10. September 2020 / 12:07 Uhr

Die SG Doberdorf/Probsteierhagen möchte ihr wahres Leistungsvermögen zeigen

Die SG Doberdorf/Probsteierhagen möchte ihr wahres Leistungsvermögen zeigen

Jan Claas Harder
Kieler Nachrichten
Spielzene aus der letzten Saison: Bastian Matthies im Zweikampf mit dem Flintbeker Florian Wischnewski.
Spielzene aus der letzten Saison: Bastian Matthies im Zweikampf mit dem Flintbeker Florian Wischnewski. © Uwe Paesler
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Es wird auch in der nächsten Spielzeit Verbandsliga-Fußball auf dem Sportplatz Dieter von Borstel in Dobersdorf geben. Durch den von der Corona-Krise bedingten Saisonabbruch konnte das Tabellenschlusslicht den Hals noch aus der Schlinge ziehen und den Abstieg verhindern, so dass sich der Verein nun auch im vierten aufeinanderfolgenden Jahr weiterhin in der siebthöchsten Spielklasse beweisen darf.

Es gibt jedoch zwei grundlegende Veränderungen, die sich im Hinblick auf die bevorstehende Spielzeit ergeben. Zum Einen wird Thomas Matthies nicht mehr an der Seitenlinie stehen, denn dieser hat das Zepter an seinen Sohn Bastian weitergereicht hat, der fortan zusammen mit Kjell Gonda und Yannick Schnoor das Trainerteam bilden wird. Der zweite Unterschied im Vergleich zur Vorsaison besteht darin, dass das Team zukünftig als SG Dobersdorf/Probsteierhagen antreten wird.

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„Mit diesem Schritt haben wir schon seit ein, zwei Jahren geliebäugelt. Nun war es allerdings auch an der Zeit dies auch zwingend in die Tat umzusetzen. In Probsteierhagen gab es zuletzt nur noch acht Spieler, so dass die Gefahr bestand das ein weiterer Tradionsverein komplett von der Fußballlandkarte verschwindet. Und bei unserer zweiten Mannschaft sah es ähnlich aus, denn dort gab es nur noch zehn oder zwölf Spieler“, erklärt Thomas Matthies.

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Eine enge Zusammenarbeit beider Vereine gab es seit Jahren bereits im Jugendbereich, doch von der SG Probstei konnte man in Dobersdorf nicht wirklich profitieren. Denn viele Spieler suchten ihr Glück später bei anderen Vereinen der näheren Umgebung. Doch dies soll sich nun in Zukunft ändern. „Wir haben ohnehin schon einen geographischen Nachteil, schließlich sind wir von Stein, Laboe, Preetz und Schönkirchen umgeben. Ziel muss es daher sein, dass sich diese Jugendspieler dafür entscheiden unserem Verein möglichst treu zu bleiben. Dies kann aber nur funktionieren, wenn diese Jungs auch wissen, welcher Verein überhaupt ihr Heimatverein ist. Dafür muss man den Spieler aber auch eine Heimat geben. Daher war es auch richtig die Zusammenarbeit mit Concordia Schönkirchen im Jugendbereich zu beenden“, erklärt Thomas Matthies, der sich zudem darüber freut, dass zukünftig nun zwei Sportanlagen genutzt werden können.

Ansonsten halten sich die Veränderungen im Vergleich zu der Vorsaison jedoch sehr in Grenzen. Vertraut wird einem nahezu unveränderten Kader. Dies ist auch nachvollziehbar, schließlich kann die Misserfolgsserie der letzten Spielzeit auch realistisch eingeschätzt werden: „Wir sind damals mit zwei unnötigen und knappen Niederlagen gegen Dänischenhagen und Stein in die Saison gestartet. Dann gab es die Klatsche gegen Kilia und danach nahm das Unheil irgendwie seinen Lauf. Darüber hinaus machte uns ein verheerendes Verletzungspech zu schaffen, schließlich fielen mit Danny Heese, Dennis Bock, David Ohle oder Alexander Klaus zahlreiche Stammkräfte aus. Unterm Strich war das einzige Gute an der Saison, dass sie vorbei ist“, stellt Bastian Matthies rückblickend fest.

