30. April 2022 / 16:29 Uhr

Die Luft ist raus! Lok Leipzig verliert gegen Hertha II mit 0:2

Die Luft ist raus! Lok Leipzig verliert gegen Hertha II mit 0:2

Rainer Kelch
Leipziger Volkszeitung
aCH1_1041
Ein Bild mit Symbolcharakter: Lok Leipzig spielte sich gegen die zweite Mannschaft von Hertha BSC zahlreiche gute Möglichkeiten heraus, ein Treffer blieb Ihnen jedoch verwehrt.
Anzeige

Trotz deutlicher Chancenüberlegenheit mussten sich die Probstheidaer den clever agierenden Gästen aus der Bundeshauptstadt geschlagen geben. Man merkte dem Team von Almedin Civa deutlich das Bemühen an, doch wohl auch aufgrund der zahlreichen Spiele in den letzten Wochen ließen die Blau-Gelben die letzte Konsequenz im Abschluss vermissen. 

Leipzig. Der 1. FC Lok Leipzig hat sein vorletztes Heimspiel mit 0:2 gegen die zweite Mannschaft von Hertha BSC verloren. Die Blau-Gelben zeigten dabei offensiv ein sehr gutes Spiel, erarbeiteten sich zahlreiche Chancen, belohnten sich aber nicht mit Toren. Das rächte sich, als Hertha in der zweiten Halbzeit zweimal eiskalt zuschlug.

Anzeige

Piplica bleibt bei Lok - Civa ändert die Grundformation

Eine gute Nachricht in Sachen Kader gab es schon am Freitag zu vermelden: Bei Mittelfeld-Abräumer Zak Paulo Piplica zog Lok die Option auf ein weiteres Jahr – sein Vertrag läuft damit bis Ende der nächsten Saison. Piplica, der im vorletzten Spiel bei Energie Cottbus zuerst sein erstes Regionalliga-Tor schoss und sich wenige Minuten später den Knöchel brach, absolvierte in dieser Spielzeit 34 Partien für die Blau-Gelben und entwickelte sich dabei mit seiner aggresiv-kämpferischen Spielweise zu einem Leistungsträger.

JETZT Durchklicken: Die Bilder zur 0:2-Niederlage der Probstheidaer!

Zahlreiche Chancen spielte sich der 1. FC Lok Leipzig im Heimspiel gegen die zweite Mannschaft von Hertha BSC heraus. Doch eine schlechte Chancenverwertung und clever agierende Gäste führten zur 0:2-Heimniederlage. Zur Galerie
Zahlreiche Chancen spielte sich der 1. FC Lok Leipzig im Heimspiel gegen die zweite Mannschaft von Hertha BSC heraus. Doch eine schlechte Chancenverwertung und clever agierende Gäste führten zur 0:2-Heimniederlage. ©

In der Aufstellung wirbelte Almedin Civa, entgegen sonstiger Gewohnheiten, einiges durcheinander: Die sonst gesetzten Djamal Ziane und Theo Ogbidi mussten ebenso auf der Bank Platz nehmen wie die Offensivkollegen Bogdan Rangelov und Eric Voufack. Zudem agierte Lok nicht in der gewohnten 4-2-3-1-Formation, sondern mit Dreierkette hinten, einem Vierer-Mittelfeld und dem freischaffenden Künstler Sascha Pfeffer hinter nominell zwei Stürmern. Und das funktionierte von Beginn an hervorragend: Schon in der ersten Minute bekam Osman Atilgan den Ball frei vorm Tor serviert, war wohl aber selbst erschrocken über eine solche Chance und verpasste den direkten Abschluss.

Anzeige

Anschließend die junge Hertha mit viel Ballbesitz, aber Lok zweikampfstärker, mit besseren Ideen und mehr Zug zum Tor. Und wieder mit einem Riesen von Atilgan, der wiederum freistehend vergab (24.). Und so ging es weiter und weiter: Luca Sirchs Kopfballnach einem indirekten Freistoß kratzte ein Hertha-Verteidiger von der Linie (32.). Tom Nattermann kam nach einem feinen Atilgan-Pass einen Schritt zu spät (41.) und Atilgan selbst verzog noch einen Riesen per Außenrist (44.). Hertha nur mit einer echten Möglichkeit durch Scherhant. Lok mit einer super ersten Hälfte und einem Problem, das schon in den letzten Heimspielen aufblitzte: Man erarbeitet sich zig Chancen, nutzt sie aber viel zu selten.

Lok wird klassisch ausgekontert

Die zweite Hälfte begann so, wie die erste geendet hatte: Lok drückte und erspielte sich Chancen. Aber Atilgan scheiterte wiederum an Keeper Palmowski (52.), Bergers Pass in den Rücken der Abwehr fand leider keinen Abnehmer und Nattermanns Kopfball aus drei Metern wurde pariert (60.). Und wie sagt die alte Fußball-Weisheit: Machst Du vorne das Tor nicht, frisst Du es irgendwann hinten. Wie aus dem Nichts ging Hertha in Führung: Die harmlose Situation im Strafraum schien eigentlich schon geklärt, als Gayret einfach mal draufhielt – den Flachschuss konnte Jan-Ole-Sievers nicht abwehren, der Ball zappelte im Netz (64.).

Und es sollte noch schlimmer kommen: Nach einem Lok-Fehlpass fuhr Hertha einen Konter wie aus dem Bilderbuch, am Ende vollstreckte Scherhant (69.). Lok danach noch mit einigen weiteren Möglichkeiten, aber selbst mit einer weiteren Stunde Spielzeit wäre es wohl nichts geworden mit einem eigenen Tor.

Die Stimmen nach Spielschluss:

Hertha-Trainer Ante Covic: In der ersten Halbzeit hatte Lok klar bessere Torchancen als wir. Für die zweite Halbzeit hatten wir uns vorgenommen es besser zu machen. Das hat gut geklappt.

Almedin Civa: Wir haben sehr viele gute Sachen gemacht in der ersten Halbzeit, treffen aber im Strafraum zu viele schlechte Entscheidungen. Bei den Gegentoren ärgere ich mich, weil wir sie praktisch hergeschenkt haben. Leider zieht sich das durch die letzten Wochen: Wir nutzen vorne unsere Chancen nicht und sind in der Defensive nicht konzentriert genug.