20. April 2020 / 11:20 Uhr

Die Muldentalliga 1996/1997: SV Grimma II siegte vor Brandis und Falkenhain

Die Muldentalliga 1996/1997: SV Grimma II siegte vor Brandis und Falkenhain

Henry Lickfeldt
Leipziger Volkszeitung
Muldentalmeister 1996/1997 wurde der SV Grimma II.
Muldentalmeister 1996/1997 wurde der SV Grimma II. © Bettina Finke
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Auch im dritten Jahr der Muldentalliga der Männer wurden sportliche Höhepunkte und Talfahrten registriert, viele Tore geschossen und die Fußballfans vor Ort begeistert. Der SPORTBUZZER blickt 23 Jahre in die Vergangenheit zurück.

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Grimma. Auch im dritten Spieljahr 1996/97 der Muldentalliga der Herren gab es Höhepunkte, Anekdoten, viele Tore und begeisterte Fans. Neu im Starterfeld waren die Aufsteiger Falkenhainer SV mit Trainer Erich Groß, der SV Klinga-Ammelshain, sowie wieder Bezirksklassen-Absteiger TSV Rot-Weiß Brandis. Vor Saisonbeginn wurden als Meisterschaftsfavoriten die SG Blau-Weiß Altenhain mit Trainer Manfred Walter sowie Vizemeister SSV Thallwitz mit Coach Volkmar Heller gehandelt. Doch es sollte ganz anders kommen.

Die Truppe des SV 1919 Grimma II unter Regie der Trainer Bernd Lorenschat und Dieter Piecha stellte mit 19 ungeschlagenen Begegnungen und daraus resultierenden 49 Punkte einen Startrekord auf. Mit Olaf Näther, Torsten Gießner, Peter Böhme sowie Uwe Lauzeit führten vier Routiniers die Grimmaer Reserve vorzeitig zum Staffelsieg. Besonders die Nachwuchsspieler Daniel Wohllebe (19), Keeper Ronny Winkler (20), Maik Lichtenberger (20), Torjäger Heiko Schlüter (18), Stefan Vietel (18), Matthias Paul (21) und Torjäger Ingo Krahl machten viel Dampf. Der SV 1919 Grimma II (66 Punkte) wurde vorzeitig Meister und damit Aufsteiger zur Bezirksklasse.

Thallwitzer liefen Spitzenteams hinterher

Zufriedene Gesichter auch auf den Medaillenplätzen: TSV Rot-Weiß Brandis landete auf Platz zwei mit Torschützenkönig Uwe Schumann und Aufsteiger Falkenhainer SV – beide mit je 64 Punkten – auf Platz drei. Dagegen erfüllten sich die Hoffnungen auf den Titel trotz guter Zugänge für Blau-Weiß Altenhain auf Platz vier noch nicht. Vor allem der Vietnamese Lap Nguyen schlug als Spielgestalter gleich gut ein. 18 Tore markierte Marco Kästner und 14 Tore Sven Reiche. Dazu kam die überragende Mittelfeldreihe mit Falk Danneberg, Frank Emrich, Thomas Brose und Rico Chowaniec sowie immer eine tolle Heimkulisse.

Thallwitz hatte schon einen großen Rückstand zur Halbzeit auf den ungeschlagenen Herbstmeister SV 1919 Grimma II und musste sich mit Platz fünf begnügen, auch weil Ex-Torschützenkönig Michael Röse nach stattlichen 16 Toren in der Hinrunde in der Winterpause zum Landesligisten ATSV Wurzen wechselte. Für Matthias Reichardt, Dietmar Röhrborn, Carsten Haake, Marcus Steyer und Co. eine bittere Enttäuschung.

Frischer Wind wehte im Seumepark. Der Hohnstädter SV kletterte auf Platz sechs vor, der kroatische Zugang Ranko Balog sorgte für Aufsehen. Torwart-Legende Jörg Lechner, Rico Scheufler, Rene Medicke, Silvio Pätzold, Uwe Saalbach und Torjäger Silko Stein mit seinen 16 Toren waren weitere Stützen. Im Abstiegskampf traf es am Saisonende Schlusslicht SV Großbardau mit Trainer Hartmut Haupt und SV Sachsen Püchau mit Coach Thomas Bär. So müssen Carsten Thieme, Frank Brett, Jörg Glasner, Steve Doetsch und Gerd Bernhardt und Co. nächstes Spieljahr eine Klasse tiefer spielen.

