21. Mai 2020 / 15:27 Uhr

Die Schaumburger Reaktionen auf den Saisonabbruch-Antrag des NFV

Die Schaumburger Reaktionen auf den Saisonabbruch-Antrag des NFV

Daniel Kultau
Schaumburger Ztg. / Schaumburger Nachrichten
Schiebock behielt gegen Kamenz die Oberhand. (Symbolbild)
Symbolbild © Sportbuzzer
Anzeige

Der Niedersächsische Fußballverband (NFV) hat sich auf einen Antrag für den anvisierten außerordentlichen Verbandstag geeinigt. Demnach soll die Saison der niedersächsischen Amateurfußballer 2019/2020 abgebrochen werden. Das freut viele Schaumburger Vereine.

Anzeige
Anzeige

Aufsteiger werden mithilfe einer Quotientenregel (Anzahl der Punkte geteilt durch absolvierte Spiele) bestimmt. Absteiger wird es keine geben. In der Aufstiegsfrage einigte sich der Verband auf die Variante „Regelaufsteiger und Relegationsplatz“.

Ausschlaggebend dafür war das Webinar am vergangenen Samstag, erklärte NFV-Präsident Günter Distelrath. „Die Resonanz hat gezeigt, wo die Präferenzen der Vereine liegen. Insofern ist der Verbandsvorstand auch nach Empfehlung des Präsidiums einmütig zur Beschlussfassung gekommen.“

Der NFV behält sich vor, Sonderregelungen für die Pokalwettbewerbe zu treffen oder die kommende Saison bis zum Beginn der Sommerferien am 22. Juli 2021 zu verlängern. Der außerordentliche Verbandstag wird vermutlich am 27. Juni stattfinden. 324 Delegierte aus den 33 Kreisen werden virtuell daran teilnehmen.

Mehr zum Schaumburger Fußball

Weil sich im Vorfeld die meisten Vereine für diese Lösung ausgesprochen hatten, wird ganz klar erwartet, dass der Antrag durchgewunken wird - sicher ist es jedoch erst am 27. Juni. Bei einer aktuellen Umfrage des Sportbuzzer Schaumburg erhielt diese Variante mit 46,4 Prozent der Stimmen ebenfalls die deutliche Mehrheit.
Wir haben uns bei einigen Schaumburger Vereinen umgehört, die direkt von dieser Variante betroffen sind.

SC Rinteln: Trotz einer schwachen Saison mit elf Punkten aus 18 Zählern würde der SC Rinteln auch in der nächsten Saison in der Bezirksliga spielen. Die Verantwortlichen der Weserstädter bekamen die Nachrichten beim Training am Mittwochabend mit. „Mit 22 Leuten haben wir trainiert, als wir von der Entscheidung gehört haben“, berichtet SC-Präsident Gordon Seymour. „Das war eine tolle Nachricht. Wir haben uns alle sehr gefreut und gejubelt.“ Der Präsident gibt jedoch auch zu, dass die Saison bis dahin nicht gut war. „Wäre entschieden worden, dass wir absteigen müssen, wäre das für uns auch in Ordnung gewesen. So haben wir aus der schlechten Situation doch noch etwas positives gezogen. Der Fußballgott war auf unserer Seite.“

MTV Rehren A/R: Der MTV Rehren A/R kam in dieser Bezirksligasaison erst später auf Touren, schaffte jüngst aber den Anschluss an die Nichtabstiegsplätze. Auch in der nächsten Spielzeit spielt der MTV im Bezirk. „Im Endeffekt wäre ein sportlicher Klassenerhalt natürlich schöner gewesen“, so MTV-Trainer Raphael Idel. „Aber wir freuen uns, dass wir auch in der nächsten Saison im Bezirk spielen können.“ Wäre die Entscheidung so gefallen, dass der MTV hätte in die Kreisliga absteigen müssen, „hätten wir uns aber auch nicht beschwert“, so Idel.

