12. November 2020 / 10:15 Uhr

Die Landesliga ist bei Rot-Schwarz Kiel noch kein Thema

Die Landesliga ist bei Rot-Schwarz Kiel noch kein Thema

Jan Claas Harder
Kieler Nachrichten
Kristof Koop ist mit seinen fünf Toren der bisher treffsicherste RS-Schütze.
Kristof Koop ist mit seinen fünf Toren der bisher treffsicherste RS-Schütze. © Pat Scheidemann
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In der Fußball-Verbandsliga Ost wurden bis dato zwar erst sechs Spieltage ausgetragen, doch schon jetzt lässt sich feststellen, dass mit dem Preetzer TSV und dem TSV Plön durchaus die beiden Teams auf Titelkurs sind, denen im Hinblick auf die Meisterschaft vorab die besten Chancen eingeräumt wurden.

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An der Tabellenspitze thront jedoch die SSG Rot-Schwarz Kiel, die als einzige Mannschaft der Liga alle Spiele gewinnen konnte und mit nur drei Gegentoren zudem die beste Defensive stellt.

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„Mit einem derartig guten Start haben wir nicht wirklich gerechnet. Man muss allerdings auch zugeben, dass wir auch längst nicht immer überzeugend aufgetreten sind. Beim 1:0-Sieg bei der Probsteier SG hatten wir jedenfalls sehr viel Glück. Außerdem hatten wir die absoluten Topteams auch noch nicht vor der Brust, so dass man unsere Serie nicht überbewerten sollte“, bilanziert RS-Coach Benno Szodruch vorsichtig

SSG Rot-Schwarz Kiel gegen den TSV Gremersdorf

Kristof Koop (Rot-Schwarz Kiel) setzt sich durch gegen Maximilian Bormann (TSV Gremersdorf). Zur Galerie
Kristof Koop (Rot-Schwarz Kiel) setzt sich durch gegen Maximilian Bormann (TSV Gremersdorf). ©

Übrigens: Mit Preetz und Plön wären die Topteams nach dem Spielplan eigentlich die nächsten Aufgaben der Rot-Schwarzen gewesen, wenn es wegen der steigenden Corona-Erkrankungen nicht zur Saisonunterbrechung gekommen wäre.

„Vielleicht ist auch besser, wenn wir erst im nächsten Frühjahr gegen Preetz spielen, denn momentan wäre dies auch nur ein Spitzenspiel ohne Spitzenspieler“, so Szodruch. Schließlich stehen beiden Klubs wichtige Akteure nicht zur Verfügung. Beim PTSV fehlen beispielsweise Spieler wie Mittelfeldregisseur Florian Ziehmer, Stammtorwart Thorge Beuck oder Innenverteidiger Lars Brandt. Und auch die Rot-Schwarzen sind weit davon entfernt aus dem Vollen schöpfen zu können. Noch gar nicht zum Einsatz kamen in dieser Spielzeit Ove Sass, Robert Espelage, David Alexandre Ferreira und Thies Borchardt.

Sportlich läuft es gleichwohl in Meimersdorf/Kronsburg und in Preetz. Vor allem bei den Rot-Schwarzen überrascht das schon, denn im Vorjahr landete man nur auf Platz 13. Und in dieser Saison stehen nahezu die gleichen Akteure auf dem Feld, wenn man von Neuzugang Oliver Dreier einmal absieht. Doch warum läuft es in dieser Spielzeit so geschmeidig bei den Rot-Schwarzen?

„Wir haben darauf geachtet, dass wir eine charakterliche Toptruppe beisammen haben, bei der sich jeder einzelne Spieler verbessern möchte. Das Konzept kann als gelungen angesehen werden. Darüber hinaus geben wir unseren Jungs für alle möglichen Spielsituationen Lösungen an die Hand. Dass die den gewünschten Erfolg nach sich ziehen, haben unsere Spieler bereits in den Vorbereitungsspielen gemerkt. Dann wächst natürlich zwangläufig auch das Vertrauen und der Glaube an unseren Plan und die vom Trainerteam festgelegten festen Vorgaben“, so Szodruch.

Nach makellosen 18 Punkten aus sechs Partien stellt sich jedoch die Frage, ob der Lauf der Rot-Schwarzen lediglich eine Momentaufnahme ist oder ob die Meimersdorfer ernsthaft in den Titelkampf eingreifen können, mithin mit dem Aufstieg in die Landesliga liebäugeln. „Unser Ziel ist es, den Verein zu stabilisieren und zu einer guten Adresse zu machen. Wichtig wird sein, dass zunächst einmal die Voraussetzungen stimmen. Im Moment verfügen wir zum Beispiel über keine A-und B-Junioren. Das sind natürlich Dinge, die sich unbedingt ändern müssen“, sagt Szodruch, „erst wenn die Rahmenbedingen irgendwann mal stimmen, kann man sich das Ziel Aufstieg in die Landesliga setzen.“

Folglich wollen sich die Rot-Schwarzen zunächst darauf beschränken, in der Liga eine maximal gute Rolle zu spielen. Die bisherige Punktausbeute ist allein deshalb schon erstaunlich, wenn man bedenkt, dass RS oftmals mit dünnem Kader unterwegs war und sich mehrfach bei der zweiten Mannschaft bedienen musste. „Ein Riesendankeschön dafür, denn ohne die Hilfe hätte unser Erfolg gar nicht funktionieren können“, zeigt sich Szodruch dankbar. Damit derartige personelle Engpässe in Zukunft nicht weiter existieren, haben die Rot-Schwarzen noch einmal nachgelegt und ihren Kader um zwei weitere Spieler ergänzt. Eine offensive Alternative bietet sich fortan mit dem Ex-Kilianer Jesper Weishaupt. Ebenso neu bei RS ist Tim Gürntke, der zuletzt in der Oberliga für Eutin 08 auflief. Der 28-jährige Mittelfeldspieler war aber auch schon beim TSV Schilksee aktiv und über Jahre hinweg Stammkraft in der zweiten Mannschaft von Holstein Kiel.