12. Dezember 2021 / 18:15 Uhr

Die Holstein Women fanden schnell in die Spur

Die Holstein Women fanden schnell in die Spur

Jan Claas Harder
Kieler Nachrichten
Früher Schock für Hannover 96 in der 4. Spielminute. Nach einer Ecke kommt Luiza Zimmermann mit dem Kopf an den Ball und kann die 1:0 Führung erzielen
Früher Schock für Hannover 96 in der 4. Spielminute. Nach einer Ecke kommt Luiza Zimmermann mit dem Kopf an den Ball und kann die 1:0 Führung erzielen © Karsten Freese
Anzeige

Zum Jahresabschluss hatten die Holstein Women noch einmal ein Spitzenspiel vor der Brust, schließlich war der Tabellenzweite Hannover 96 im Citti-Fußball-Park zu Gast. Diese Hürde nahmen die Kielerinnen jedoch in souveräner Manier und tauschten nach einem 3:2-Erfolg mit den Niedersachsen die Platzierungen.

Grundstein des Sieges war eine überaus schwungvolle Anfangsphase der Women, die der Partie von der ersten Sekunde an ihren Stempel aufdrückten. Dies hätte bereits in den ersten drei Minuten auch schon zum Torerfolg führen können, gelang dann jedoch als Luiza Zimmermann einen Eckball von Sarah Begunk energisch einköpfte (4.). Der Sturmlauf der Gastgeberinnen setzte sich weiter fort und hatte prompt das 2:0 (10.) durch Begunk zur Folge. Allerdings hätte der Treffer nicht zählen dürfen, da eine eindeutige Abseitsstellung vorlag.

Anzeige

Die Hannoveranerinnen kamen jedoch schnell zum Anschlusstreffer durch Julia Catharina Dose (13.). Es sollte jedoch der einzige durchdachte Angriff der Gäste im Laufe der 90 Minuten bleiben. Und für Dose, die es im Sommer 2018 von der SSG Rot-Schwarz Kiel in die niedersächsische Landeshauptstadt verschlug, sollte ihr dreiundzwanzigster Geburtstag kein schöner Tag werden, schließlich fanden ihre Teamkolleginnen auch nach dem Tor nicht besser ins Spiel.

Stattdessen legten die Women sofort nach. 96 konnte eine Ecke nicht resolut klären, Begunk zog aus dem Rückraum ab und drosch das Leder rechts oben in den Giebel – 3:1 (18.). Diese Führung hätte die Begunk-Elf noch vor der Pause ausbauen können, doch Zimmermann (26.), Begunk (27.) und Alina-Sophie Steiner (35.) ließen beste Gelegenheiten aus.

Auch nach dem Seitenwechsel änderten sich die Kräfteverhältnisse nicht. Die Women gaben weiter klar den Ton an, betrieben aber weiter Chancenwucher. Alia Redant (51.), Sandra Melanie Krohn (67.) und Jule Katharina Ziegler (77.) hätten sich problemlos in die Torschützenliste eintragen können. Zudem hatten die Women aber auch Pech. Nicht nur, weil Begunk mit einem Freistoß an der glänzend reagierenden Leah Bungeroth scheiterte (69.), sondern auch, weil den Women ein berichtigter Elfmeter nicht zugesprochen wurde.

Hannover kombinierte zwar insgesamt gefällig, kam aber überhaupt nicht in Abschlusssituationen. Demzufolge hatten die Zuschauer frühzeitig das Gefühl, dass die Women als Sieger vom Feld gehen werden. Den Gästen gelang nur noch Ergebniskosmetik, als ein Distanzschuss von Franziska Häckel den Weg ins Tor fand (90.).

„Normalerweise hat man als Trainer immer irgendwas zu meckern, doch diesmal habe ich an der Leistung überhaupt nichts zu bemängeln. Ich bin rundum zufrieden mit meiner Mannschaft“, bilanzierte KSV-Coach Bernd Begunk.


Schiedrichterin: Sosann El-Rawi – Tore: 1:0 Zimmermann (4.), 2:0 Begunk (10.), 2:1 Dose (13.), 3:1 Begunk (18.), 3:2 Häckel (90.) – Zuschauer: 80.