VfR Evesen: Der VfR Evesen dominierte die Saison der Bezirksliga Staffel drei. Viele Beobachter sind sich sicher, dass der VfR den Aufstieg auch ohne Abbruch geschafft hätte. Davon geht auch Spartenleiter Jürgen Bolte aus. „Wir haben in der Saison die konstantesten Leistungen gebracht“, so Bolte. Für ihn ist es jedoch ein Aufstieg mit „Beigeschmack“, denn ein sportlicher Erfolg hätte ihm besser gefallen. „Natürlich wäre ein Aufstieg auf dem Rasen mit einer großen Feier schöner gewesen, aber wir hatten uns das Ziel gesetzt aufzusteigen und das hätten wir damit geschafft. Noch steht es ja nicht fest, aber ich gehe davon aus, dass es am Ende so kommt.“

TSV Hagenburg: Nachdem der TSV in den beiden Vorsaisons jeweils Male knapp am Aufstieg scheiterte, würde er durch den Abbruch als Kreismeister in den Bezirk zurückkehren. Trainer Felix Dyck hält den Ball jedoch vorerst flach. „Ich habe es aber zur Kenntnis genommen“, so der Coach. „Ich bin kein Trompeter und werde auf den Aufstiegszug erst aufspringen, wenn es auf dem außerordentlichen Verbandstag beschlossen wurde.“ Die gesamte Situation rund um die Entscheidungsfindung in den vergangenen Wochen hält Dyck für „nicht glücklich“, appelliert aber daran, dass man beide Seiten, die der Vereine und die des NFV, verstehen müsse. „Wir sollten uns jetzt nicht weiter gegenseitig die Schuld zuschieben, sondern uns auf den 27. Juni konzentrieren.“

TuS SW Enzen: Als Tabellenführer, aber mit dem schwächere Quotienten, gegenüber des TSV Hagenburg, würde der TuS SW Enzen nach einem Jahr im Kreis in die Bezirksliga zurückkehren. Spartenleiter Mark-Oliver Kreft freut sich vor allem, dass endlich Gewissheit herrscht. „Natürlich hätten wir lieber eine Meisterfeier auf dem grünen Rasen mit Bierduschen gehabt, aber auch das ist jetzt ein Aufstieg“, freut sich Kreft. Für die Saison in der Bezirksliga hofft er, dass die Mannschaft aus dem Abstiegsjahr gelernt habe und „zumindest nichts mit dem Abstieg“ zu tun haben werde.

Die Lage im Kreis Schaumburg

Neben dem VfL Bückeburg würde es mit dem VfR Evesen bei dieser Variante in der nächsten Saison einen zweiten Schaumburger Landesligisten geben. Die Anzahl der Bezirksligisten aus dem Landkreis würde durch die beiden Aufsteiger aus der Kreisliga um eine Mannschaft auf insgesamt sechs Teams steigen.

Der Überblick: Aus der Bezirksliga in die Landesliga: 1. VfR Evesen Quotient: 2,16.
Aus der Kreisliga in die Bezirksliga: 1. TSV Hagenburg 2,62, 2. TuS SW Enzen 2,52.
Aus der 1. Kreisklasse in die Kreisliga: 1. SG Bad Nenndorf/Riehe 3, 2. ETSV Haste 2,06.
Aus der 2. Kreisklasse in die 1. Kreisklasse: 1. SG Rodenberg 2,81, 2. SC Deckbergen-Schaumburg 2,16.
Aus der 3. Kreisklasse in die 2. Kreisklasse: 1. TuS Lüdersfeld II 2,63, 2. TSV Eintracht Exten II 2,58.
Aus der 4. Kreisklasse Nord in die 3. Kreisklasse: 1. ETSV Haste II 2,33.
Aus der 4. Kreisklasse Süd in die 3. Kreisklasse: 1. SC Auetal III 2,14.