20. Dezember 2020 / 22:17 Uhr

Wolfsburg-Sorgen um Brekalo: Erst abgefälscht ins Glück, dann angeschlagen runter

Wolfsburg-Sorgen um Brekalo: Erst abgefälscht ins Glück, dann angeschlagen runter

Marcel Westermann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Musste mit Luftnot runter: VfL-Flügelspieler Josip Brekalo.
Musste mit Luftnot runter: VfL-Flügelspieler Josip Brekalo. © DPA
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Durch den 1:0-Sieg gegen Stuttgart feiert Fußball-Bundesligist VfL Wolfsburg Weihnachten auf Platz vier. Bitter jedoch: Torschütze Josip Brekalo musste verletzt runter.

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Knapper 1:0-Sieg gegen den VfB Stuttgart unter erschwerten Bedingungen, 24 Punkte nach 13 Spielen, auf Platz vier ins neue Jahr - der VfL Wolfsburg hat zum Bundesliga-Jahresabschluss noch mal alles rausgehauen und schnuppert jetzt an der Champions League. Entsprechend groß war die Freude anschließend bei den Spielern und bei Trainer Oliver Glasner. Bitter allerdings: Der Coach sorgt sich um Torschütze Josip Brekalo.

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Besser hätte es am letzten Spieltag vor Weihnachten für den VfL kaum laufen können. Trotz fünf kurzfristiger Corona-Ausfälle zeigten die Wolfsburger gegen Stuttgart eine bärenstarke Leistung und belohnten sich mit einem knappen Sieg - es war der fünfte Heimerfolg in Serie. Damit nutzte die Glasner-Truppe den Patzer von Borussia Dortmund (am Freitag 1:2 bei Union Berlin) und kletterte auf Rang vier, der die Qualifikation zur Champions League bedeuten würde. "Wir können sehr zufrieden sein, die Punkteausbeute ist toll", freut sich Glasner, der aber betont: "Was mich am meisten freut, sind die Leistungen, die wir gezeigt habe. Ich sehe eine gute Entwicklung bei den Spielern und bei uns als Mannschaft."

VfL Wolfsburg gegen Stuttgart - Die Bilder

Yannick Gerhardt war in die Startelf gerutscht Zur Galerie
Yannick Gerhardt war in die Startelf gerutscht ©

Und die Leistung hat auch gegen den VfB gestimmt, das sah auch VfL-Torjäger Wout Weghorst so. "In der ersten Halbzeit hatten wir die besseren Möglichkeiten und waren besser", sagte der Niederländer, ärgerte sich aber auch über eine vergebene Chance in der ersten Halbzeit, als er seinen Meister in Stuttgart-Keeper Gregor Kobel fand. "Vielleicht muss ich da Vollspann schießen. Der Torwart meinte, er hat auf die Ecke spekuliert. Ich war etwas erschrocken, dass ich an den Ball kam und habe ihn nicht richtig getroffen", so der Angreifer, über den es heißt, er könnte den VfL im Winter Richtung Premier League verlassen. Auf die Frage, ob er lieber in der ersten englischen Liga oder in der Königsklasse spielen würde, sagte Weghorst: "Champions League ist geiler. Wir sind super drauf, für mich persönlich läuft es auch gut." Zu seiner Zukunft habe er "genug Fragen beantwortet. Wir entwickeln uns hier was Schönes, darauf liegt der Fokus."



Die Königsklasse ist noch weit entfernt, zu früh ist es noch in der Saison, um sich darüber Gedanken zu machen. Das internationale Geschäft soll es aber auf jeden Fall sein, das hatten die Wolfsburger als Ziel ausgegeben. Gegen Stuttgart hat der VfL einen weiteren Schritt in diese Richtung gemacht. "Wir können echt zufrieden sein mit dem Ausgang des Spiels und mit dem vierten Platz", so Rechtsverteidiger Ridle Baku. Gleichwohl sagte Weghorst: "Es war nicht der beste Fußball, sodass man am Ende von einem Unentschieden-Spiel sprechen kann." Ausschlaggebend für den insgesamt sechsten Bundesliga-Sieg sei die kompakte Defensive gewesen, wie Glasner betonte.

Dass es trotz des Corona-Schocks drei Punkte gab, war auch „ein bisschen das Glück des Tüchtigen“, wie Glasner meinte. Denn Brekalos Freistoß wurde von Orel Mangala und Silas Wamangituka abgefälscht, ehe er den Weg ins Tor fand. Schon bei seinem ersten Saisontor in Freiburg hatte der Kroate per abgefälschtem Freistoß getroffen. Zufall? Nicht nur, findet Glasner: „Wir haben immer mehr Freistöße in dieser Region, dort ist es immer gefährlich. Das Wichtigste ist, erst einmal das Tor zu treffen. Und Josip hat einen kontrollierten Schuss. Dass es diesmal Glück war, darüber müssen wir nicht reden.“

Wenige Minuten nach dem Tor musste Brekalo raus – weil ihm nach einem Zusammenprall mit Mangala die Luft weggeblieben war. „Er hat immer noch Probleme, Luft zu bekommen“, berichtete Glasner eine halbe Stunde nach Abpfiff. „Wir hoffen, dass es nicht noch schlimmer ist.“ Ob es für Brekalo bis zum Pokalspiel am Mittwoch gegen Zweitligist Sandhausen reicht, ist also offen. Gedanklich in die kurze Winterpause verabschieden darf sich aber noch niemand. Glasner: "Wir können mit der Bundesliga sehr zufrieden sein, aber jetzt ist es wichtig, die Spannung noch mal drei Tage hochzuhalten."

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