23. Mai 2020 / 18:11 Uhr

Die Leichtigkeit ist dahin: Union Berlin grübelt nach Derby-Pleite

Die Leichtigkeit ist dahin: Union Berlin grübelt nach Derby-Pleite

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Kann nicht zufrieden sein mit dem Auftritt seiner Mannschaft: Union-Trainer Urs Fischer.
Kann nicht zufrieden sein mit dem Auftritt seiner Mannschaft: Union-Trainer Urs Fischer. © (c) Getty Images Europe/Pool
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Union Berlin war von der Corona-Pause gut in Schwung. Jetzt ist der Neu-Start mit null Punkten und null Toren komplett missglückt. Nach der Derby-Pleite gegen Hertha bittet Trainer Fischer seine Spieler zu einer Aussprache. Der Schweizer warnt vor einem Alibi-Denken.

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Urs Fischer klingt in seinem Schweizer Singsang auch dann noch kontrolliert, wenn er sauer ist. Die Enttäuschung über den Auftritt des 1. FC Union Berlin im Geister-Derby bei Hertha BSC war bei dem Aufsteiger-Trainer aber auch am Tag nach dem bitteren 0:4 im Olympiastadion noch nicht gewichen. Aufgekratzt wiegelte er Personal-Fragen ab. Seinem Team hatte er schon zuvor bei einer Ansprache im Training deutlich gemacht, dass es jetzt kein Alibi-Denken mehr geben darf.

"Wir können es jetzt noch sieben Mal erwähnen, aber es wird keine Unterstützung der Fans geben. Wir müssen uns selber pushen. Wir müssen uns selber aus dem Dreck ziehen, wenn wir fallen", sagte Fischer bei einer virtuellen Pressekonferenz der Berliner am Samstag.

Union Berlin in Noten: Die Einzelkritik zur Pleite im Derby bei Hertha BSC

Die Union-Truppe rund um Kapitän Christopher Trimmel hat bei der 0:4-Pleite bei Stadtrivale Hertha BSC zumindest eine Halbzeit lang überhaupt kein gutes Gesicht abgegeben. Für den <b>SPORT</b>BUZZER hat Ronny Müller die Leistung der Köpenicker in Noten bewertet. Zur Galerie
Die Union-Truppe rund um Kapitän Christopher Trimmel hat bei der 0:4-Pleite bei Stadtrivale Hertha BSC zumindest eine Halbzeit lang überhaupt kein gutes Gesicht abgegeben. Für den SPORTBUZZER hat Ronny Müller die Leistung der Köpenicker in Noten bewertet. ©

Gegen die Hertha blieb Union auch im zweiten Spiel nach der Corona-Pause ohne Punkt und Tor. Mit 30 Zählern befinden sich die Eisernen im Saison-Endspurt in Abstiegsgefahr. Mehr als andere Teams setzt Union auf die Unterstützung der eigenen Fans als Erfolgsfaktor. Fast trotzig hatte Fischer auch gleich nach dem Spiel auf die schon vor der Unterbrechung erreichten 30 Punkte hingewiesen: «Ich meine, unser Ziel können wir immer noch erreichen. Es gilt, alles dran zu setzen, dafür zu arbeiten», sagte der 54-Jährige.

Die große Frage bei den Köpenickern ist, wo die Leichtigkeit der Vor-Corona-Zeit geblieben ist. Gegen die Bayern (0:2) akzeptierte man die Überlegenheit des Kontrahenten. Gegen die Hertha reichte es nur für 45 Minuten robusten Widerstand. "Nach dem ersten Gegentor haben wir komplett den Kopf verloren", bemängelte Fischer.

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Am Mittwoch schon kommt der 1. FSV Mainz 05 ins Stadion an der Alten Försterei. Die Gelegenheit für eine schnelle Wiedergutmachung ist gegen einen Kontrahenten aus der eigenen Tabellenregion also günstig, aber eben auch dringend notwendig. "Ich werde mir das Spiel genau anschauen und etwas vorbereiten, um den Jungs zu helfen", versprach Fischer Aufbauarbeit. Ob der gegen Hertha angeschlagen fehlende Christopher Lenz gegen Mainz wieder spielen kann, ließ Fischer offen.

Einen mentalen Leistungsabfall wollte auch Mittelfeldmann Grischa Prömel trotz der miserablen zweiten Halbzeit nicht erkennen. "Natürlich sind wir selbstbewusst. Uns ging es die ganze Zeit nur um den Klassenerhalt, das ist nach dem Spiel nicht anders", sagte er. Das Restprogramm macht den Unionern durchaus Hoffnung. Nach Mainz kommen auch noch die in noch größerer Abstiegsgefahr schwebenden Teams des SC Paderborn und Fortuna Düsseldorf im Juni in die Alte Försterei.