20. April 2020 / 10:00 Uhr

Die neuen Superstars: Donyell Malen im Porträt – Von den Besten gelernt

Die neuen Superstars: Donyell Malen im Porträt – Von den Besten gelernt

Tim Lüddecke
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Lernte von Bergkamp und Henry: PSV-Angreifer Donyell Malen weist die aktuell beste Torquote der Niederlande auf.
Lernte von Bergkamp und Henry: PSV-Angreifer Donyell Malen weist die aktuell beste Torquote der Niederlande auf. © imago images/Montage
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Lionel Messi und Cristiano Ronaldo sind noch aktiv, doch die nächste Generation lauert schon – der SPORTBUZZER stellt die neuen Superstars des Fußballs in einer Serie mit eingebettetem Podcast vor. Teil elf: Donyell Malen von der PSV Eindhoven.

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Im Hamburger Volkspark war weitestgehend Ruhe eingekehrt, nur in der einen Ecke des Stadions, dort, wo die Fans die oranjefarbenen Trikots trugen, wurde gefeiert – und er war der Grund dafür: Donyell Malen hatte das EM-Qualifikationsländerspiel zwischen der deutschen und seiner niederländischen Nationalmannschaft (2:4) mit dem Treffer zum 3:2 quasi vorentschieden, bei seinem A-Länderspieldebüt.

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Wer selbst da noch nichts von dem 21-jährigen Angreifer gehört haben sollte, dem wurde nur acht Tage nach diesem 6. September 2019 eine weitere Gelegenheit dazu gegeben: Beim 5:0-Sieg seines Klubs PSV Eindhoven gegen Vitesse Arnheim gingen alle fünf Treffer auf das Konto Malens. 55 Jahre lang war das vor ihm niemandem mehr in der Eredivisie gelungen. „Wenn er seine Chancen bekommt, ist er pfeilschnell da. Donyell ist ein echter Killer“, sagt einer, dem er bereits in der Jugendnationalmannschaft aufgefallen war: Youri Mulder, Ex-Bundesligaprofi des FC Schalke 04 und bis 2015 als Co-Trainer beim FC Twente Enschede unter Vertrag.

Knorpelschaden bei Malen könnte "noch problematisch werden"

Aktuell ist Malen, was seine Torquote betrifft, mit elf Treffern in 14 Spielen der ligaweit beste Stürmer – wäre er nicht bereits seit dem 15. Dezember wegen einer Knie-OP außer Gefecht gesetzt. Der erlittene Knorpelschaden könne laut Mulder „noch problematisch werden“. Andererseits wäre er auch nicht der erste Topspieler, der zu alter Stärke zurückfindet, meint sein Landsmann. „Die Jungs, die viel Qualität haben, können das wegstecken. Marc Overmars, Arjen Robben oder andere – die sind immer zurückgekommen.“

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Widerstände wie diese auf dem Weg nach ganz oben kennt Malen bereits aus dem Fußballdrama „In Oranje“, einem niederländischen Streifen von 2004, den er angeblich siebenmal geguckt haben will. Darin geht es um einen Jungen, der den Traum von der Nationalmannschaft verfolgt.

Früh wandelt auch der auf dem Land aufgewachsene Sohn einer Niederländerin und eines Surinamesen auf derlei Spuren, mit neun wechselt er in die Akademie von Ajax Amsterdam, trainiert dort unter Dennis Bergkamp, dem niederländischen Weltklassestürmer. „Donyell will alles aus seiner Karriere herausholen, ist wissbegierig und arbeitet sehr professionell“, erklärt Experte Mulder.

Auf einen Kaffee mit Starberater Mino Raiola

Es dauert nicht lange, bis ihm ein Mann namens Mino Raiola in einem Amsterdamer Café gegenübersitzt, auf einen Bierdeckel schreibt er ihm folgende Wörter auf: „Verfolge große Träume, opfere dich auf, glaube daran.“ Seitdem wird Malen vom Starberater, der schon Bergkamp zu Inter Mailand transferiert hatte, vertreten. Wenig später geht auch sein Wechsel zum FC Arsenal über die Bühne, mit 16 wird er zum Kanonier. Proficoach Arsène Wenger hatte sich zuvor extra Zeit für ein Treffen genommen.

Bei der U23 und Trainer Thierry Henry wird er später unter dem nächsten Trainer auflaufen, der als Spieler Legendenstatus erlangte. In zwei Jahren bei der U18 und U23 erzielt er über 40 Treffer. In der Vorbereitung auf die Saison 2017/2018 wird er zwar von Wenger auf die Asien-Tour der Profis mitgenommen, wechselt jedoch vor Saisonstart nach Eindhoven – für gerade mal 600 000 Euro. Der Klub soll ihn nicht mehr gewollt haben, was Malen bestreitet. In seiner Heimat erhoffte er sich einfach bessere Aussichten als Profi.

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Über die 2. Mannschaft empfiehlt er sich tatsächlich, spielt im vergangenen Jahr seine erste Profisaison, trifft in 31 Ligaspielen zehn Mal. Aus London ist inzwischen zu hören, Malen zurückholen zu wollen. Allerdings gibt es nicht nur dort Interesse. Kein Wunder, findet Mulder, der sich bei Malen an Timo Werner erinnert fühlt: „Dieser Antritt, diese Schnelligkeit“. Auch der deutsche Nationalspieler konnte sich ein persönliches Bild von Malen machen – in Hamburg.

Teil 12: Dayot Upamecano

Die Serie „Die neuen Superstars des Fußballs“ gibt es auch als Podcast bei rnd.de, sportbuzzer.de und allen bekannten Anbietern.