19. Januar 2022 / 23:39 Uhr

Die Stimmen zum Berliner Derby: "Verteidigen wie eine Schülermannschaft"

Die Stimmen zum Berliner Derby: "Verteidigen wie eine Schülermannschaft"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
 Rote Freude, blaues Leid: Union Berlin feiert den Derbysieg, Herthas Spieler sind enttäuscht.
Rote Freude, blaues Leid: Union Berlin feiert den Derbysieg, Herthas Spieler sind enttäuscht. © imago images/Matthias Koch
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Hertha-Sportdirektor Arne Friedrich findet nach der 2:3-Niederlage im Pokalderby klare Worte - Unions Grischa Prömel lobt Torschütze Andreas Voglsammer und Max Kruse freut sich auf Musik.

Die Eisernen tanzten und feierten mit ihren 200 Fans, die schon wieder geschlagenen Spieler vom Hauptstadtrivalen Hertha BSC lagen müde und enttäuscht auf dem Rasen des Olympiastadions. Der 1. FC Union hat die neuen Machtverhältnisse im Hauptstadt-Fußball eindrucksvoll manifestiert. Durch ein 3:2 (1:0) bei der Hertha zogen die Köpenicker nach zwei Jahren wieder ins Viertelfinale des DFB-Pokals ein und demütigten ihren sportlich abgehängten Lokalrivalen nun auch in dessen Olympiastadion.

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"Wir haben alles gegeben und ich glaube, wir haben hochverdient gewonnen", sagte Unions Starspieler Max Kruse: "Wir haben Musik, wir werden noch ein bisschen feiern." Zwei Monate nach dem souveränen 2:0 im Bundesliga-Duell war das Team von Erfolgscoach Urs Fischer im Hauptstadt-Derby am Mittwochabend spielerisch und taktisch wieder überlegen. Die Hertha stemmte sich gegen die Niederlage, zeigte aber erschreckende Defensivschwächen. "Wir verteidigen wie eine Schülermannschaft", sagte Herthas Sportdirektor Arne Friedrich bei Sky: "Es ist schwer, in Worte zu fassen."

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"Auf jeden Fall gibt es diesen Traum", antwortete Unions Rechtsverteidiger Julian Ryerson auf die Frage, ob Union gerne zum Finale ins Olympiastadion zurückkehren wolle. "Aber der Weg, um wieder hierher zu kommen, ist noch weit. Das zu schaffen, wäre natürlich fantastisch."

Unions 1:0-Torschütze Andreas Voglsammer sprach später vom wahrscheinlich schönsten Tor seiner Karriere. "Ich wollte den Ball aufs Tor bringen. Ich glaube, es war auch die einzige Möglichkeit, den Ball so aufs Tor zu bringen. Es gehört sicherlich auch ein bisschen Glück dazu, ein bisschen Können - alles ein bisschen gepaart, so kommt das zustande", meinte der Angreifer.

"Vogi war heute überragend"

"Wir sind eine Runde weiter, das ist die Hauptsache", erklärte dagegen ein zufriedener Grischa Prömel. "Vogi war heute überragend", sagte Unions Mittelfeldspieler über seinen Teamkollegen und Torschützen zum 1:0, Andreas Voglsammer. "Das kommt nicht aus dem Nirgendwo, wenn man sieht, wie er trainiert, wie er sich auf jedes Spiel vorbereitet." Über den zweiten Derbysieg dieser Spielzeit sagte Prömel: "Für uns ist das jetzt nicht so primär. Für uns ist wichtig, dass wir eine Runde weiuterkommen; dass wir die Bundesliga halten."

"Wir habend das Spiel letztlich auch nicht verdient zu gewinnen", meinte Hertha-Trainer Tayfun Korkut. "Dann darf das dritte Tor nicht so fallen, wie es gefallen ist", sagte der Coach bei der ARD mit Blick auf den völlig blank stehenden Robin Knoche beim 1:3.


Nach dem Derbysieg freute sich Union-Coach Urs Fischer vor allem für den eigenen Anhang: "Für mich ist uninteressant, wer die Nummer eins in der Stadt ist. Mir geht es darum, dass die Mannschaft jede Woche ihre Leistung abruft. Aber für die Fans ist das ein toller Moment, das genießen sie. Für sie ist das etwas Besonderes", so der Schweizer, der mit seinem Team das Endspiel ins Visier nehmen will: "Wenn du im Pokal mitspielst, willst du bis ins Finale, sonst brauchst du an diesem Wettbewerb nicht teilnehmen. Daher haben wir das alle im Kopf."