31. Dezember 2019 / 08:54 Uhr

Die Stimmung droht bei den Lausitzer Füchsen zu kippen

Die Stimmung droht bei den Lausitzer Füchsen zu kippen

LVZ-Sportbuzzer
Leipziger Volkszeitung
28.12.2019, Weisswasser, Lausitzer Fuechse vs. Bietigheim Steelers

Luke Nogard (18, Lausitzer Fuechse)
Luke Nogard ist einer der Neuzugänge der Füchse. Großartig Grund zur Freude gab es für ihn bisher noch nicht. © Thomas Heide
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Nach der vierten Niederlage in Serie sehen die Lausitzer Füchse unruhigen Zeiten entgegen. Den Füchsen fehlen nicht nur Punkte, es fehlt auch an Selbstvertrauen.

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Weißwasser. Einen Tag nach dem 2:4 daheim gegen die Bietigheim Steelers, das die dritte Niederlage in Serie und den Absturz der Lausitzer Füchse auf einen Abstiegsrundenplatz bedeutete, gaben die Verantwortlichen der Weißwasseraner die Verpflichtung von Brad Ross bekannt. „Wir haben ihn geholt, um dem Abwärtstrend entgegen zu wirken. Er soll uns in dieser schwierigen Situation wieder mehr Stabilität und Konstanz verleihen“, erklärte EHC-Geschäftsführer Dirk Rohrbach den zweiten Neuzugang nach Luke Nogard.

Während Ross bereits über einen deutschen Pass verfügt, soll Nogard einen bekommen, falls die Ausländerbehörde des Landkreises Görlitz die eingereichten Unterlagen für ausreichend erachtet. Derweil der Kanadier bisher zwei Partien für die Blau-Gelben bestritt, wird das Ross-Debüt am 4. Januar zum Hockey Open Air erwartet. Zunächst hatten die Oberlausitzer gestern Abend aber noch eine Partie zu absolvieren. In Landshut, beim dritten Duell gegen den Aufsteiger, ging nun sogar die vierte Partie in Folge verloren. Darcy Murphy hatte zwar kurz vor Schluss noch zum 4:4 für Weißwasser ausgeglichen und die Verlängerung erzwungen – in dieser jedoch behielten die Niederbayern 5:4 die Oberhand.

Fehlendes Selbstvertrauen

Nach den Pleiten droht die Stimmung im Fuchsbau zu kippen. Ambitioniert angetreten, fehlen den Füchsen nicht nur Punkte, sondern vor allem Ausstrahlungskraft und Konstanz. Coach Corey Neilson räumte nach dem 2:4 gegen die Steelers ein, den steigenden Druck zu spüren: „Nach der letzten, guten Saison erwarten die Fans Siege. Auch das Team will Siege. Aber gegenwärtig fehlt uns etwas das Selbstvertrauen. Wir schießen zu wenig Tore und kassieren zu leicht welche“, resümierte der 43-Jährige – und machte eine für ihn ungewohnt klare Ansage: „Wir sind ein Playoff-Team! Und ich verspreche allen, dass wir ein Playoff-Team bleiben. Wir werden weiter hart arbeiten, um besser zu werden und die Erwartungen zu erfüllen.“

Füchse müssen punkten

Zu den Erwartungen, die sicher auch ob der Ansage des Coaches vor der Spielzeit, das Team sei individuell stärker als im Vorjahr, hoch sind, gesellt sich momentan Kritik an der Art der Auftritte, die Leidenschaft und Entschlossenheit zumindest temporär vermissen lassen. Oder sollte es sogar an Teamgeist mangeln? In dieser Richtung ließe sich die Aussage von Verteidiger Joel Keussen deuten, der als Weg zurück zum Erfolg ein eher einfaches Rezept sieht: „Wir müssen die Fehler abstellen, zusammenhalten als Team und zusammen aus dieser Krise raus.“

Dass die Laune der Fans gelitten hat, lässt Keussen dagegen kalt: „Wir machen uns nicht von irgendwelchen Stimmungen abhängig, brauchen weder Schulterklopfer noch Buh-Rufer“, wiegelt der 28-Jährige ab – und stellt mit Blick auf das prestigeträchtige Hockey Open Air klar: „Jedes Spiel ist wichtig. Wir wollen jedes Spiel gewinnen und brauchen dringend Punkte.“

Sebastian Matthieu