24. November 2021 / 02:13 Uhr

Die irre Champions-League-Gruppe G: Wolfsburg kann sogar noch Erster werden!

Die irre Champions-League-Gruppe G: Wolfsburg kann sogar noch Erster werden!

Engelbert Hensel
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Klare Worte nach dem 0:2 in Sevilla: Wolfsburg-Kapitän Maximilian Arnold (v.).
Klare Worte nach dem 0:2 in Sevilla: Wolfsburg-Kapitän Maximilian Arnold (v.). © Roland Hermstein
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Trotz der Niederlage beim FC Sevilla kann der VfL Wolfsburg in der Champions League noch weiterkommen. Aber mit einer derart schwachen Leistung wie am Dienstagabend wird das nichts, mahnt Maximilian Arnold.

0:2 in Sevilla verloren, der Frust beim VfL Wolfsburg ist groß. Gerade einen Sieg gab es für die Niedersachsen in den bisher fünf Gruppenspielen dieser Champions-League-Saison. Doch die Gruppe G, in der der VfL vor dem letzten Spieltag Letzter ist, bleibt die irrste Gruppe der Königsklasse. Denn der Wolfsburger Fußball-Bundesligist kann sogar noch Erster werden! Auch Rang zwei oder Rang vier sind möglich - ausgeschlossen ist dagegen Platz drei, der in die Europa League führen würde.

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Trotzdem noch alles drin für den VfL in der Champions League - nach einer so schwachen Vorstellung! „Das ist ja das Schlimme heute, dass wir noch alles selbst in der Hand haben, deswegen hilft es jetzt nicht, den Kopf in den Sand zu stecken", meinte ein sichtlich gefrusteter Maximilian Arnold nach der schwachen Vorstellung gegen die Spanier kopfschüttelnd. Der VfL-Rekordspieler weiter: "Hoffentlich schlafe ich schnell ein, damit ich das heute schnell vergesse." Arnold dachte schon an das heiße Gruppenfinale gegen den französischen Meister: "Dann haben wir ein Endspiel zu Hause. Und das wollen wir für uns entscheiden. Auf jeden Fall mit mehr Mut.“

Klar ist: Am 8. Dezember braucht der VfL einen Heimsieg gegen Lille - sonst hat sich Europa für diese Saison erledigt. Bei einem Dreier wäre Wolfsburg vor Lille (wegen des direkten Vergleichs) und wäre in der K.o.-Phase dabei - zusammen mit dem Sieger des Parallelspiels Salzburg gegen Sevilla. Sollte dieses Parallelspiel aber remis enden, wäre Sevilla raus, und Wolfsburg, Lille und Salzburg hätten allesamt acht Punkte, der Vergleich dieser drei Teams untereinander würde entscheiden. Und da läge dann der VfL vor Salzburg und Lille.

Es bleibt spannend - aber wenn der VfL seine Chance aufs Überwintern in der Champions League nutzen will, muss er gegen Lille ganz anders auftreten als am Dienstagabend in Sevilla. Die deutlichste Selbstkritik übte Arnold. „Das war eine schwache Leistung von uns, ich habe keine Erklärung dafür, warum wir nicht ins Spiel reingekommen sind. Wir haben viel zu viele einfache Bälle verloren und haben nullkommanull das gespielt, was wir hätten spielen sollen", schimpfte Arnold und legte noch nach: "Ich weiß gar nicht, ob wir ein bisschen Mut hatten."

VfL Wolfsburg in Sevilla: Die Noten und Einzelkritik

<b>Pavao Pervan: </b> Pavao Pervan: War in seinem ersten Champions-League-Spiel bei den Gegentoren chancenlos. Durfte sich danach mehrmals auszeichnen – und machte das mit Bravour. Note: 3 Zur Galerie
Pavao Pervan: Pavao Pervan: War in seinem ersten Champions-League-Spiel bei den Gegentoren chancenlos. Durfte sich danach mehrmals auszeichnen – und machte das mit Bravour. Note: 3 ©

Der bislang schwächste Auftritt unter dem neuen Trainer Florian Kohfeldt habe "nichts mit Taktik oder System zu tun" gehabt, "sondern es waren individuelle Fehler. Da hätte man durch die gesamte Bank gehen können. Wir haben nichts richtig gemacht – nicht mit und auch nicht ohne den Ball.“

Nach dem Gähn-Fußball unter Ex-VfL-Trainer Mark van Bommel und dem Trainerwechsel im Oktober hatte der VfL gleich in Kohfeldts erstem Champions-League-Spiel mit dem 2:1 gegen Salzburg einen wichtigen Dreier gelandet und sich wieder in eine gute Ausgangsposition gebracht. Auch in der Liga folgten zwei Siege und ein Remis. Arnold und Co. strotzten wieder vor Selbstvertrauen. Hat das nun einen Knacks bekommen? Arnold ehrlich: "Also mehr ist es nicht geworden."


Der Mittelfeldspieler, in Sevilla selbst nicht so griffig und giftig, wie man es von ihm eigentlich kennt, hatte im Duell mit den Spaniern die Binde getragen, weil Kapitän Koen Casteels gerade wegen Corona fehlt. Arnold: "Uns muss schon bewusst sein, dass wir, nur weil wir einen neuen Trainer haben, nicht über alles hinweg fegen, sondern wir müssen schon hart arbeiten." Was in Sevilla über weite Strecken nicht zwingend der Fall war. "Und so muss ich sagen, das war heute kein Selbstvertrauen, kein Mut, das war heute ein Rückschritt."