05. April 2022 / 19:31 Uhr

Die stärkste Liga der Welt verliert ihre Stars: Chance oder Risiko für den SC DHfK Leipzig?

Die stärkste Liga der Welt verliert ihre Stars: Chance oder Risiko für den SC DHfK Leipzig?

Tilman Kortenhaus
Leipziger Volkszeitung
Der norwegische Torwart Kristian Saeveras hat seinen Vertrag beim SC DHfK Leipzig ohne Klauseln bis 2025 verlängert. 
Der norwegische Torwart Kristian Saeveras hat seinen Vertrag beim SC DHfK Leipzig ohne Klauseln bis 2025 verlängert.  © Gabor Krieg/Picture Point
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Die HBL gilt als stärkste Liga der Welt. Sie bietet den Handballfans sowohl sehr spannende Spiele – am Donnerstag erwartet der SC DHfK Leipzig den amtierenden Pokalsieger TBV Lemgo in der Arena an der Jahnallee – als auch internationale Stars. Allerdings wollen gleich mehrere Top-Spieler die Spitzenmannschaften verlassen, was Auswirkungen auf die Bundesliga haben kann.

Leipzig. Der nächste Stern am deutschen Handball-Himmel schwindet. Für THW-Torhüter Niklas Landin geht es im Sommer 2023 vom Kieler Topteam zurück in die Heimat zu Aalborg Handbold. Der zweimalige Welthandballer ist längst nicht der einzige große Name, der die Bundesliga in den kommenden Spielzeiten verlässt. Denn neben dem dänischen Spitzenclub reißt auch das norwegische Großprojekt Kolstad IL zahlreiche Stars an sich. So werden in den nächsten Jahren unter anderem Sander Sagosen (Kiel), Magnus Röd (Flensburg) und Magnus Gullerud (Magdeburg) das deutsche Oberhaus verlassen.

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Herausforderung für die Bundesliga

Der SC DHfK Leipzig ist davon (zumindest vorerst) nicht direkt betroffen, muss aber aufpassen, dass die Lücken in den Reihen der DHB-Topteams nicht mit Spielern der Grün-Weißen gefüllt werden. Zumindest auf der Torhüter-Position kann Manager Karsten Günther Entwarnung geben: „Kristian Saeveras hat bei uns seinen Vertrag bis 2025 verlängert, auch ohne irgendwelche Klauseln. Er hat sich ganz klar zu diesem Verein bekannt und sieht sich hier für seine persönliche und familiäre Entwicklung sowie für seine sportlichen Ziele am richtigen Ort.“

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Dennoch werfen die jüngsten Entwicklungen im europäischen Handball Fragen auf, die Günther sehr ernst nimmt. „Das ist ja nicht der erste Knaller-Transfer den Aalborg tätigt und in Norwegen wird ein vielleicht noch ambitionierteres Projekt aufgebaut“, beschreibt der 40-Jährige die Lage. Mit dieser Situation müsse man sich nun auseinandersetzen. Ganz besonders mit der Frage, ob der Slogan der „stärksten Liga der Welt“ weiter haltbar sei. Günther, der seit dieser Saison im HBL-Präsidium sitzt, weiter: „Wenn wir das wollen, dann müssen wir uns an der einen oder anderen Stelle mehr trauen und uns schneller entwickeln. Ganz besonders was Digitalisierung, Datenaufbereitung oder die Einführung des Videobeweises betrifft.“

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Vorteil für Clubs wie Leipzig?

Der Manager der Grün-Weißen gibt aber auch zu Bedenken, dass die aktuelle Entwicklung für den SC DHfK „kein Nachteil sein muss. Wenn sich nicht alle Top-Stars des Handballs bei den zwei, drei großen Vereinen der Bundesliga tummeln, steigen für uns natürlich die Chancen, diese zu schlagen“, so Günther, der seine Gedanken noch einmal zusammenfasst: „Das ist für die Liga ein schmerzhafter Verlust – für die Spannung aber ist es vielleicht sogar ein Gewinn.“

Das sieht auch Coach André Haber so, der ergänzt: „Man muss auch auf die Altersstruktur bei diesen Transfers gucken. Die Jungs haben sicherlich weiterhin hohe Ansprüche, aber man darf auch nicht vergessen, dass sie zurück in die Heimat gehen und hier die Karriere ausklingen lassen.“

Tickets gegen TBV Lemgo zu gewinnen

Die LVZ verlost für das Heimspiel des SC DHfK Leipzig gegen den TBV Lemgo Lippe am Donnerstag, 7. April (19.05 Uhr), 3x2 Tickets. Zur Teilnahme einfach eine E-Mail mit dem Betreff „DHfK-Lemgo“ an gewinnspiele@lvz.de senden. Einsendeschluss ist am Donnerstag um 12 Uhr. Die Tickets werden den Gewinnern per Mail zugeschickt