10. Oktober 2020 / 14:55 Uhr

Die Recken rotieren: Auch die Youngsters bekommen bei der TSV Hannover-Burgdorf ihre Chance

Die Recken rotieren: Auch die Youngsters bekommen bei der TSV Hannover-Burgdorf ihre Chance

Stefan Dinse
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Vincent Büchner war mit den Abschlüssen seines Teams nicht zufrieden.
Vincent Büchner war mit den Abschlüssen seines Teams nicht zufrieden. © Florian Petrow
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Mit einem gemeinsamen Essen hat die TSV Hannover-Burgdorf den Abend nach dem 27:23-Erfolg gegen den HSC 2000 Coburg ausklingen lassen. Die Stimmung beim Handball-Bundesligisten ist gut. Auch die jungen Recken machten ihre Sache ordentlich - und sollen in der Zukunft ihre Einsatzzeiten bekommen.

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Die vereinzelten Jubelschreie aus dem Kabinentrakt der ZAG-Arena sind erst verstummt, als das Essen aufgetragen wurde. Dann war auch Schluss mit Schlagermusik. In Ruhe verspeisten die Recken Ente mit Rotkohl und Kartoffeln nach dem mühsamen 27:23-Erfolg gegen den HSC 2000 Coburg. Viel hatte nicht gefehlt, und die TSV Hannover-Burgdorf hätte Federn gelassen gegen den nicht besonders starken Aufsteiger. Froh und erleichtert waren die Recken nach diesem Pflichtsieg.

"Durch unsere schwachen Abschlüsse ist es so knapp gewesen"

Ziemlich bedient verließ Linksaußen Vincent Büchner als einer der Ersten die Arena. Der 22-Jährige war in Halbzeit eins dreimal frei am guten Coburger Torwart Konstantin Poltrum gescheitert, warf ihm dreimal in die Parade. „Klar, das war das Problem. Das darf eigentlich nicht passieren, durch unsere schwachen Abschlüsse ist es so knapp gewesen“, sagte Büchner. Wenig später kam für ihn der 24-jährige Hannes Feise, der seine Sache ordentlich machte.

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Auch die jungen Recken müssen Verantwortung übernehmen

Wie alle anderen jungen Recken auch, sagte Co-Trainer Iker Romero. Er verließ wie Chefcoach Carlos Ortega die gemeinsame Essensrunde zeitig. So konnte das Team noch etwas für sich sein. Am Freitag radelte Romero dann bestens gelaunt zum Krafttraining. Die jungen Spieler, sagte er, hätten sich alle bereits spürbar verbessert. Das müssen sie auch, schließlich liegt nun mehr Verantwortung auf ihren Schultern. „Und es ist ganz klar, dass wir in dieser ex­trem langen Saison viel rotieren werden. Da brauchen wir jeden Mann, jeder Spieler ist wichtig“, betonte Romero.

Krone geht als gutes Beispiel voran

Ein gutes Beispiel dafür war Rechtsaußen Jannes Krone (23 Jahre), der drei Tore erzielte und in einer entscheidenden Unterzahlsituation einen Ball abfing. Nach dieser Aktion rempelte ihn Kreisläufer Evgeni Pevnov mächtig an – was als Kompliment gemeint war. Der neu geholte dänische Rechtsaußen Johan Hansen konnte geschont werden. So soll es generell in dieser Spielzeit funktionieren mit dem recht dünnen Recken-Kader, um Überlastungen und Verletzungen vorzubeugen. „Es ist darum richtig, die jungen Spieler früh einzubinden und ihnen Verantwortung zu geben“, sagte Sportchef Sven-Sören Christophersen und fügte hinzu: „Es ist wichtig, die unterschiedlichen Positionen mit verschiedenen Spielern besetzen zu können.“

Martinovic einer der Schlüsselspieler

Momentan schwer zu ersetzen wäre Linkshänder Ivan Martinovic. Und das liegt nicht allein daran, dass Nejc Cehte nach seiner Zehenverletzung noch Trainingsrückstand hat und lediglich Kurzeinsätze absolviert. Martinovic ist mit 17 Toren aktuell bester Werfer der TSV. Er fand oft Lücken, riskierte viel, warf entscheidende Tore und hatte gegen Coburg bei acht Abschlüssen nur zwei Fehlversuche.

Die Mannschaft sei hungrig, stellte Martinovic fest. Und diese Erkenntnis rührte nicht nur daher, dass der Kroate für Reporterfragen extra vom Entenessen weggeholt worden war (die Mixed Zone gibt es wegen Corona nicht). Martinovic, der in der Partie einen Schlag auf den Brustkorb erhalten hatte, räumte ein, dass im Spiel der Recken einiges zu verbessern bliebe. Das Lob für seine Leistung gab er an die Trainer weiter: „Carlos und Iker tun unglaublich viel, um jeden Einzelnen zu verbessern. Ich glaube, das ist nicht normal. Und es bringt uns viel.“