20. Januar 2021 / 23:30 Uhr

Die Hinrunden-Bilanz des VfL Wolfsburg: Casteels war der Beste

Die Hinrunden-Bilanz des VfL Wolfsburg: Casteels war der Beste

Benno Seelhöfer und Henning Kampen
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Der beste Wolfsburger in der Hinrunde: VfL-Keeper Koen Casteels. 
Der beste Wolfsburger in der Hinrunde: VfL-Keeper Koen Casteels.  © Roland Hermstein
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Wolfsburgs Nummer 1 Koen Casteels war in dieser Hinrunde der beste VfL-Profi was den SPORTBUZZER-Notenschnitt angeht. Ein wenig überraschend: Yannick Gerhardt ist vor Wout Weghorst auf Platz zwei.

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Der Torwart war der beste Spieler des Teams – jeder Fußball-Fan weiß, was dieser Satz eigentlich über eine Mannschaft sagt. Und meistens trifft es ja auch zu, dass die Feldspieler allesamt ihre Leistung nicht gebracht haben. Aber beim Bundesligisten VfL Wolfsburg gilt das in dieser Hinrunde definitiv nicht. Ja, Keeper Koen Casteels ist mit einem AZ/WAZ-Notenschnitt von 2,74 in seinen 19 Pflichtspielen in dieser Saison der beste Wolfsburger. Aber das sicherlich nicht, weil alle anderen schlecht waren – dafür war die Hinrunde des VfL trotz Europa-League-Aus einfach zu gut.

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Bereits im November lobte Wolfsburgs Sportdirektor Marcel Schäfer seine Nummer 1. „Koen ist ein überragender Torhüter“, sagte der Ex-Profi. „Er gehört seit Jahren zu den besten in der Liga.“ Und das beweist der Keeper regelmäßig auf dem Platz. Dass er dabei auch mal in diversen Rankings weiter oben steht, interessiert den belgischen Nationalkeeper aber herzlich wenig, wie er noch vor zwei Monaten betonte: „Allgemein schaue ich nicht so viel auf Statistiken, ich schaue nur auf die Leistung.“ Und offensichtlich fährt Casteels mit dieser Vorgehensweise sehr erfolgreich.

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Gerhardt vor Weghorst

Ebenfalls sehr erfolgreich ist derzeit auch Yannick Gerhardt unterwegs. Und der Mittelfeldspieler, den Manager Jörg Schmadtke vor einiger Zeit liebevoll als „Laufziege“ bezeichnet hatte, hat sogar Hinrunden-Rekord-Stürmer Wout Weghorst auf Platz drei der Noten-Rangliste verdrängt. Gerhardt zeigte vor allem in den jüngsten Partien bärenstarke Leistungen – auch auf der für ihn eigentlich eher ungewohnten Zehner-Position –, und wusste zu überzeugen. Gerhardt sammelt gute Argumente für seine Vertragsverhandlungen, Stand jetzt wäre er im Sommer ablösefrei. Der VfL will den Ex-Kölner halten – aber nicht um jeden Preis. Gerhardt-Berater Stephan Engels hatte vor wenigen Tagen Gespräche mit dem VfL angekündigt, sagte aber auch: „Am Ende muss Yannick entscheiden, welcher Weg für ihn der beste ist.“

Auf dem dritten Platz liegt Wout Weghorst – eigentlich nur überraschend, weil man den Super-Knipser vielleicht noch weiter vorn erwartet hätte. Aber dennoch: starke Hinrunde des Niederländers. Zwölf Tore in 17 Bundesliga-Spielen sprechen eine klare Sprache. Dass er damit den VfL-Hinrunden-Rekord von Meister-Held Grafite (elf) überboten hat, macht die ganze Geschichte noch deutlicher. „Das sind schöne Fakten, das ist immer eine schöne Sache“, freute sich Weghorst nach dem Mainz-Sieg am Dienstagabend, bei dem er ebenfalls traf. Großes Lob gab’s deshalb auch von Sportdirektor Schäfer: „Wout ist jetzt seit zweieinhalb Jahren bei uns. Er schießt nicht nur Tore, sondern zieht die Jungs mit seiner professionellen Einstellung immer mit. Wir sind sehr glücklich, dass er ein Spieler von uns ist.“


Starke Einkaufspolitik

Ebenfalls stark, aber nicht auf dem Treppchen sind die beiden Neuzugänge Ridle Baku und Maxence Lacroix, die seit dieser Spielzeit in Wolfsburg kicken. Und wie. Baku hat sich direkt mit Toren und starken Leistungen auf der rechten Außenbahn eingefügt. Das ist auch Bundestrainer Joachim Löw aufgefallen, Baku durfte kurz nach seinem Wechsel von Mainz nach Wolfsburg beim 1:0-Sieg der DFB-Elf gegen Tschechien im November sein A-Länderspiel-Debüt feiern. Der VfLer war nach dem Spiel vor allem „unfassbar stolz“ und sprach von einer „großen Ehre“, denn: „Natürlich ist es ein schönes Gefühl, für die A-Nationalmannschaft aufzulaufen. Jedes Kind träumt davon, ein Traum ist in Erfüllung gegangen.“

Ebenfalls stark entwickelt – nach anfänglichen Schwierigkeiten – hat sich auch Innenverteidiger Lacroix. Der 20-Jährige hat sich mittlerweile nicht nur einen Stammplatz erspielt, sondern verdoppelte seinen Marktwert bereits von 4 auf 8 Millionen Euro. Ein Beweis für die starke Einkaufspolitik des VfL.

Berücksichtigt wurden nur Spieler mit mindestens sechs benoteten Pflichtspiel-Einsätzen. Noten gibt es ab 30 Einsatz-Minuten. In Klammern die Zahl der benoteten Spiele.