11. September 2019 / 08:10 Uhr

Die Kicker aus Dahlen und Oschatz werfen Doberschütz-Mockrena raus

Die Kicker aus Dahlen und Oschatz werfen Doberschütz-Mockrena raus

Steffen Enigk
Leipziger Volkszeitung
Torjäger Kai Fischer (links) setzt sich energisch durch und erzielt später das entscheidende 3:1.
Torjäger Kai Fischer (links) setzt sich energisch durch und erzielt später das entscheidende 3:1. © Gerhard Schlechte
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Paukenschlag im Heidestadion! Die Spielgemeinschaft aus Dahlen und Oschatz, die ansonsten in der Kreisklasse (Staffel Ost) beheimatet ist, wirft einen hoch favorisierten Nordsachsenligisten aus dem Kreispokalwettbewerb.

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Nordsachsen. Dass nun doch noch eine Mannschaft aus Dahlen und Oschatz im Achtelfinale des Kreispokals steht, hätten wohl auch die kühnsten Optimisten nicht erwartet. Nordsachsenligist Wacker Dahlen hatte sich bereits in der ersten Runde sang- und klanglos verabschiedet, Kreisligist FSV Oschatz musste am vergangenen Sonnabend beim 2:7 die deutliche Überlegenheit des höherklassigen SV Süptitz anerkennen.

Doch nun schaffte ausgerechnet die Kombination der beiden Zweitvertretungen – die Spielgemeinschaft Dahlen II/Oschatz II – das fast Unmögliche. Die Kreisklasse-Mannschaft warf am Sonntag den Favoriten Frisch Auf Doberschütz-Mockrehna mit einem 3:1 (1:1)-Erfolg aus dem Wettbewerb und sorgte für den Paukenschlag der zweiten Runde. Der war auch deshalb so laut, weil die Gäste als Nordsachsenliga-Aufsteiger zwei Etagen höher kicken und in den vergangenen Jahren als mehrfacher Cup-Sieger und Finalist die Pokalmannschaft schlechthin waren.

Dabei triumphierte der Außenseiter vor 50 Zuschauern im Heidestadion keinesfalls durch glückliche Umstände. „Unser Sieg war völlig verdient“, meinte Steffen Wiesner, „wir hätten auch mit 5:1 gewinnen können.“ Der Chefcoach des FSV Oschatz hatte wieder selbst die Töppen geschnürt und im offensiven Mittelfeld agiert. Und er hatte durchaus prominente Gesellschaft. „Punktuell haben wir uns schon ein wenig verstärkt“, meinte der 38-Jährige. Aus seinem Oschatzer Kreisliga-Team lief Jan Röhner auf, und was noch schwerer wog: Von der Dahlener Nordsachsenliga-Mannschaft streiften Torwart Chris Föllner, Goalgetter Kai Fischer und Offensivmann Christopher Katzer das Trikot der „Zweiten“ über.

Erstaunte Fans

Und weil die Doberschützer nicht in Bestbesetzung antraten, sahen die erstaunten Fans eine Partie, die anders lief als erwartet. „Wir haben das Spiel gemacht, Doberschütz hat einfallslos fast nur mit langen Bällen agiert, mit denen wir kaum Probleme hatten. Die hatten kaum eine Großchance“, sagte Wiesner.

Die Gastgeber kombinierten dagegen schwungvoll und kamen früh zum Führungstreffer. Nachdem Kai Fischer an Gäste-Keeper Tobias Kanitz gescheitert war, prallte die Kugel an den Fuß von Jan Röhner und von dort ins Netz – das etwas glückliche 1:0 (10.). Das Team aus Dahlen und Oschatz besaß auch danach Feldvorteile, fing sich aber kurz vor der Pause durch Christoph Stange den Ausgleich ein (43.). „Da haben wir nach einem Eckball gepennt“, so Wiesner.

Halbzeit zwei begann wie die erste – mit druckvollen Angriffen der Hausherren. Nachdem Fischer im Strafraum gefoult worden war, verwandelte Mathias Polster den Elfmeter zum 2:1 (52.). Doberschütz drängte nun aufs 2:2, die Wiesner-Elf versuchte zu kontern – und hatte Dusel, dass die Gäste einen Foulstrafstoß (70.) verschossen und dann immer öfter in schnelle Gegenstöße liefen. „Wir hätten den Sack viel eher zumachen müssen“, stöhnte Wiesner angesichts zahlreicher bester Gelegenheiten, die vergeben wurden.

Fehlen einiger Stammkräfte

Mehrfach scheiterten die Gastgeber freistehend, Kai Fischer traf nur den Pfosten. Es blieb spannend, bis der Wacker-Torjäger doch noch Nägel mit Köpfen machte und in der Nachspielzeit das entscheidende 3:1 (90.+2) besorgte. Dahlen/Oschatz jubelte, Doberschütz zog konsterniert von dannen und nannte als Begründung für den enttäuschenden Auftritt das Fehlen einiger Stammkräfte.

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„Für mich wirkte das eher als billige Ausrede“, sagte Wiesner, „die haben einfach nichts auf die Reihe gekriegt, obwohl wir ein Durchschnittsalter von über 30 Jahren hatten.“ Vielleicht war aber gerade diese Routine ausschlaggebend.

Im Achtelfinale wünscht sich Steffen Wiesner nun wieder ein Heimspiel gegen einen namhaften Kontrahenten: „Am liebsten würde ich gegen meinen alten Freund Nico Bachmann spielen. Der war früher mein Coach in Süptitz.“ Und trainiert inzwischen Hartenfels Torgau, den Aufstiegs-Favoriten der Nordsachsenliga. Ausgelost wird die Runde der besten 16 am kommenden Sonnabend in der Halbzeitpause der Begegnung zwischen Blau-Weiß Wermsdorf und dem SV Süptitz.

SpG Oschatz/Dahlen II: Föllner, Müller, Schneider, Wiesner, Bahrami, Krause, Katzer, Schmidt (80. Pohl), Röhner (46. Palme), Polster, Fischer
Tore: 1:0 Jan Röhner (10.), 1:1 Christoph Stange (43.), 2:1 Mathias Polster (52., FE), 3:1 Kai Fischer (90.+2)
Schiedsrichter: Patrick Schalkowski
Zuschauer: 50

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