17. April 2020 / 10:00 Uhr

Die neuen Superstars: Eduardo Camavinga im Porträt – Aus dem Schatten der Angreifer

Die neuen Superstars: Eduardo Camavinga im Porträt – Aus dem Schatten der Angreifer

Stefan Döring
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Eduardo Camavinga zählt zu den größten Talenten im französischen Fußball.
Eduardo Camavinga zählt zu den größten Talenten im französischen Fußball. © imago images/PanoramiC
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Lionel Messi und Cristiano Ronaldo sind noch da, aber die nächste Generation lauert schon – der SPORTBUZZER stellt die neuen Superstars des Fußballs in einer Serie mit eingebettetem Podcast vor. Teil neun: Eduardo Camavinga von Stade Rennes.

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Die Gerüchte in Frankreich halten sich hartnäckig. Weil Olivier Létang als Präsident von Stade ­Rennes mit Real Madrid verhandelt haben soll, musste er im Februar zurücktreten. Auf Drängen von Klubeigner François-Henri Pinault. Er musste seinen Posten wohl räumen, weil er einen Spieler an die „Königlichen“ verkaufen wollte – zumindest soll es erste Gespräche gegeben haben. Und es ging nicht um irgendeinen Spieler. Es ging um eines der größten Talente im globalen Fußball: um Eduardo Camavinga. Und das verliert man nicht gern, zumindest noch nicht.

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Das Aus Létangs in Rennes hat aber wenig geändert, denn Camavinga soll sich laut spanischen Medienberichten für Real entschieden haben. Klubs wie Borussia Dortmund und Paris Saint-Germain, die wie alle anderen Topvereine Europas zum Interessentenkreis zählen, gehen demnach leer aus im Rennen um den 17-jährigen Franzosen.

Sagnol: "Ein Verein wie Dortmund wäre als nächste Station perfekt"

Dabei wären das genau die Klubs gewesen, in denen der zentrale Mittelfeldspieler den nächsten Schritt hätte gehen können. „Ein Verein wie Dortmund wäre als nächste Station perfekt. Dort könnte er viel lernen, mit den Besten spielen und in der Champions League Erfahrung sammeln. Lyon, Dortmund – solche Vereine sind für solche Spieler der perfekte nächste Schritt“, sagt Willy Sagnol. Der ehemalige Profi vom FC Bayern München arbeitete zwischen 2011 und 2014 als Direktor der französischen Nationalmannschaft und legte die Grundlage für die Talenteentwicklung. Von der profitiert Frankreich derzeit massiv.

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Nach vielen Topstars um Kylian Mbappé klopft nun bereits die nächste Generation an die Tür zur Weltspitze – und sie wird angeführt von Camavinga. „Er ist ein riesiges Talent. Mbappé ist Stürmer, bekommt deshalb viel mehr Aufmerksamkeit und ist eine große Nummer. Aber Camavinga ist definitiv auf einer Stufe mit ihm“, sagt Sagnol, der aus dem Schwärmen nicht mehr herauskommt. „Er hat so ein großes Potenzial. So ein Potenzial ist zu ungewöhnlich, um wahr zu sein.“

Megatalente gab es immer wieder, doch nicht selten waren sie wenig später wieder von der Bildfläche verschwunden. Dass es bei Camavinga anders läuft, darauf deutet einiges hin. Mit seinen gerade einmal 17 Jahren stand er in dieser Saison schon in 36 Pflichtspielen für Rennes auf dem Platz – wohlgemerkt bei den Profis. Auch in der Europa League und fast immer über 90 Minuten.

Camavinga brach in Rennes schon diverse Altersrekorde

Zu Recht. „Er kann verteidigen aber auch angreifen. Für einen zentralen Mittelfeldspieler hat er eine herausragende Technik. Er antizipiert sehr gut, weiß schon, was er machen will, bevor er den Ball bekommt“, sagt Sagnol. Camavinga sei ein Denker. „Er spielt schon fast wie ein 30-Jähriger. Seine Fähigkeit, das Spiel zu analysieren, ist sehr ungewöhnlich“, so Sagnol. Diese brachte ihm im Alter von 16 Jahren, vier Monaten und 27 Tagen seinen ersten Einsatz in der Ligue 1 ein. Damit ist er der jüngste Spieler, der nach 2002 geboren wurde, der in einer der großen fünf europäischen Ligen debütierte. Im Dezember 2019 machte sich der 1,82 Meter große Schlacks zum jüngsten Torschützen der Rennes-Klubgeschichte.

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Geboren wurde Camavinga am 10. November 2002 in Miconge in Angola, zog mit seiner Familie als kleiner Junge nach Frankreich. Mit sechs Jahren meldeten ihn seine Eltern in Fougères zum Fußballspielen im örtlichen Klub an, 2013 holte ihn Rennes in die Jugendabteilung. Sagnol appelliert an alle Verantwortlichen: „Wir dürfen ihn nicht verheizen, er ist gerade einmal 17 Jahre alt. Man muss darauf achten, dass er nicht zu viel spielt.“ Auch, weil sie in Zukunft in Frankreich auf Camavinga setzen. „Ich sehe nichts in der Zukunft, das ihn bei einer Topkarriere stoppen kann“, sagt Sagnol. „100-prozentig wird er einer der besten Spieler der Welt.“

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Die Serie "Die neuen Superstars des Fußballs" gibt es auch als Podcast bei rnd.desportbuzzer.de und allen bekannten Anbietern zum Anhören.