11. Oktober 2019 / 06:59 Uhr

Die Leiden des jungen Werners – Traumstart wird für RB Leipzigs Stürmer zum Bumerang

Die Leiden des jungen Werners – Traumstart wird für RB Leipzigs Stürmer zum Bumerang

Anton Zirk
Leipziger Volkszeitung
Timo Werner hat derzeit vor dem Tor wenig Fortune.
Timo Werner hat derzeit vor dem Tor wenig Fortune. © Getty Images
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Timo Werner steht mit seiner fünf Pflichtspiele andauernden Torpause sinnbildlich für RB Leipzigs erste kleine Ergebniskrise. Doch überzogene Kritik am 23-Jährigen lässt nicht nur seine stabile Quote, sondern auch eine Schwächephase seiner Sturmkollegen außer Acht.

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Leipzig. Das Prestige-Freundschaftsspiel gegen Argentinien (2:2) am Mittwoch verpasste Nationalstürmer Timo Werner wegen eines grippalen Infekts, ob er am Sonntag in der EM-Qualifikation wieder eingreifen kann, ist offen. Auch unabhängig vom Gesundheitszustand waren es zuletzt nicht die Wochen von RB Leipzigs Top-Torschützen.

Einem überragenden Saisonstart mit sieben Treffern in vier Pflichtspielen und der finalisierten Vertragsverlängerung um ein Jahr folgte eine nunmehr fünf Pflichtspiele andauernde Torpause, die am vergangenen Wochenende beim 1:1-Unentschieden gegen Bayer Leverkusen in einer vorzeitigen Auswechselung des sichtlich entnervten Angreifers gipfelte.

Unglücklich gegen Lyon, Déjà-vu gegen Leverkusen

Wenige Tage zuvor hatte Werner in der Champions League bei der 0:2-Niederlage gegen Olympique Lyon hochkarätige Möglichkeiten, das Spiel in eine andere Richtung lenken. Er vergab gegen den französischen Traditionsclub jedoch gleich mehrfach weitgehend unbedrängt und aus vollem Lauf – eigentlich die Paradedisziplin des sprintstarken Stürmers. Trainer Julian Nagelsmann hatte sich deshalb direkt nach dem Spiel vor seinen Goalgetter gestellt: „Ich reiße ihm nicht den Kopf runter. Mal bist du der Held, mal bist du der Depp. Das nächste Mal darf er dann wieder der Held sein.“

BILDER von Timo Werner im DFB-Dress

Timo Werner erlebte in den letzten beiden Spielen der WM-Qualifikation erfolgreiche Momente im DFB-Dress. (@ dpa) (3) Zur Galerie
Timo Werner erlebte in den letzten beiden Spielen der WM-Qualifikation erfolgreiche Momente im DFB-Dress. (@ dpa) (3) ©
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Allein, statt sich zum Heldenstatus zurück zu ballern, erlebte Werner beim „nächsten Mal“ – in der Bundesliga gegen Leverkusen – ein Déjà-vum, als er auch Bayer-Torwart Lukáš Hrádecký aus bester Position nicht überwinden konnte. Statt über Platz zwei in der Bundesliga-Torschützenliste wurde nun über über das Ranking der vergebenen Großchancen gesprochen, welches der Bullen-Stürmer laut „sofascore.com“ mit acht ungenutzten Möglichkeiten anführt.

Fokus auf Werner

Jedoch wird vorschnelle und überzogene Kritik den bisherigen Saison-Leistungen des Nationalstürmers alles andere als gerecht. Werner kommt im Schnitt immer noch alle 118 Pflichtspiel-Minuten auf ein Tor und trifft damit aktuell deutlich regelmäßiger als in den beiden vergangenen Spielzeiten (2018/2019 alle 163 Minuten; 2017/2018 alle 162 Minuten).

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Vielmehr sind Werners phänomenale Quote zu Saisonbeginn und die damit gestiegenen Erwartungen in der aktuellen Effizienz-Debatte zu einer Art Bumerang geraten. Sturmkollege Yussuf Poulsen – in der vergangenen Bundesligasaison mit 15 Treffern immerhin zweitbester RB-Schütze – fliegt da trotz bisher nur einem Treffer in neun Pflichtspielen deutlich unter dem Radar. Ganz zu schweigen von den übrigen Angreifern. So wartet auch Matheus Cunha trotz mittlerweile fünf Pflichtspieleinsätzen weiterhin auf seinen ersten Torerfolg und hat wie Werner gegen Leverkusen die ein oder andere Hundertprozentige vergeben.

Toranteil nicht außergewöhnlich

Dass Werner im Zentrum der Beobachtung steht, liegt neben seinem starken Saisonstart vor allem an seiner immensen Bedeutung für Erfolg und Misserfolg der Leipziger. Wie abhängig die Roten Bullen von ihrer Lebensversicherung sind, zeigt ein Blick auf die Statistik. Immer, wenn der 23-Jährige in dieser Saison getroffen hat, gingen die Messestädter als Sieger vom Platz. Dem gegenüber konnte RB nur zwei Duelle ohne Tor des Topstürmers für sich entscheiden – den 3:0-Auswärtssieg gegen ein stark ersatzgeschwächtes Werder Bremen und das 3:2 in der ersten Pokalrunde gegen den VfL Osnabrück. Ansonsten gab es zwei Unentschieden und zwei Niederlagen.

Fotogalerie: Timo Werner bei RB Leipzig

2016 Juli: Werner beim Training (@GEPA Pictures) Zur Galerie
2016 Juli: Werner beim Training (@GEPA Pictures) ©

Fast überraschend ist in diesem Zusammenhang, dass Werner trotz dieser Bilanz mit einem Anteil von 33 Prozent der insgesamt 15 in der Bundesliga geschossenen RB-Tore nicht sonderlich hervorsticht. So steuerten beispielsweise Sebastian Andersson für Union Berlin, Florian Niederlechner für den FC Augsburg und nicht zuletzt Robert Lewandowski für den FC Bayern München allesamt über 50 Prozent der Tore ihrer Teams bei.

Geduld gefordert

Bei den Roten Bullen sieht man die Torpause des Leipziger Topstürmers wohl auch deshalb bisher ähnlich gelassen wie die erste kleine Ergebniskrise. So macht sich beispielsweise Teamkollege Tyler Adams im Interview mit dem Sportbuzzer keine Sorgen um Werners Qualität: "Timo kann jederzeit einen Hattrick machen – alles eine Frage der Zeit."

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