23. April 2018 / 11:47 Uhr

Die Torfabriken von Holstein Kiel und dem 1. FC Nürnberg garantieren Montagabend-Krimi

Die Torfabriken von Holstein Kiel und dem 1. FC Nürnberg garantieren Montagabend-Krimi

Andreas Geidel
Das Flutlicht strahlt, die Hütte ist voll, das Runde muss wie hier bei Kingsley Schindlers Elfmetertor gegen Heidenheim ins Eckige. Mehr Offensiv-Power als beim Top-Duell zwischen der KSV Holstein und dem 1. FC Nürnberg hat die Zweite Bundesliga nicht zu bieten – zusammen bejubelten beide Teams schon 110 Treffer.
Das Flutlicht strahlt, die Hütte ist voll, das Runde muss wie hier bei Kingsley Schindlers Elfmetertor gegen Heidenheim ins Eckige. Mehr Offensiv-Power als beim Top-Duell zwischen der KSV Holstein und dem 1. FC Nürnberg hat die Zweite Bundesliga nicht zu bieten – zusammen bejubelten beide Teams schon 110 Treffer. © © Agentur 54°
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Duell der Ballermänner – Bei Heimsieg fliegen Störche auf Platz zwei

Das Beste kommt zum Schluss: Zum Ausklang des 31. Spieltages der Zweiten Bundesliga messen Holstein Kiel und der 1. FC Nürnberg ihre Kräfte. Mit Heimsieg Nummer acht können die Störche (49 Zähler) den Club (51 Punkte) überflügeln und drei Partien vor dem Saisonabschluss auf den direkten Aufstiegsrang zwei fliegen. Das Holsteinstadion ist mit 11500 Zuschauern komplett ausverkauft – Fußball-Deutschland blickt heute Abend (20.30 Uhr/KN-Liveticker) nach Kiel.

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Mehr Spannung geht kaum. Mit der KSV Holstein (58 Treffer) und den Franken (52) treffen die Torfabriken des Bundesliga-Unterhauses aufeinander – es kommt zum Duell der Ballermänner. Nur Störche-Verfolger Jahn Regensburg (Platz vier/47 Punkte) hat vor heimischer Kulisse zweimal häufiger getroffen als die auf Relegationsplatz drei liegende KSV Holstein (29). Keine Mannschaft hat in fremden Gefilden weniger Gegentore kassiert als der Spitzenreiter der Auswärtstabelle, der 1.FC Nürnberg (15). Auf der Gegenseite mussten die Kieler in dieser für sie so phantastisch laufenden Saison die wenigsten Niederlagen (fünf) aller Zweitliga-Mannschaften schlucken. Die Nürnberger gewannen zwar nur eine ihrer letzten sieben Partien, blieben zuletzt aber vier Mal in Serie trotz jeweiligen Rückstandes dank ausgeprägter Moral ungeschlagen.

Der Saisonverlauf 2017/18 von Zweitligist Holstein Kiel

1. Spieltag: Holstein Kiel startet mit einem Remis gegen den SV Sandhausen in die Zweitliga-Spielzeit. Sukuta-Pasu (14.) und Klingmann (35.) bringen die Gäste zunächst in Führung, später schlagen die Störche durch Lewerenz (75.) und Ducksch (90+5.) zurück. Zur Galerie
1. Spieltag: Holstein Kiel startet mit einem Remis gegen den SV Sandhausen in die Zweitliga-Spielzeit. Sukuta-Pasu (14.) und Klingmann (35.) bringen die Gäste zunächst in Führung, später schlagen die Störche durch Lewerenz (75.) und Ducksch (90+5.) zurück. ©

Die seit dem achten Spieltag einen der Top-3-Ränge belegende KSV Holstein holte in den vergangenen sechs Begegnungen drei Dreier und drei Remis. „Wir haben alle Fähigkeiten und das Potenzial, um in Kiel zu gewinnen. Vor allem in den großen Spielen waren wir immer mit 100 Prozent auf dem Platz“, sagt Club-Cheftrainer Michael Köllner und ergänzt: „Ich hoffe, dass die Mannschaft ein Ebenbild von mir ist. Denn wenn das so ist, wird keiner in diesem Top-Spiel flattern.“ Ein Fragezeichen steht in Reihen der Franken noch hinter Abwehrchef Ewerton (Wadenblessur). Wegen der fünften Gelben Karte gesperrt ist der in der Offensive brandgefährliche Außenverteidiger Tim Leibold. Komfortabler gestaltet sich die Personalsituation für Störche-Chefcoach Markus Anfang. Auch deshalb schließt der künftige Kölner Umstellungen in der Startelf gegenüber dem jüngsten 4:0-Triumph in Dresden nicht aus. „Es bieten sich Möglichkeiten, etwas zu verändern. Unsere Flügel Aaron Seydel und Steven Lewerenz sowie Dominic Peitz und Linksverteidiger Johannes van den Bergh haben alle gut trainiert“, so der 43-Jährige.

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Leistungsdaten von Holstein Kiel

Kenneth Kronholm: 33 Einsätze Zur Galerie
Kenneth Kronholm: 33 Einsätze ©

Bedeutsam ja, Vorentscheidung im Kampf um die Aufstiegsränge nein – auf diese Formel scheinen sich alle Hauptdarsteller des heutigen Abends geeinigt zu haben. „Es ist natürlich ein wichtiges Spiel. Und wir werden gegen den Club auch alles raushauen – aber es ist nur das erste unserer letzten vier Saisonspiele“, hält Ralf Becker, Geschäftsführer Sport der Störche, stellvertretend den Ball flach. Dominick Drexler, Leiter der Kieler Kreativabteilung, pflichtet Becker bei: „Wir haben keinen Druck, keine Sperren und keine Verletzten – wir wollen gewinnen und wissen, dass wir wir dann auf Platz zwei springen. Aber das wäre auch nur ein weiterer Sieg der Saison.“ Während Köllner vom „Minimalziel Unentschieden“ spricht, gibt sich FCN-Kapitän Hanno Behrens (elf Tore/vier Assists) verbal offensiver. Auf Remis zu spielen, sei keine gute Idee. „Wir fahren nach Kiel, um zu gewinnen“, so der 28-Jährige, der in Elmshorn geboren ist und beim HSV das große Kicker-ABC erlernte. Ehe er 2012 nach Darmstadt wechselte und mit den Lilien das erlebte, wovon Fußball-Kiel träumt: der Durchmarsch von der Dritten in die Erste Liga!

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