15. September 2020 / 10:00 Uhr

Die tägliche VfL-Meinung: Er hatte den 360-Grad-Blick

Die tägliche VfL-Meinung: Er hatte den 360-Grad-Blick

Engelbert Hensel
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Ignacio Camacho beendet seine Karriere: Das ist extrem bitter, findet SPORTBUZZER-Redakteur Engelbert Hensel.
Die tägliche VfL-Meinung. © regios24 (Landmann)
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Ignacio Camacho von Fußball-Bundesligist VfL Wolfsburg hat seine Karriere beendet. Das ist aus mehreren Gründen verdammt bitter, meint SPORTBUZZER-Redakteur Engelbert Hensel.

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Caramba, Caracho, Camacho – er wurde nicht fürs Toreschießen geholt, aber gleich in seinem ersten Pflichtspiel für den VfL war Ignacio Camacho zur Stelle gewesen. Per Kopfball sorgte der Spanier im Sommer 2017 für den 1:0-Sieg im Pokal bei Eintracht Norderstedt. Danach gab’s nur noch eines – grenzenlosen Jubel. Gut drei Jahre später hat sich der mittlerweile 30-Jährige bei einer hoch emotionalen Pressekonferenz von der großen Fußballbühne verabschiedet. Nach fünf Operationen und zahlreichen Comeback-Versuchen musste sich der Spanier eingestehen, dass er seine Karriere beenden muss.

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Das ist verdammt bitter, denn bei ihm hatte man das Gefühl, er hätte einen 360-Grad-Blick auf dem Platz. Camacho wusste fast immer, was sich in seinem Rücken abspielt, gleichzeitig hatte er den Blick für den Mitspieler. Zudem konnte er einstecken, aber auch austeilen. Er ging dahin, wo es wehtut. Vor allem den anderen. Camacho war der Typ Spieler, den man lieber in der eigenen Mannschaft und nicht als Gegner hatte. Nun beginnt für ihn ein neues Kapitel – und wenn er neben dem Platz genauso ehrgeizig ist wie er es auf dem Rasen war, wird er es weit bringen. Da bin ich mir sicher.