23. Juni 2020 / 20:41 Uhr

Die Relegation findet statt! 1. FC Lok Leipzig empfängt Verl zum Hinspiel

Die Relegation findet statt! 1. FC Lok Leipzig empfängt Verl zum Hinspiel

Anton Kämpf
Leipziger Volkszeitung
lokverl
Am 25. Juni kommt es zum ersten Showdown zwischen Lok und Verl im Bruno-Plache-Stadion. © dpa
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Trotz Lockdown im Landkreis Gütersloh reist der SC Verl am Mittwoch nach Leipzig. Die West-Vertreter sind offensiv sehr gefährlich und defensiv ein Bollwerk. Für die Loksche wird das Spiel alles andere als ein Selbstläufer.

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Verl/Leipzig. Als am Dienstag Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet den Lockdown für den Landkreis Gütersloh bis zum 30. Juni verhängte, herrschte ungewisse Aufregung bei den Verantwortlichen des 1. FC Lok Leipzig und dem SC Verl.

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Verl ist nur knapp zehn Kilometer entfernt von Gütersloh und mithin direkt betroffen. Die Frage, die sich alle nach Wochen der Diskussionen, Punkteschnittrechnungen, Hygiene-Auflagen und Drittliga-Vorfreude stellten: Kann der Vertreter des Regionalliga West überhaupt antreten?

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Ja, er kann, am Mittwoch reisen die Ostwestfalen in die Messestadt. Dies ist die Gewissheit nach dem Austausch von Lok-Geschäftsführer Martin Mieth, mit SC-Präsident und Sportchef Raimund Bertels, den Behörden und dem DFB. Dessen Hygiene-Konzept, bei dem unter anderem sieben Corona-Testreihen bei allen Spielern und den Trainerstäben der Klubs durchgeführt werden, ist hauptverantwortlich. Denn bisher waren alle Tests negativ, kein anderes Team als die erste Mannschaft von Verl durfte zudem das Trainingsgelände seit einer Woche betreten, somit bestehe keine Gefahr. Des Weiteren herrscht kein Ausreiseverbot im betroffenen Landkreis.



Verl statt Rödinghausen

Die Mannschaft von Trainer Guerino Capretti setzt sich also guten Gewissens in den Bus nach Leipzig, wo sie jedoch nicht mehr trainieren wird. An Bord: Der zweitbeste Angriff der RL West und die beste Verteidigung der Viertliga-Staffel. In 23 Ligaspielen kassierte der 1924 gegründete Klub nur sechszehn Gegentreffer, erzielte 51 selber und blieb in allen Heimspielen diese Saison ungeschlagen. Dennoch ist der SC Verl nicht Meister geworden, zum Staffelsieger würde der SV Rödinghausen gekürt.

Dieser verzichtete jedoch auf einen möglichen Aufstieg und ebnete so den Weg für die Verler, die in dieser Saison bereits Erfahrung mit Alles-Oder-Nichts-Spielen sammeln konnten. Im DFB-Pokal sorgte der Klub als Außenseiter für Furore, warf zunächst Zweitligist Holstein Kiel und daraufhin Bundesligist Augsburg aus dem Wettbewerb ehe Union Berlin den Sensationen ein Ende setzte wie Corona dem Ligabetrieb in den vierten Ligen.

Gefahr durch Stürmer Zlatko Janjic

Die Ostwestfalen bereiten sich seit dem 3. Juni auf die zukunftsweisenden Partien vor. Das letzte Mal drittklassig spielte der Sportclub in der Saison 2007/08, seitdem war die beste Platzierung Platz sieben. Die RL West ist keineswegs ein leichtes Pflaster. Ambitionierte Traditionsklubs wie Alemannia Aachen oder Rot Weiß Essen mischen sich mit den Zweitvertretungen vom BVB, Schalke 04, Borussia M’gladbach oder dem FC Köln, die sicherlich keine untalentierten Spieler in ihren Reihen haben werden.

Doch dieses Jahr ist alles anders, besser. Mitverantwortlich ist Sommerneuzugang Zlatko Janjic (34). Der ehemalige Stürmer von Erzgebirge Aue erzielte 15 Tore, bereitete weitere fünf auf und ist damit zweitbester Torjäger der Liga. Der Altmeister erzielte in seiner Karriere 67 Tore in Liga drei, auch ein Bundesligator in insgesamt dreizehn Partien in der Beletage des Fußballs für Arminia Bielefeld steht in seiner Vita.

Unterstützt wird der Oldie in der Offensive von Aygün Yildirim. Der 25-jährige Flügelspieler kommt ebenfalls auf 20 Scorerpunkte (13 Tore, sieben Vorlagen) und lief in jeder Partie dieser Saison von Anfang aufs Feld. In einem offensiven 4-3-3 lässt Coach Capretti überwiegend spielen, der Deutsch-Italiener verlangt spielerisch und technisch versierten Fußball von seiner Mannschaft.

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