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Bei den 240 Spielen wurden 18 161 Zuschauer (im Schnitt 76) gezählt. Der Zuschauerrekord von 438 wurde im Spiel Altenhain gegen den Grimma II erzielt. Zu Altenhain gegen den Falkenhain kamen 250 Fußballfans, zu Thallwitz gegen Grimma II 180 Anhänger. Insgesamt liefen 415 Akteure auf. Im Spieljahr gab es 15 Rote Karten, 34 Gelb-Rote und 662 Verwarnungen (gegenüber dem Vorjahr 200 mehr). Zur Galerie
Bei den 240 Spielen wurden 18 161 Zuschauer (im Schnitt 76) gezählt. Der Zuschauerrekord von 438 wurde im Spiel Altenhain gegen den Grimma II erzielt. Zu Altenhain gegen den Falkenhain kamen 250 Fußballfans, zu Thallwitz gegen Grimma II 180 Anhänger. Insgesamt liefen 415 Akteure auf. Im Spieljahr gab es 15 Rote Karten, 34 Gelb-Rote und 662 Verwarnungen (gegenüber dem Vorjahr 200 mehr). ©

Durch den Einsatz unberechtigter Spieler gab es manchen Punktabzug für einige Teams. Bei Großbardau fehlen so fünf und der Abstieg stand beizeiten fest. Fuchshain (25), Neuling Klinga-Ammelshain, SV Lüptitz und nach wichtigen Spielerabgängen das geschwächte Blau-Gelb Großzschepa (alle nur 28) mussten lange zittern. Insbesondere die Lüptitzer um Trainer Lutz Prenzel und den Stützen Frank Winkler, Kapitän Mario Ufert, Keeper Torsten Preil, Rico Micke, Matthias Grützner, Steffen Gläser, Silvio Gömmel, Fathi Bouslimi, Frank Berger und den Brüdern Bernhard, Olaf und Stefan Krüger knieten sich im Abstiegskampf mit großer Kampfmoral hinein und erreichten durch das spektakuläre 4:3 gegen Püchau auf Platz zwölf das rettende Ufer.

Lap Nguyen in der Schaltzentrale von Altenhain

Erfreulicherweise gab es keinen Spielabbruch. Blau-Weiß Altenhain präsentierte Chemie-Legende Manfred Walter aus Wurzen als Trainer und hatte den größten Anhang. Torjäger Marco Kästner, Dirk Schwersky, der Vietnamese Lap Nguyen und Mario Rottmann machen im Angriff viel Druck.

Einen Viererpack erzielten die Torjäger Michael Röse (Thallwitz), Ingo Krahl (Grimma II) und Uwe Schumann (Brandis) jeweils alle am 9. Spieltag. Der Verband führte die Saisoneröffnung in Altenhain durch: Die Sportfreunde Helmut Frees (Präsident der FV) und Ulrich Mews (Staffelleiter) führten den symbolischen Ehrenanstoß aus. Außerdem liefen 16 Nachwuchskicker mit den 16 Schildern der Gemeinschaftsnamen ein.

SV Grimma II stellte einen Startrekord auf

Meister SV 1919 Grimma II stellte eine gesunde Mischung zwischen erfahrenen und jungen Akteuren dar. 19 Torschützen erzielten die 84 Treffer. Wichtige Tore erzielten Freistoßspezialist Maik Lichtenberger, Ingo Krahl, Uwe Lauzeit, Tobias Reisinger, Matthias Zschau, Tino Wieczorek und Daniel Wohllebe. Kapitän war Olaf Näther. Die Rekordserie beinhaltete 15 Siege und vier Unentschieden. Die vier Grimmaer Punkteteilungen waren das 2:2 in Brandis, 1:1 gegen Hohnstädter SV sowie zweimal das torlose 0:0 in Püchau und Großzschepa.

