14. Mai 2021 / 10:08 Uhr

Die neuen Partner-Klubs der Wolfsburger Profis: Noch offene Fragen für die Kreis-Chefs

Die neuen Partner-Klubs der Wolfsburger Profis: Noch offene Fragen für die Kreis-Chefs

Maik Schulze und Henning Kampen
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Sehen die VfL-Kooperation positiv, aber es gibt noch Redebedarf: Die Kreis-Vorsitzenden Ralf Thomas aus Gifhorn (l.) und Wolfsburgs Stefan Pinelli.
Sehen die VfL-Kooperation positiv, aber es gibt noch Redebedarf: Die Kreis-Vorsitzenden Ralf Thomas aus Gifhorn (l.) und Wolfsburgs Stefan Pinelli. © NFV
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Ab dem 1. Juli beginnt die Kooperation des VfL Wolfsburg mit dem MTV Gifhorn, VfB Fallersleben, SSV Vorsfelde und dem BSC Acosta. Viele heimische Vereine erfuhren vorab nicht von der Neuausrichtung und den Ideen des VfL, Wolfsburgs Kreis-Chef Stefan Pinelli wünscht sich deshalb eine Info-Veranstaltung, um Fragen zu klären.

Der VfL Wolfsburg richtet den Nachwuchsbereich neu aus. Mit dem MTV Gifhorn, SSV Vorsfelde und VfB Fallersleben stammen drei von vier Kooperations-Partner des Fußball-Bundesligisten aus den heimischen Kreisen, hinzu kommt der BSC Acosta aus Braunschweig. Viele Fragen hinsichtlich der Kooperation sind ungeklärt: Werden die vier Partner des VfL - die schon jetzt zu den größeren Vereinen in der Region zählen - künftig übermächtig gegenüber der Konkurrenz? Können weitere Vereine zu Partnern des VfL werden und welche Auswirkungen wird es auf die Spielplan-Gestaltung der Kreise haben? Für Stefan Pinelli, Vorsitzender des NFV-Kreises ist klar: "Es wird die Fußball-Landschaft in Wolfsburg verändern."

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Info-Veranstaltung war für Anfang Mai geplant

Die offenen Fragen hätten vorab diskutiert werden können - aber eine für Anfang Mai geplante Info-Veranstaltung mit dem VfL und den Vertretern der übrigen Vereine fiel aus. "Das hatten wir gemeinsam mit dem VfL geplant, nachdem wir über das Vorhaben unterrichtet wurden", sagt Pinelli. Doch es gab Terminschwierigkeiten, dann wurde öffentlich, dass Wolfsburg seine U23 zurückzieht, der VfL musste seine Neuausrichtung der Jugendarbeit kurzfristig publik machen. "Ich bedauere sehr, dass wir nicht vorher diese Veranstaltung durchführen konnten und die Vereine zunächst aus der Presse über dieses Thema erfahren haben", sagt Pinelli. So wie auch Gifhorns Kreis-Vorsitzender Ralf Thomas. „Wir vom Fußball-Kreis sind in nichts eingebunden worden und haben vorab auch keine Info darüber bekommen“, sagt Thomas.

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Der VfL wird seine U10, U11 und U12 und im kommenden Jahr auch seine U13 abmelden, stattdessen sollten Talente in den Kooperations-Klubs gefördert werden. Grundsätzlich, da sind sich beide Kreis-Chefs einig, ist das positiv. "Allein der Name VfL Wolfsburg ist ein echtes Zugpferd“, findet Thomas. Auch Pinelli begrüßt es, „wenn die Qualität des Wolfsburger Jugendfußballs weiterhin sehr hoch ist und auch noch in der Breite gesteigert wird.“ Er ist sich sicher: "Es ist eine Maßnahme, die auf den ersten Blick viele Vorteile hat. Der VfL kann mit seiner Fußball-Kompetenz bei jedem Verein, mit dem er kooperiert, einen Fortschritt im sportlichen Bereich auslösen." Auch, dass die Talente beispielsweise länger im gewohnten Umfeld blieben, sei eine gute Entscheidung.

Nicht alle Talente zu den VfL-Partnervereinen

Pinelli glaubt, dass das neue VfL-Modell dem Grunde nach überwiegend auf Zustimmung treffen wird. Schließlich gebe der VfL auch seine Expertise weiter. Was er dagegen nicht sehen möchte, ist, dass künftig alle vielversprechenden Talente nur noch zu den VfL-Partnern, deren Jugendarbeit er im Übrigen sehr schätzt, wechseln. „Auch das ist ein Thema, dass wir ganz offen diskutieren sollten. Denn andere Wolfsburger Vereine leisten auch sehr gute Arbeit im Jugendbereich und bieten den Talenten Perspektiven."

Deshalb wünscht er sich weiterhin noch die ursprünglich geplante Info-Veranstaltung mit dem VfL und den übrigen Wolfsburger Vereinen. Wichtig sei, dass alle Vereine in den Kreisen mitgenommen werden, nicht jeder blicke nur auf Top-Talente. "Insgesamt versuchen wir, eine breite Nachwuchsarbeit zu haben. Und da müssen wir die Wechselwirkungen auch solcher Vorhaben im Blick haben", sagt Pinelli. Denn: "Der VfL kann seine Entscheidungen allein treffen, das ist auch vollkommen in Ordnung - aber wir sind für die Interessen aller Vereine da." Dass der Verband weiter für Ausbildungsregularien für Trainer oder für die Spielplangestaltung verantwortlich bleibt, sei selbstredend. Pinelli: "Die Zuständigkeiten des Verbandes bleiben von der Neuausrichtung unberührt."