22. November 2020 / 16:41 Uhr

Die Stimmen zum 3:0-Heimsieg des VfB Lübeck gegen FC Bayern München II

Die Stimmen zum 3:0-Heimsieg des VfB Lübeck gegen FC Bayern München II

Volker A. Giering
Lübecker Nachrichten
Die Lübecker um Sven Mende, Tommy Grupe und Marvin Thiel bedanken sich nach dem Spiel bei den Fans, die kuriose Orte aufsuchten, um das Spiel zu verfolgen.
Die Lübecker um Sven Mende, Tommy Grupe und Marvin Thiel bedanken sich nach dem Spiel bei den Fans, die kuriose Orte aufsuchten, um das Spiel zu verfolgen. © Agentur 54°
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Verdient gewonnen, die Bayern in der Tabelle überholt, 12 Punkte aus den letzten vier Spielen für den VfB Lübeck. Trotzdem bleiben alle Beteiligten, die "englischen Wochen" vor der Brust, realistisch. Wir haben die Stimmen nach der Partie für euch eingefangen.

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Rolf Landerl, Trainer des VfB Lübeck: „Wir wussten, dass wir auf einen Gegner mit einer hohen individuellen Qualität treffen, und dass es nur über die Zone geht. Die Beginnphase war offen. Keine Mannschaft war richtig zwingend. Die Gelb-Rote Karte hat das Spiel beeinflusst. Im weiteren Verlauf haben wir einen guten Griff auf das Spiel bekommen. Wir wussten, dass wir unsere Möglichkeiten bekommen werden. Es freut mich, dass die Standardsituation vor dem 1:0 aufgegangen ist. Der holprige Boden hat sein Übriges getan. Die Führung hat Selbstvertrauen gegeben. Wir haben von Minute zu Minute mehr Kontrolle gewonnen. Bei den Bayern gingen die Köpfe runter. Es freut mich besonders, dass die Jungs, die reingekommen sind, wie Deters und Benyamina, sich mit einer couragierten Leistung belohnen. Es ist schön zu wissen, Spieler wie Steinwender und Zehir noch in der Hinterhand zu haben. Wir konnten Qualität nachliefern. Sie haben dem Spiel nach der Einwechselung mit ihrer Ballsicherheit und Schnelligkeit gutgetan. Wir haben bewusst rotiert und aus der ersten englischen Woche gelernt. Die Mannschaft wirkt gefestigt. Es hat sich ein guter Stamm herausgearbeitet. Unser Plan ist aufgegangen. Den Sieg wissen wir richtig einzuordnen. Wir haben die richtigen Mittel gefunden, um die junge Bayern Mannschaft zu bespielen. Das war erneut eine geschlossene Mannschaftsleistung. Wir fahren voller Vertrauen nach Kaiserslautern.“

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Landerls Joker Steinwender sticht und sieht harte Arbeit belohnt

Der eingewechselte VfB-Leihspieler Pascal Steinwender: „Wenn man das so sagen kann, sind wir im Moment die Mannschaft der Stunde. Nichtsdestotrotz muss man in der 3. Liga jede Woche wieder sein Maximum abrufen. Das wissen wir und tun wir in den letzten vier Wochen. Wir müssen ans Maximum gehen, um jeden Gegner zu schlagen. Wir wissen, was da an Qualität in der Liga auf uns zukommt. Desto froher sind wir, dass wir die drei Punkte nochmal eingesammelt haben und uns einen kleinen Puffer angehäuft haben. Die Entstehung zum 1:0 war kein Zufall. Wir arbeiten von Woche zu Woche dran, um immer wieder Variationen einzubringen. Dass wir nicht einfallslos in die Standards gehen. Das Trainerteam gibt uns immer ein gewisses Handwerkszeug an die Hand. Heute haben wir es einfach umgesetzt. Man sieht, dass dieses Training unter der Woche fruchtet. Freut mich umso mehr, dass wir unseren Matchplan umsetzen konnten.“

Das Spiel des VfB Lübeck gegen FC Bayern München II in Bildern

Der Mannschaftsbus des FCB vor dem Dietmar-Scholze-Stadion an der Lohmühle. Zur Galerie
Der Mannschaftsbus des FCB vor dem Dietmar-Scholze-Stadion an der Lohmühle. ©

Yannick Deichmann stellt sich in den Dienst der Mannschaft

VfB-Offensivspieler Yannick Deichmann, Torschütze zum 1:0: „Unser Matchplan war, tiefe Läufe in die Kette zu machen. Das hat oft geklappt. Die Standartsituation war tatsächlich einstudiert. Schön, dass die Variante aufgegangen ist. Das ist der Lohn, dass wir Woche für Woche hart arbeiten. Wir sind auf einem guten Weg. Auf welcher Position ich spiele, ist nicht wichtig.“

Mirko Boland blickt mit guten Erinnerungen auf Spiel gegen Kaiserslautern voraus

VfB-Regisseur Mirko Boland: „Die Liga ist eng. Man muss sich auf jedes Spiel neu fokussieren. Jeder kann jeden schlagen. Auf das Spiel am Mittwoch in Kaiserslautern müssen wir uns neu vorbereiten und wollen den Lauf mitnehmen. Wir haben uns ins Mittelfeld der Liga reingespielt. Wir können uns in Lautern ein bisschen absetzen. Dort habe ich mal für Eintracht Braunschweig den Siegtreffer per Kopfball erzielt, obwohl ich einen Nasenbeinbruch hatte und mit Maske gespielt habe. Es ist ein schönes Gefühl, dort zu spielen. Das ist ein tolles Stadion. Schade, dass wir nicht vor Zuschauern spielen. Das wird für die Jungs ein tolles Erlebnis sein.“

FC Bayern München II-Trainer: "Das 0:1 war der Knockout"

Holger Seitz, Trainer von Bayern München II: „Der VfB Lübeck hat das Spiel verdient gewonnen. Wir wussten, dass wir auf einen Gegner mit viel Selbstvertrauen treffen und haben gut in das Spiel gefunden. Es hat anfangs bei uns gepasst bis auf paar kleine Fehler. Wir hatten einige vielversprechende Situationen, die wir nicht zu Ende gespielt haben. Wir waren nicht zielstrebig genug. Das Spiel hätte sonst wohl eine andere Dynamik angenommen. Die Gelb-Rote Karte gegen uns hat das Spiel entsprechend geprägt und beeinflusst. Wir haben später auf ein 4-4-1-System umgestellt und versucht, Konter auszuspielen. Bis zur Pause konnten wir das Spiel in Unterzahl kontrollieren. Das 0:1 war der Knockout. Absolut unnötig, weil wir zuvor Anstoß hatten. Das kann ich nicht akzeptieren. Auch das Zustandekommen der Ecke war kurios. So kannst du kein Spiel in Unterzahl in der 3. Liga gewinnen. Auch beim 0:2 haben wir gepennt. Lübeck wurde jetzt immer sicherer. Am Ende hat es sich bemerkbar gemacht, dass wir in Unterzahl und auf einem tiefen Boden gespielt haben.“

SHFV-Ehrenpräsident Hans-Ludwig Meyer: „Der VfB Lübeck hat einen guten Lauf. Ich beobachte die Mannschaft. Die Lübecker haben etwas drauf und kommen über die körperliche Überlegenheit – bemerkenswert. Von den ersten sieben Teams der Tabelle hat Lübeck bereits gegen sechs Mannschaften gespielt. Einfach toll.“