Der Meister trumpfte in der Hinrunde auf: Beim 8:0 gegen Lüptitz und 8:1 gegen Wurzen II feierte man Schützenfeste. Die besten Vorstellungen zeigte die Elf beim 5:1 in Gerichshain, 5:3 in Großsteinberg sowie zweimal beim 4:2 gegen SSV Thallwitz und Lok Beucha. Höhepunkt war das 3:2 gegen Altenhain nach Toren von Matthias Zschau, Maik Lichtenberger und Tino Wieczorek. Die vier Niederlagen kamen erst gegen Saisonende: 1:4 in Thallwitz, 0:2 in Beucha, 1:4 in Wurzen II und 0:4 in Falkenhain. Nach dem 1:0 bei Aufsteiger Klingaer SV durch das Freistoßtor von Maik Lichtenberger stand der Grimmaer Titel vorzeitig fest.

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Den Abstieg aus der Bezirksklasse gut verkraftet – doch den sofortigen Wiederaufstieg nicht geschafft. Mit dem Quartett Jonny Ackermann, Thomas Greiling, Danilo Schreiber und Uwe Schumann hatte die Brandiser Elf mit 93 Saisontoren den besten Sturm. Vier Kantersiege sorgten für gute Stimmung im Stadion der Freundschaft: 8:0 gegen Fuchshain, 7:0 gegen Großsteinberg, 7:2 gegen Großbardau und 6:0 gegen Großzschepa. Spielmacher waren Bernd Kögler und Uwe Soedel. Nachwuchsspieler Jan Raupach schaffte den Durchbruch.

Sensationell scheiterte Brandis bei zwei krassen Außenseitern. Mit dem 1:3 beim Absteiger SV Sachsen Püchau und 2:3 in Fuchshain wurde der Titel vergeben. Mit einem abschließenden 2:0 gegen Altenhain und 4:2 in Klinga wurde der Vizemeistertitel nach einer insgesamt starken Saison gesichert.

Der Neuling Falkenhainer SV war die sensationelle Überraschung und landete auf Anhieb auf Platz drei. Trainer Erich Groß konnte mit Jan Hertel, Lars Sackwerda und Heiko Lässig starke Neuzugänge vermelden. Spielgestalter waren aber Ballkünstler Dimitri Schafeev, Rocco Groß und René Arbeiter. Bei den erfolgreichsten Torschützen trumpften Lars Sackwerda, Toni Müller, Rocco Groß und in der Rückrunde Jens Schruttke auf.

Die Muldentalliga lockte Fußballfans an

In der Hinrunde beeindruckten das 2:1 in Thallwitz und im Spitzenspiel das 2:1 gegen Altenhain vor 210 Besuchern. Überhaupt entstand eine tolle Euphorie beim Falkenhainer Anhang. In einer bärenstarken Rückrunde überzeugten die Falkenhainer mit 12 Siegen und einer unglaublichen Konstanz. In lebhafter Erinnerung bleibt das 2:1 beim ATSV Wurzen II, weil hier die Tore durch Schafeev und Groß erst in der Nachspielzeit fielen. Carsten Schirmer verstärkte das Team.

Die stärksten Falkenhainer Vorstellungen: 3:2 gegen Großzschepa durch den entscheidenden Treffer von Carsten Schirmer, das 3:1 gegen SSV Thallwitz durch Treffer von Lars Sackwerda und dem Doppelpack von Jens Schruttke, sowie das 4:0 gegen Grimma II nach Toren von Lars Sackwerda (2), Toni Müller und Heiko Niederberger. Von den letzten acht Spielen wurden sieben siegreich gestaltet. So hieß es 4:1 gegen Püchau, 3:2 gegen Großzschepa, 1:0 in Hohnstädt, 3:1 gegen Thallwitz, 2:1 in Beucha, 4:0 gegen Lüptitz, 4:1 in Klinga und zum Abschluss 4:0 gegen den bereits feststehenden Meister SV Grimma II.