24. April 2021 / 09:01 Uhr

Die Leun-Zwillinge: SC DHfK Leipzigs Talente auf dem Weg in die Bundesliga

Die Leun-Zwillinge: SC DHfK Leipzigs Talente auf dem Weg in die Bundesliga

Tilman Kortenhaus
Leipziger Volkszeitung
Daumen hoch: Die beiden Top-Talente aus dem Leipziger Elitekader Finn-Lukas und Jakob-Jannis Leun haben ihre ersten Profiverträge erhalten.
Daumen hoch: Die beiden Top-Talente aus dem Leipziger Elitekader Finn-Lukas und Jakob-Jannis Leun haben ihre ersten Profiverträge erhalten. © SC DHfK Leipzig
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Die Nachwuchsspieler Jakob-Jannis und Finn-Lukas Leun vom SC DHfK Leipzig konnten bereits in dieser Saison erste Bundesliga-Erfahrungen sammeln. Im SPORTBUZZER-Interview sprechen die Zwillinge darüber, wie sie zu den Grün-Weißen kamen und wie ihre Pläne für die nächsten Jahre aussehen.

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Leipzig. Die Nachwuchsabteilung der DHfK-Handballer hat in den vergangenen Jahren bereits mehrere Bundesliga-Profis hervorgebracht. Der wohl größte Name: Franz Semper. Linkshänder, im rechten Rückraum aktiv, flink und mit einem berüchtigten Schlagwurf. Eigenschaften, die auch Jakob-Jannis Leun und Finn-Lukas Leun verkörpern und schon bald in die Fußstapfen des Nationalspielers treten könnten. Die 18-jährige Zwillinge sammelten in dieser Saison erste Bundesliga-Erfahrungen und unterschrieben jüngst ihre Profiverträge bei den Grün-Weißen. Im Doppelinterview mit dem SPORTBUZZER sprachen sie über Verwechslungsgefahr, spielerische Unterschiede, Zukunftspläne und erste Verletzungen.

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SPORTBUZZER: In der Handball-Welt ist Dirk Leun ein bekannter Name, die Bundesliga-Damen in Buxtehude trainiert er seit 2008. Nun spielen seine Söhne in Leipzig Handball. Wie kam es dazu?

Jakob-Jannis: Unser Vater hatte natürlich immer einen großen Einfluss auf uns und hat uns früher in Buxtehude sogar auch trainiert. Im März 2018 waren wir dann für eine Probewoche in Leipzig, hatten uns aber auch drei andere Vereine angeguckt. Letztendlich haben wir uns für den SC DHfK entschieden, weil das Umfeld hier am besten ist, wir uns unglaublich wohl gefühlt haben und hier optimale Bedingungen herrschen.

War denn immer klar, dass Sie zum selben Verein wollen oder wäre eine Trennung vorstellbar gewesen?

Finn-Lukas: Wir haben nicht von vornherein gesagt, dass wir unbedingt im selben Verein spielen müssen. Wir haben uns für den Verein entschieden, der uns am besten gefallen hat – es war aber irgendwie logisch, dass wir uns am selben Ort wohlfühlen.

Jakob-Jannis: Wir verbringen sehr viel zeit miteinander, sind eigentlich immer am selben Ort. Im Training, im Internat, in der Schule. Da entwickelt man den selben Geschmack. (lacht)

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Der Wechsel nach Leipzig hat sich längst bezahlt gemacht. Inzwischen hattet ihr sogar erste Bundesliga-Einsätze. Wann wurde klar, dass Sie spielen dürfen?

Finn-Lukas: Als Corona beim SC DHfK im November voll eingeschlagen hat, war der Trainingskader extrem dezimiert. Dementsprechend sind mehrere Spieler aus der U23 und der A-Jugend in den Kader aufgerückt. Ich hatte das Glück, auch dabei zu sein. Da Martin Larsen länger ausgefallen ist, hatte ich sogar die Möglichkeit gleich mehrere Spiele Bundesliga dabei zu sein.

Und bei Ihnen, Jakob?

Jakob-Jannis: In meinem Fall hatte sich Martin Larsen dann am Knie verletzt. Das Spiel in Lemgo war an einem Donnerstag, ich habe am Montag den Anruf erhalten, dass ich mitfahren soll und darf. Ein paar Wochen vorher hatte ich bereits ins Training der Profis geschnuppert.

Nach den kurzen Auftritten in der Bundesliga sind Sie beide länger ausgefallen. Lag es an der ungewohnten Härte der Profis?

Jakob-Jannis: Ich hatte mich im Spiel verletzt, das war einfach eine sehr unglückliche Situation. Mit der Härte der Bundesliga hatte das definitiv nichts zu tun, aber natürlich merkt man, dass hier auf einem ganz anderen Level gespielt wird. Inzwischen bin ich aber wieder fit und zurück im Training.

Finn-Lukas: Mein Herz war nach meiner Corona-Infektion noch etwas angeschlagen und ich musste die sportliche Belastung herunterfahren. Seit Ende der letzten Woche kann ich aber wieder trainieren und will jetzt mit der A-Jugend durchstarten.

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Es handelt sich vermutlich um die letzte Saison in der A-Jugend. Was ist für die kommenden Jahre beim DHfK geplant?

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Jakob-Jannis: Im nächsten Jahr werden wir vor allem in der U23, aber auch weiter in der A-Jugend spielen. Wir müssen jetzt schauen, wie wir uns handballerisch entwickeln. Die Spiele in der Bundesliga haben mich aber enorm angespornt. In Kiel dabei zu sein, hat mir nochmal gezeigt, wofür wir so hart arbeiten. Die Vorstellung, dass da noch 10.000 Zuschauer die Halle füllen – das will ich unbedingt erleben. Dafür geben wir im Training alles.

Apropos Training: André Haber hatte in der Vergangenheit schon gescherzt, dass Sie kaum zu unterscheiden sind. Wissen die Mitspieler eigentlich immer welcher Zwilling gerade auf der Platte steht?

Jakob-Jannis: Im Training bei den Profis war der Vorteil, dass Finn und ich nie gleichzeitig da waren. Dadurch wussten alle, wer von uns wer ist. Aber es hat ein paar Tage gebraucht, bevor der Wechsel allen klar war. Wenn wir in der Zukunft beide im Training sein sollten, dann müssen die Jungs halt auf unsere Schuhfarbe gucken. (lacht)

Es hilft aber auch nicht unbedingt, dass Sie beide im rechten Rückraum spielen. Was sind denn die Stärken des Zwillings?

Finn-Lukas: Ich glaube Jakob ist der kompaktere Spieler, obwohl wir eigentlich gleich viel wiegen. Er ist definitiv besser in der Abwehr – da kann ich mir noch einiges abschauen. Im Angriff hat er seine Stärke vor allem im Schlagwurf.

Jakob-Jannis: Finn erkennt in der Abwehr sehr schnell, was er machen muss, reagiert sehr schnell auf die Spielzüge der Gegner. Auch im Angriff hat er einen sehr guten Überblick über das Spielfeld. Davon kann ich noch lernen.