22. September 2020 / 10:02 Uhr

Die Probsteier SG scheitert an Fehlern und der TSG-Abwehr

Die Probsteier SG scheitert an Fehlern und der TSG-Abwehr

Jan Claas Harder
Kieler Nachrichten
Die SG Probstei zeigte viel Zug zum Schönkirchener Tor. Aber eine beherzt agierende Gästeabwehr wurde zum entscheidenden Faktor für den Concordia-Erfolg. Hier scheitert Florian Stahl (links) an Armin Hadzimujic (verdeckt) und Lukas Nickel (re.).
Die SG Probstei zeigte viel Zug zum Schönkirchener Tor. Aber eine beherzt agierende Gästeabwehr wurde zum entscheidenden Faktor für den Concordia-Erfolg. Hier scheitert Florian Stahl (links) an Armin Hadzimujic (verdeckt) und Lukas Nickel (re.). © Karsten Freese
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Die SSG Rot-Schwarz Kiel übernimmt nach einem in der Höhe überraschenden 5:0-Auswärtssieg in Dersau am ersten Spieltag die Tabellenführung in der Verbandsliga Ost. Auf dem zweiten Platz rangiert der TSV Plön, der 5:1 bei Türkspor II gewann. Platz drei belegt die SG Dobersdorf/Probsteierhagen, die Flintbek mit 3:0 in die Schranken wies. Siegreich waren auch Titelanwärter Preetzer TSV, der bei Saxonia mit 2:0 die Oberhand behielt, und die TSG Concordia Schönkirchen, die mit 3:1 bei der Probsteier SG gewann.

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Probsteier SG 2012 – TSG Concordia Schönkirchen 1:3

Trotz der Niederlage war PSG-Coach Karim Youssef nicht unzufrieden mit dem Auftritt seines Teams. „Wir hatten mehr Ballbesitz, die bessere Spielanlage und ein klares Chancenplus“, bilanzierte der 48-jährige Übungsleiter. Dass sein Team dennoch als Verlierer vom Feld ging, resultierte aus individuellen Fehlern seiner Schützlinge. Dem 0:1 ging ein harmloser Befreiungsschlag der Concorden voraus, den die Gastgeber nicht klären konnten und aus dem Björn Strüwen letztlich Kapital schlug (8.). Nach 21 Spielminuten war der 31-jährige Angreifer der TSG erneut zur Stelle und traf aus dem Gewühl heraus. Für frühzeitige klare Verhältnisse sorgte dann Sturmpartner Olamide Adesanya, der einen Elfmeter versenkte (33.).

Trotz des deutlichen Rückstandes gab sich die PSG nicht auf, doch mehr als der Treffer durch Lennard Reinke (49.) war ihnen nicht vergönnt. „Letztlich waren es Blackouts, die dieses Spiel entscheiden haben. Ich stelle permanent fest, dass meine Jungs sich fußballerisch stetig weiterentwickeln. Uns fehlt im Moment jedoch ein wenig die Leichtigkeit. Vielleicht sollten wir daher unsere Ziele erst einmal korrigieren und mit bescheideneren Ambitionen durch die Saison gehen“, so Youssef. Dies erscheint angebracht, denn mit Dennis Voß und Florian Stahl werden der PSG zwei routinierte Kräfte in naher Zukunft nicht zur Verfügung stehen. Während auf Stahl ein mehrmonatiger Auslandseinsatz mit der Bundeswehr wartet, nimmt Voss eine berufliche Chance beim FSV Mainz 05 wahr. Doch Wehklagen löst dies bei Youssef nicht aus: „Wir müssen jetzt gemeinsam die Ärmel hochkrempeln. “

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TSV Gremersdorf – VfR Laboe 1:0

Die entscheidende Szene des Spiels ereignete sich nach einer guten halben Stunde. Marcel Schwantes war mit der Ausführung eines Strafstoßes betraut, doch der Versuch des VfR-Stürmers war derart lasch geschossen, so dass dieser mühelos pariert werden konnte. Gremersdorfs Keeper Fabian Mandt schlug im Anschluss daran sofort das Leder nach vorn und prompt „klingelte“ es im Kasten des VfR als Eichholz für die Ostholsteiner traf (35.). Nach dem Rückstand versuchte Laboe Druck aufzubauen, doch dies hatte keine echten Torgelegenheiten zur Folge. „Zum einen war es für uns nicht einfach, plötzlich den Hebel umzulegen und zum anderen verschanzte sich Gremersdorf bis zum Schluss am eigenen Strafraum und verteidigte die Führung mit Mann und Maus. Technisch feine Fußballer hat Gremersdorf zwar nicht in seinen Reihen, doch sie verstehen es, sich auf die Grundtugenden zu beschränken und rennen leidenschaftlich jedem Ball hinterher“, bilanzierte Laboes Co-Trainer Dominic Kahl.

