06. Juni 2020 / 13:20 Uhr

"Die Pferde wollen laufen": Renntage auf der Neuen Bult ab September wieder mit Zuschauern?

"Die Pferde wollen laufen": Renntage auf der Neuen Bult ab September wieder mit Zuschauern?

Carsten Schmidt
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Starten die Pferde schon im September wieder vor Publikum?
Starten die Pferde schon im September wieder vor Publikum? © Florian Petrow
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Beim nächsten Geisterrenntag am Sonntag (Beginn um 10.55 Uhr) ist das Teilnehmerfeld auf der Neuen Bult so groß wie selten zuvor: Gleich 146 Vollblüter gehen aufgeteilt auf 13 Rennen an den Start. Erstmals dürfen auch die Besitzer wieder auf das Gelände. 

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„Die Normalität kehrt zurück“, sagte Gregor Baum zu Beginn dieser Woche. Der Präsident des Hannoverschen Rennvereins (HRV) setzt damit die Überschrift für die Zucht- und Leistungsprüfungen der Galopper auf der Neuen Bult am Sonntag (Beginn um 10.55 Uhr). Und dabei hat Baum nicht nur die Besitzer im Blick, die erstmals seit dem Ausbruch der Covid-19-Pandemie wieder vor Ort mitfiebern dürfen, wenn ihre Pferde um die Siege wetteifern. Zwei Personen pro Starter werden auf das Rennbahngelände gelassen, müssen dort aber Abstands- und Hygieneregeln beachten sowie einen Mundschutz tragen. Auch der Sekt auf die Sieger darf noch nicht getrunken werden.

Bilder vom Geisterrenntag am 21. Mai auf der Neuen Bult

Die Bilder vom Geisterrenntag am 21. Mai auf der Bult. Zur Galerie
Die Bilder vom Geisterrenntag am 21. Mai auf der Bult. ©

Der Rennsport hat kräftig Fahrt aufgenommen

Der Verzicht auf solche kleinen Annehmlichkeiten steht aber deutlich im Hintergrund: Der Rennsport hat seit dem Wiederbeginn in Hannover vor genau einem Monat kräftig Fahrt aufgenommen. Michael Vesper, Präsident des Dachverbandes Deutscher Galopp, zog jetzt ein positives Fazit. „Die Renntage sind sehr gut gelaufen“, sagte er und hob vor allem die Wettumsätze von 4,5 Millionen Euro hervor, die bis zum 24. Mai auf den Bahnen erzielt worden waren.

Vesper dankte in diesem Zusammenhang den deutschen Buchmachern, die keine eigenen Wetten annehmen und ohne Provision die Wetten auf die Bahnen vermitteln. Auch der HRV konnte bei seinen bisherigen zwei Veranstaltungen am 7. und 21. Mai Gesamtumsätze von mehr als 800 000 Euro vermelden. Baum dämpft aber die Euphorie. „Das reicht gerade, um die Veranstaltungskosten zu decken und funktioniert, weil die Rennpreise halbiert sind.“

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So viele Teilnehmer wie selten zuvor

Der HRV-Chef vermisst die kurzweiligen Mottorenntage der Vergangenheit mit Publikum und Programm. „Natürlich hoffen wir, dass wir ab September wieder die Familien auf der Rennbahn begrüßen dürfen“, sagt Baum. Doch der pure Sport hat auch ohne Publikum viel Anziehungskraft. „Die Pferde wollen laufen“, sagt Baum. Und da auch die Jockeys, Trainer, Pferdeführer und Besitzer diesen Wunsch teilen, stehen am Sonntag gleich 13 Rennen auf dem Programm mit einem Teilnehmerfeld, das es in dieser Größenordnung selten zuvor auf der Neuen Bult gegeben hat. 146 Vollblüter gehen in die Startboxen, in drei Rennen kämpfen jeweils die Höchstzahl von 16 Pferden um die Prämien.

Im Blickpunkt steht natürlich das hoch dotierte BBAG-Auktionsrennen über 1600 Meter (52 000 Euro, Start um 14.30 Uhr). Einziger Vertreter aus der benachbarten Trainingszentrale ist Legendary, der von Dominik Moser vorbereitet wird. Er muss sich gegen Konkurrenz aus den Quartieren der nationalen Trainerprominenz (Markus Klug, Mario Hofer, Peter Schiergen, Henk Grewe, Roland Dszubasz, Yasminbi Almenräder und Sarah Steinberg) behaupten.

Bilder zum ersten Geisterrenntag auf der Neuen Bult:

Der Renntag auf der Neuen Bult fand ohne Zuschauer statt. Zur Galerie
Der Renntag auf der Neuen Bult fand ohne Zuschauer statt. ©

Wertvolle sportliche Prüfungen auf der Listenebene

Sportlich wertvolle Prüfungen auf Listenebene stehen um 12.55 Uhr mit dem „Pferdewetten.de – Pool & The Gang Cup“ über 1400 Meter (12 500 Euro Preisgeld) und um 15.30 Uhr mit dem RaceBets-Podcast-Rennen über 1900 Meter auf dem Programm. Um den Sieg bei den Fliegern mischt eine beachtliche Bult-Pferdephalanx mit. Moser schickt Caesara, Contessa, Let me know und Sharoka ins Rennen, Hans-Jürgen Gröschel bietet Belle Anglaise auf. Hoch gehandelt wird derzeit K Club, die von Erika Mäder trainiert wird. Die längere Distanz nehmen Akua’rella (Moser) und die von Bohumil Nedosrostek vorbereitete Perfect Pitch als heimische Vertreter auf. Favoritin in diesem Renne ist Sanora (Trainer Andreas Wöhler).