Trotz der erlebten Abwärtsspirale hatte dies aber keinen negativen Einfluss auf den Zusammenhalt innerhalb des Teams. Ganz im Gegenteil. Die Wintervorbereitung wurde mit höchster Konzentration durchgezogen und alle waren heiß darauf den Bock noch irgendwie umzustoßen. Zudem gab nahezu der gesamte Kader frühzeitig seine Zusage unabhängig von der Ligazugehörigkeit.

Nicht mehr Bestandteil dieses Kaders sein wird allerdings Timo Bewarder, der die Fußballschuhe nun an den Nagel hängt. „Er ist trotz seines fortgeschrittenen Alters nicht zu ersetzen. Timo war stets der Erste beim Training und ist als Letzter gegangen. Er verfügte nicht nur über eine immense Erfahrung, sondern verkörperte zudem auch den absoluten Siegeswillen“, so Bastian Matthies.

Auch wenn die letzte Saison von reichlich Pech begleitet wurde, so ist sich Bastian Matthies aber auch im Klaren darüber, dass auch eine solide Portion eigenes Unvermögen ihren Teil dazu beitrug und es einige Dinge gibt, die sich zwingend verbessern müssen: „Wir haben in allen Bereichen fünf Prozent weniger investiert im Vergleich zum Aufstiegsjahr oder dem Vorjahr. Vieles sollte im Kopf eigentlich von alleine laufen, doch dem war in dieser ausgeglichen Liga aber nicht so. Sofern wir dort wieder hinkommen, bin ich sehr optimistisch. Verbessern muss sich aber zwingend die Abwehrarbeit der gesamten Mannschaft. Allein die Anzahl der Gegentore spricht Bände.“

Nachvollziehbar und zu erwarten sind die Worte, die der Trainer im Hinblick auf eine Zielsetzung wählt: „Wir wollen den Klassenerhalt sportlich sichern und nicht wieder am grünen Tisch. Wir wollen wieder die alten Dobersdorfer Tugenden an den Tag legen, die uns jahrelang stark gemacht haben. Jeder einzelne Spieler brennt darauf diese beschissene letzte Saison vergessen zu machen und sein wahres Leistungsvermögen zu zeigen.“

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Ansonsten erwartet Bastian Matthies eine ausgeglichene Liga, die seiner Ansicht mit dem Preetzer TSV ihren Meister findet wird. „Wenn die nicht hochgehen, dann müssen die schon extrem viel falsch machen. Sie haben ein eingespieltes Trainerteam, mit Thorge Beuck den besten Keeper der Liga und insgesamt gesehen eine recht junge Truppe, die schon in der letzten Saison starke Leistungen zeigte. Und mit Florian Ziehmer haben sie zudem einen absoluten Top-Neuzugang in ihren Reihen. Eine gute Rolle spielen dürfte auch der TSV Plön, der von allen Mannschaften den ausgeglichensten Kader stellt und die SSG Rot-Schwarz Kiel, die mit Benjamin Szodruch nun einen ambitionierten Trainer hat. Alle anderen Teams bewegen sich meiner Meinung nach auf einem Niveau.“

Trainerteam: Bastian Matthies, Kjell Gonda, Yannick Schnoor (seit der Saison 2019/20), Manager/Liga-Obmann: Thomas Matthies (seit 2020), Betreuer: Rainer Matthies (schon immer).

Abgänge: Jakob Drews (pausiert), Timo Bewarder (Karriereende), Kay Stoltenberg (Probsteier SG 2012).

Kader

Tor: Jonas Maaß, Dennis Schöne, Sebastian Rühr.


Abwehr: Danny Heese, Jose Manuel Goetting, Nils Scholmann, Jirka Joerg Wentorp, Philip Harländer, Sven Thorge Wienand, Pascal Voß, Fynn Scherf, Marvin Bahn, Oliver Tatzki, Kjell Gonda, Alexander Klaus, Hannes Rönnau (verletzt vereinslos, zuvor aber bereits beim DSV).

Mittelfeld: Nico Baldowski, Jan Rasmus Bach, David Ohle, Marcel Gonda, Patrick Mierse, Bastian Matthies, Niklas Heinath, (zweite Mannschaft), Lukas Heinath (zweite Mannschaft), Marcel Ziebell.

Angriff: Niklas Matthies, Yannick Schnoor, Dennis Bock, Chris Luber.

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