SG Doberdorf/Probsteierhagen – TSV Flintbek 3:0

Bereits in der Anfangsphase hatten die Hausherren zwei gute Gelegenheiten, die einen Treffer verdient gehabt hätten. Besser machte es nach einer gespielten Viertelstunde dann Marcel Gonda, der einen sehenswerten Angriff überlegt vollendete. Von Flintbek kam offensiv fast nichts. Dennoch hätten die Gäste ausgleichen können, denn nach einem Fehler im Aufbauspiel der SG hatte Kevin Schemborski (35.) plötzlich freie Bahn. Diese ungenutzte Chance sollte jedoch der einzige nennenswerte Flintbeker Torabschluss bleiben. In der Folge konnten die Gastgeber schalten und walten und nach Wiederanpfiff noch zwei Treffer nachlegen. „Wir hatten hier wirklich alles im Griff. Ich kann keinen Spieler meiner Mannschaft hervorheben. Diesmal haben alle durchweg überzeugt“, stellte SG-Coach Bastian Matthies fest, der zudem noch die tadellose Leistung des jungen Schiedsrichtergespanns anmerkte.

Inter Türkspor Kiel II – TSV Plön 1:5

Türkspor-Trainer Murat Özdemir sah seine Schützlinge längst nicht so schlecht, wie es das Endergebnis vermuten lässt. „Wir waren eigentlich richtig gut im Spiel, doch dann kommt Plön erstmalig vor unser Tor und plötzlich liegen wir 0:1 hinten“, schilderte er den Gegentreffer durch Nico Kocks (13.). Doch Pech allein brachte Türkspors Zweitvertretung nicht auf die Verliererstraße. Als der Plöner Timo Falk nach einer Ecke traf, befand er sich lediglich mit zwei seiner Mannschaftskameraden im Strafraum, während sich gleich sechs Türkspor-Akteure nicht für den Torschützen zuständig fühlten. Nach der Halbzeit versuchten die Gastgeber der Begegnung noch eine Wende zu geben, doch das 0:3 von Philipp Grandt (49.) und die Rote Karte für Mehmet Karaoglan machten diese Pläne zunichte. „Von da an fehlte es meinen Jungs am Willen und an der Kraft dieses Spiel noch zu drehen. Fakt ist aber, dass diese Niederlage eindeutig viel zu hoch ausgefallen ist“, so Özdemir.

ASV Dersau – SSG Rot-Schwarz Kiel 0:5

Einen desolaten Auftritt bot der ASV, der auch in der Höhe verdient verlor. „Wir hatten zwar personelle Probleme, aber so geht das nicht. Das grenzte an Arbeitsverweigerung“, meinte ein tief enttäuschter ASV-Trainer Jürgen Muus. Die Kieler zeigten ein solides Spiel und nutzten die Lücken in der indisponierten Dersauer Abwehr eiskalt. Bälle in die Schnittstellen oder ein einfacher Doppelpass genügten, um einen Spieler vor dem ASV-Gehäuse in Schussposition zu bringen. Die Tore für die kombinationssicheren Gäste fielen wie reife Früchte. Mit gleich drei Treffern zeichnete sich der agile Kristof Koop aus (39., 59., 88.). „Wir haben nie den Zugriff gefunden und wurden wie Fahnenstangen ausgespielt. Das war ein Komplettausfall“, fand Muus klare Worte für die Leistung.

FSG Saxonia – Preetzer TSV 0:2

„Die erste Hälfte war stark, die zweite leider deutlich schwächer“, sagte Ralf Hartmann, Trainer der FSG nach dem Auftakt. „Wir haben uns durch Fehler selbst aus der Bahn geworfen.“ Dem 0:1 durch Jan Matti Seidel (50.) ging ein doppelter Ballverlust im Mittelfeld voraus. „Beim 0:2 haben wir uns wie eine Jugendmannschaft angestellt und von einem schnell ausgeführten Freistoß übertölpeln lassen“, ärgerte sich Hartmann über den zweiten Gegentreffer durch Maximilian Zimmermann (62.). „Danach ging bei uns bis auf eine Chance zum Anschlusstor nicht mehr viel.“ Vor der Pause hatte es ganz anders ausgesehen. Einen Kopfball von Arne Duggen schlug ein Preetzer in höchster Not von der eigenen Torlinie. Saxonias Dominik Schiffer scheiterte Sekunden vor dem Pausenpfiff am ausgezeichneten PTSV-Keeper Thorge Beuck.