29. Mai 2021 / 15:29 Uhr

Die Noten für das großartige Spieljahr 2020/21: Dynamo Dresdens Broll verteidigt seinen Titel

Die Noten für das großartige Spieljahr 2020/21: Dynamo Dresdens Broll verteidigt seinen Titel

Jochen Leimert
Dresdner Neueste Nachrichten
Kevin Broll machte als einziger Dynamo-Profi alle 38 Punktspiele. Er war auch einer der konstant gut spielenden Profis.
Kevin Broll machte als einziger Dynamo-Profi alle 38 Punktspiele. Er war auch einer der konstant gut spielenden Profis. © Matthias Rietschel
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Der Schlussmann der SG Dynamo Dresden war wie im Zweitliga-Jahr 2019/20 auch in der Drittliga-Serie 2020/21 der wertvollste Spieler der Schwarz-Gelben. Kevin Broll machte am Ende klar das Rennen.

Dresden. Zum Jahreswechsel lag er im Ranking der nach SPORTBUZZER-Meinung wertvollsten Dynamo-Spieler noch knapp hinter Yannick Stark auf Rang zwei. Doch mit konstant guten Leistungen und dem Pfund, als einziger SGD-Profi keine Drittliga-Minute verpasst zu haben, machte Kevin Broll am Ende noch klar das Rennen. Der Schlussmann mit den wenigsten Gegentreffern (29) aller Drittliga-Keeper kam so wie im bislang letzten Zweitliga-Jahr 2019/20 als Erster im Klassement ins Ziel. Der 25 Jahre alte Mannheimer, der in 19 seiner 38 Einsätze eine weiße Weste behielt, verwies am Ende Innenverteidiger Tim Knipping und Mittelstürmer Christoph Daferner auf die weiteren Podestplätze.

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Wertvollster Neueinkauf

Mittelfeld-Abräumer Stark, wie Knipping und Daferner erst im vergangenen Sommer neu nach Dresden gekommen, hatte die Rangliste in der Winterpause noch angeführt. Der Vizekapitän hatte die Saison super begonnen, seinem Namen getreu gekickt und bis zum Winter im DFB-Pokal (1) und in der Liga (3) wiederholt getroffen, ehe ihn eine Gelbsperre eine Schulterverletzung wochenlang ausbremsten und Spielpraxis kosteten. Mit „nur“ 31 Einsätzen und der schlechteren Durchschnittsnote hatte Stark am Ende keine Chance mehr, den Platz an der Sonne zu verteidigen.

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Die Spieler erhalten nach jedem Spiel entsprechend ihrer Leistung eine Note zwischen 1 und 6. Die Noten haben folgende Bedeutung: <b>1- bundesligareif, 2 - Volltreffer, 3 - tadellos, 4 - Mitläufer, 5 - überfordert, 6 - Totalausfall</b>. Wir vergeben auch halbe Noten. Der Quotient aus der Gesamteinsatzzeit eines Spielers in Minuten und seiner Durchschnittsnote ergibt den <b>Wertigkeitskoeffizienten (WK)</b>, der Auskunft darüber gibt, wie wertvoll der Spieler für seinen Verein tatsächlich war. Nur ein Profi, der regelmäßig und gut spielt, hilft einer Mannschaft wirklich weiter. <b>Ohne Profi-Einsatz bei Dynamo</b> blieben Patrick Wiegers und Stefan Kiefer. Zur Galerie
Die Spieler erhalten nach jedem Spiel entsprechend ihrer Leistung eine Note zwischen 1 und 6. Die Noten haben folgende Bedeutung: 1- bundesligareif, 2 - Volltreffer, 3 - tadellos, 4 - Mitläufer, 5 - überfordert, 6 - Totalausfall. Wir vergeben auch halbe Noten. Der Quotient aus der Gesamteinsatzzeit eines Spielers in Minuten und seiner Durchschnittsnote ergibt den Wertigkeitskoeffizienten (WK), der Auskunft darüber gibt, wie wertvoll der Spieler für seinen Verein tatsächlich war. Nur ein Profi, der regelmäßig und gut spielt, hilft einer Mannschaft wirklich weiter. Ohne Profi-Einsatz bei Dynamo blieben Patrick Wiegers und Stefan Kiefer. ©

Der 30-Jährige wurde sogar auch noch von Knipping und Daferner überholt. Der aus Regensburg nach Dresden gewechselte Abwehrhüne Knipping lag zu Weihnachten vom Notenschnitt her gleichauf mit Broll (damals beide 3,0), verbesserte sich in den verbleibenden 21 Spielen aber noch einen Tick mehr als der Stammtorwart. Mit einem Schnitt von 2,81 kam er ins Ziel, konnte Broll (2,87) aber in der Gesamtwertung nicht mehr abfangen, weil er durch zwei Sperren und eine Freistellung am letzten Spieltag in drei Partien gefehlt hatte. Als Zweiter des Klassements entpuppte sich der 28-jährige Kasseler aber als wertvollster Neueinkauf der Saison.

Der größte Leistungssprung

Gleich hinter ihm kam Daferner ins Ziel. Der 23 Jahre alte Bayer, letzte Saison als Leihspieler des SC Freiburg in Aue nur Mitläufer, spielte in Dresden auch ein ganz starkes erstes Jahr. Der Mittelstürmer verpasste gelbgesperrt nur das Heimspiel gegen Viktoria Köln (4:0), war sonst immer dabei und mit seiner unglaublichen Laufbereitschaft und Zweikampfhärte einer der absoluten Leistungsträger. Er sicherte sich mit einem Dutzend Treffer die vereinsinterne Torjägerkrone und ließ so Goalgetter Philipp Hosiner (10 Tore) auch in dieser besonders wichtigen Statistik hinter sich.

Der im Sommer 2020 vom Drittliga-Absteiger Chemnitz verpflichtete Hosiner, der sehr oft ein- oder ausgewechselt wurde und in der Gesamtwertung mit 2050 Minuten Gesamtspielzeit nur auf Platz elf der SPORTBUZZER-Rangliste einkam, kann aber den Titel des Topscorers für sich beanspruchen. Dem 32-jährigen Österreicher gelangen neben seinen zehn Toren auch neun Vorlagen, damit zwei mehr, als Daferner glückten. Gute Chancen auf den Titel des besten Vorlagengebers hätte auch Patrick Weihrauch gehabt, der aber nach fünf Assists vor Beginn der Rest-Rückrunde am Knöchel operiert werden musste und so kein Saisonspiel mehr bestreiten konnte.

Den größten Leistungssprung kann man getrost Ransford-Yeboah Königsdörffer zugestehen. Der 19-Jährige, der es erst im Vorjahr unter Ex-Trainer Markus Kauczinski über Kurzeinsätze in den Profikader geschafft hatte, spielte als Stammkraft eine tolle Saison. Der Rechtsaußen, der eigentlich gelernter Stürmer ist und in der A-Junioren-Bundesliga Tore am Fließband geschossen hatte, steuerte nun sieben Treffer und vier Vorlagen bei. 32 Mal stand der Berliner auf dem Platz; ohne seine Corona-Infektion hätte er es noch auf mehr Einsatzzeit gebracht. Bleibt zu hoffen, dass er nach seiner Meniskus-OP am vergangenen Mittwoch schnell wieder fit wird.