Team von Reinhard Fabisch sollte absichtlich verlieren
Bestechungsversuch: Das Team von Reinhard Fabisch sollte absichtlich verlieren © imago

Terror gegen Togo

An der Grenze der Demokratischen Republik Kongo zum Gastgeber-Land Angola geriet der vollbesetzte Bus des Nationalteams von Togo beim Afrika-Cup 2010 unter Maschinengewehr-Feuer.​ Dabei starben der Assistenztrainer des Teams, der Pressesprecher und der Busfahrer. Die Spieler Kodjovi Obilale und Serge Akakpo sowie sieben Delegations-Mitglieder wurden verletzt. Das Turnier fand trotzdem statt. Nach dem Anschlag war der Turnierverbleib Togos zunächst unklar. Die Spieler wollten zunächst abreisen, setzten sich anschließend aber doch für die Teilnahme am Afrika Cup ein. Togos Premierminister Gilbert Houngbo beorderte das Team jedoch in die Heimat zurück. Das blieb nicht ohne Konsequenzen: die togoische Nationalmannschaft wurde für die Kontinentalmeisterschaften 2012 und 2015 gesperrt.

Schweigeminute beim Spiel zwischen Kamerum und Gabon für die Opfer des Terror-Anschlags
Schweigeminute beim Spiel zwischen Kamerum und Gabon für die Opfer des Terror-Anschlags © imago

Sperre für umstrittenen Schiedsrichter

Der Schiedsrichter Rajindraparsad Seechurn wurde vom afrikanischen Fußballverband Caf für sechs Monate gesperrt. Der Mauritier war im Viertelfinale des Afrika-Cups 2015 zwischen Tunesien und Äquatorialguinea mit fragwürdigen Entscheidungen aufgefallen. Als er im Viertelfinale des Afrika-Cups bei einem normalen Zweikampf in der Nachspielzeit Gastgeber Äquatorialguinea einen Elfmeter zusprach, war es mehr als eine Fehlentscheidung: Die Tunesier, die bis dahin mit 1:0 geführt hatten, mussten in die Verlängerung, verloren dort die Partie noch mit 1:2. Nach dem Schlusspfiff gab es auch von Seiten der Spieler heftige Anfeindungen gegen Seechurn. Dafür wurde auch der tunesische Verband bestraft: 50.000 US-Dollar und eine schriftliche Entschuldigung. Wegen mangelnder Sicherheitsvorkehrungen musste auch Äquatorialguinea 5.000 US-Dollar Strafe zahlen.

Die tunesischen Spieler greifen SchiedsrichterRajindraparsad Seechurn
Die tunesischen Spieler greifen SchiedsrichterRajindraparsad Seechurn © imago

Schwere Ausschreitungen

Zum wohl größten Skandal in der Afrika-Cup-Geschichte kam es im Halbfinale des Turniers von 2015. Beim Spiel zwischen Ghana und Gastgeber Äquatorialguinea kam es zu schweren Ausschreitungen. Mindestens 36 Personen wurden verletzt. Was war passiert? Beim Stand von 0:3 - neun Minuten vor dem Ende - fingen heimische Fans an zu randalieren. Das ging so weit, dass die Fans aus Ghana in den Innenraum des Stadions flüchteten. Daraufhin unterbrach der Schiedsrichter das Spiel. Um das Geschehen unter Kontrolle zu bringen und die Randalierer von der Tribüne zu vertreiben, wurden Hubschrauber,Tränengas und Schlagstöcke eingesetzt. Nach knapp einer halben Stunde pfiff der Unparteiische das Spiel wieder an - für drei Minuten. Vor dem Stadion gingen die Krawalle weiter. Ghana zog ins Finale ein, doch angesichts der dramatischen Szenen stand das sportliche Geschehen vollkommen im Hintergrund.