19. Mai 2020 / 18:12 Uhr

Die Hygieneregeln: Warum die Turnhalle der Leipziger Leplaystraße noch geschlossen ist

Die Hygieneregeln: Warum die Turnhalle der Leipziger Leplaystraße noch geschlossen ist

Kerstin Förster
Leipziger Volkszeitung
turnen
In kleinen Gruppen, mit viel Abstand und viel Motivation trainierte der Turn- und Gymnastikclub Leipzig zusammen mit der RSG in der Sporthalle Brüderstraße. © Dirk Knofe
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In vielen Hallen erfreuen sich die Turner bereits daran endlich wieder ihrer Leidenschaft nachgehen zu können. Doch in der Leplaystraße bleiben die Tore vorerst noch geschlossen, da letzte Angelegenheiten geklärt werden müssen. Der voraussichtliche Eröffnungstermin ist der 25. Mai.

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Leipzig. Im ganzen Land wird seit Montag oder schon länger (fast) überall wieder in der Halle geturnt, ein Spagat im „Barfußsport“ zwischen Hygieneauflagen, Abstandsregeln und Fingerspitzengefühl. „Was vernünftig ist, sollte getan werden. Man darf es aber nicht auf die Spitze treiben“, sagt Hans Müller. Der Geschäftsführer des KTV Chemnitz ist froh, dass der Trainingsbetrieb seit Montag wieder anläuft.

Die Olympiakandidaten Pauline Schäfer und Andreas Bretschneider durften mit Sondergenehmigung schon länger ran, die Bundeskader folgten vor zwei Wochen. Anders im Turn- und Gymnastikclub Leipzig (TuG), Heimstätte auch der Zweitliga-Turnerinnen. Die Leplaystraße 13 bleibt noch zu. Redebedarf. Am Dienstag gab es ein Treffen im Sportamt.

Viel Eigenverantwortung

„Es war ein sehr konstruktives Gespräch, in dem es vor allem um spezielle Desinfektionsmaßnahmen ging. Wir fangen ja nicht bei null an, haben längst Hygienerichtlinien aufgestellt und sind guter Dinge, dass die Halle zeitnah geöffnet wird“, informierte TuG-Vizepräsident Andreas Rupp. Am Mittwoch findet ein Vor-Ort-Termin statt.

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„Mit dem Hauptnutzer TuG sind erhöhte Absprachen aufgrund der Hallenbesonderheiten notwendig. Die Kommunikation ist klar und transparent. Zieltermin der Öffnung ist der 25. Mai“, kündigte Sportamtsleiterin Kerstin Kirmes an und setzt generell auf „viel Eigenverantwortung“. Im Hygieneplan geht es auch um nachhaltige, saubere Lösungen, die Reinigung der Turngeräte vornweg. Glatte Flächen sind nicht das Problem, jedoch der Bodenteppich oder der mit Kunstleder bezogene Schwebebalken erfordern Feingefühl. Die Schaumstoffgrube lässt sich nicht desinfizieren und ist vorerst tabu.

Hände waschen, Socken/Sportschuhe an und direkten Kontakt vermeiden haben oberste Priorität. Dies gilt ebenso für die benachbarte Halle Brüderstraße. Dort übten diese Woche die Turnerinnen und Gymnastinnen des Clubs. Längst nicht im gewohnten Umfang und mit dem Spezialprogramm.

Vieles ist gewöhnungsbedürftig

Doch die jungen Damen und ihr Trainerstab sind froh über den Neubeginn und geben ihr Bestes. Das alte Sprichwort „ohne Fleiß kein Preis“ hilft, die komplizierte Zeit zu überbrücken. Wenn es wieder in der „Leppi“-Turnhalle losgeht, werden nach und nach auch die Sportakrobaten sowie Cheerleader auf der Matte stehen.

Der Montag war ein Glücksgefühltag in Bad Düben. Das Team vom TV Blau-Gelb 90 um Steffen Brost durfte nach achteinhalb Wochen vor der Tür wieder in die Halle in der Durchwehnaer Straße. „Die Mädels waren begeistert und wollten alles auf einmal machen“, berichtet der Vereinschef. In Absprache mit der Stadt Bad Düben gab es grünes Licht. Vieles ist gewöhnungsbedürftig, aber „wir müssen immer die Sicherheit gewähren, um uns selber zu schützen“. Vorerst sind die Turnerinnen aus den drei Liga-Mannschaften unterm Hallendach aktiv. Bei den Kindergruppen wird weiter auf die naturverbundene Variante gesetzt. Zum Abschluss des Freilufttrainings der Großen schaute der vereinseigene Turnvater Jahn im historischen Kostüm persönlich vorbei.